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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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PAN Europe diskutiert in Sofia Nationale Aktionspläne

29.10.2009, PAN Germany, Alexandra Perschau

Aus: PAN Germany Pestizid-Brief September / Oktober 2009

Mehr als 50 TeilnehmerInnen der PAN Europe Konferenz "Towards Sustainable Pesticide Use Reduction Across Europe - From Words to Action" diskutierten am 4. und 5. September 2009 in Sofia (Bulgarien) das Thema "Nationale Aktionspläne zur nachhaltigen Nutzung von Pestiziden".

PAN Europe steht für Netzwerk-Arbeit in und für Europa: Umwelt-NGOs, Verbraucherorganisationen und Gewerkschaften sind Mitglied im Netzwerk, das sich mit nationaler und vor allem EU-Gesetzgebung zum Thema Pestizide und neuerdings auch Bioziden befasst. In Brüssel konzentriert sich PAN Europe auf die Kommission und das Parlament, während die Mitgliedsgruppen die gemeinsamen Positionen jeweils in ihren Ländern bzw. bei den nationalen EU-Parlamentsabgeordneten einbringen.

Die Verabschiedung des sog. "EU-Pestizidpakets" stellt einen Meilenstein der Aktivitäten und Erfolge von PAN Europe dar (siehe diverse Berichte in vorherigen PB-Ausgaben, z.B. Jan./Feb. 2009). Doch gerade die Rahmenrichtlinie zur Anwendung von Pestiziden erfordert weiterhin eine starke Beteiligung der NGOs, da die Mitgliedsstaaten relativ große Spielräume in der Umsetzung erkämpft haben. Deshalb setzte sich die PAN Europe Konferenz in Sofia mit Fragen zur Umsetzung der Richtlinie auseinander.

Ausgerichtet wurde die Konferenz von der PAN Europe Mitgliedsorganisation Friends of the Earth Bulgarien. Mit Repräsentanten von staatlichen Stellen aus Bulgarien, aber auch Schweden und Italien sowie einer Vielzahl von NGO-VertreterInnen unter anderem aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine und Ungarn, der bulgarischen Delegation der Pestizidlobbyisten von ECPA (European Crop Protection Association) und einer Supermarktkette mit Hauptsitz in Deutschland und

Filialen in zahlreichen EU Staaten, war eine inhaltlich kontroverse Diskussion sichergestellt.

Besonders interessant waren die unterschiedlichen Einschätzungen zweier Wissenschaftler bezüglich der Implementierung von nicht-chemischen Alternativen. Aber auch die Beispiele bereits vorhandener Reduktionsmodelle wie sie im Rahmen Nationaler Aktionspläne (NAPs) bis 2014 von allen Mitgliedsstaaten zu entwickeln sind, machten deutlich, dass die intensive Beteiligung von NGOs unbedingt notwendig ist, allerdings noch lange nicht in allen EU-Mitgliedsstaaten selbstverständlich ist. Zum anderen sind auch die kulturellen Unterschiede zu berücksichtigen, die es in der Tat schwer machen, einen "besten NAP" zu entwickeln. Gerade vor diesem Hintergrund ist die Netzwerkarbeit von PAN Europe und besonders das PAN Germany Projekt zur Koordinierung von Aktivitäten in Mittel- und Osteuropa in seiner Wichtigkeit nicht zu unterschätzen.

Für Friends of the Earth Bulgarien war die PAN Europe Konferenz angesichts der vorhandenen Expertise und Vernetzung eine gute Unterstützung der nationalen Lobbyarbeit.

Die Konferenz erzielte eine große mediale Aufmerksamkeit. Mehrere Fernsehsender, das nationale Radio und verschiedene Printmedien nahmen an der Pressekonferenz teil. Ein Sender dokumentierte das zweitägige Treffen und den anschließenden Besuch von PAN Europe Mitgliedern bei bulgarischen Bauern vollständig. Auch dies trägt dazu bei, die Arbeit an einem nachhaltig wirksamen Nationalen Aktionsplan für Pestizide in Bulgarien voranzubringen.

(Alexandra Perschau)

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