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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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PAN europaweit aktiv für afrikanische Bio-Baumwollbauern

29.10.2009, PAN Germany, Alexandra Perschau

Aus: PAN Germany Pestizid-Brief September / Oktober 2009

PAN Germany und die Partnerorganisationen OBEPAB aus Benin und Enda Pronat aus Senegal haben auf der SANA-Messe in Italien am 10.-13. September 2009 Fachbesucher und Verbraucher für die agrarische Vielfalt afrikanischer Bio-Baumwollbauern begeistert und für deren Produkte wie Cashewnüsse, Sesam oder Fonio geworben. Zeitgleich hat PAN UK auf dem Organic Food Festival der Soil Association Verbrauchern in England am Beispiel Baumwolle Menschen für die Zusammenhänge zwischen Produktvielfalt und Armutsreduzierung sensibilisiert.

PAN Germany und die weiteren Projektpartner des Fibre, Food and Beauty Projekts ziehen eine positive Bilanz ihrer Messeauftritte bei der SANA Messe in Bologna, Italien, und beim Soil Association Organic Food Festival in Bristol, Großbritannien. Die Besucher zeigten großes Interesse an den Möglichkeiten des giftfreien Anbaus von Baumwolle und durch eine mehrgliedrige Fruchtfolge erzeugte weitere agrarische Produkte der Bio-Bauern. In Faktenblättern zu Sesam, Fonio, Hibiskus und Cashewnüssen erläutert PAN den Anbau, pflanzenspezifische Besonderheiten und Nutzungsmöglichkeiten der Agrarprodukte bis hin zum beispielhaften Rezept für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Materialien sind derzeit in englischer und italienischer Sprache verfügbar und sind auch auf den englischsprachigen Seiten der PAN Germany Homepage (www.pan-germany.org/gbr) zu finden.

Auf mindestens gleich großes Interesse wie das Informationsmaterial stießen bei den mehr als 1.000 Besuchern des PAN-Messestandes in Bologna Produktproben von Fonio, Sesam, Hibiskus und Cashewnüssen. Besonders auffällig war das hohe Interesse an Fonio, sowohl bei Verbrauchern als auch bei den italienischen Unternehmensvertretern. Die Tatsache, dass Fonio glutenfrei ist, eröffnet ein großes Marktpotenzial für das wachsende Segment der Spezialprodukte für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten und -allergien. Das in Europa noch kaum bekannte, aber im Senegal hochgeschätzte Getreide Fonio bietet aufgrund dieser Eigenschaft und weiterer ernährungsphysiologischer Vorteile für die Bio- und Fair Trade-zertifizierten Bauern im Senegal die Möglichkeit, verlässliche Handelspartner in Europa zu finden, die bereit sind, gerechte Preise für das Produkt zu zahlen. Denn das extrem kleine Getreide ist zwar im Anbau einfach, erfordert aber bei der Ernte und den ersten Weiterverarbeitungsschritten, wie dem Entspelzen, einen hohen Arbeitsaufwand.

"Wichtig ist den mehr als 2.000 Bauern der Kooperative Yakaar Niani Wulli die gemeinsame Entwicklung der Produktion und Vermarktung mit den europäischen Handelspartnern. Besonders gilt das hinsichtlich der für Kleinbauern oft schwierig einzuhaltenden, hohen Lebensmittelstandards der EU" sagt Malick Ndiaye, der bei der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Enda seit vielen Jahren die Bauernkooperative in Anbaufragen und bei der Zertifizierung begleitet. Eine solche Unterstützung und Kooperation mit erfahrenen Unternehmen aus Europa wünscht sich die Kooperative auch für die beiden anderen Produkte, Sesam und Hibiskus, die sie nach Berücksichtigung des eigenen, lokalen und regionalen Bedarfs für den Export als geeignet ansieht.

Auch die OBEPAB aus Benin konnte sich über ein reges Interesse an Cashewnüssen erfreuen. Selbst Mitbewerber aus Brasilien, einem der größten Exporteure von Cashewnüssen weltweit, lobten anerkennend die Größe und Qualität der Nüsse. Auch die Weiterverarbeitung ist in Benin schon relativ weit fortgeschritten. So konnten die Verbraucher biologisch erzeugte Cashewnüsse in 6 verschiedenen Geschmacksrichtungen probieren (natur, gesalzen, in Erdnussöl oder in Butter geröstet und jeweils zusätzlich gesalzen). Davo Vodouhe, Direktor der OBEPAB, der Organisation zur Förderung des biologischen Anbaus in Benin, die mit 3.000 Bauern kooperiert, war erfreut, über das große Interesse und die zahlreichen Anfragen, wo es denn diese Nüsse zu kaufen gäbe: "Mit diesem Interesse an unseren Bauern und der Begeisterung für deren Produkte können wir auf Augenhöhe mit europäischen Unternehmen verhandeln."

Auch britische Verbraucherinnen und Verbraucher zeigten sich sehr interessiert an den Agrarprodukten aus Benin und Senegal. Das jährlich von der Soil Association durchgeführte Organic Food Festival lockte am 12. und 13. September 2009 mehr als 20.000 Besucher nach Bristol. PAN UK war dort mit einem Stand vertreten und informierte über das Fibre, Food and Beauty Projekt. Neben dem Informationsmaterial gab es am Stand vor allem "Bissap-Saft" zu probieren. Bissap ist im Senegal der Name des Tees, der aus Hibiskus hergestellt und dort Alltagsgetränk ist. Aufgrund seines hohen Gehalts an Vitamin C und Antioxidantien ist diesem Getränk bzw. dem Rohstoff hierfür ein großes Interesse auf europäischer Unternehmensseite sicher. Hier gilt es allerdings, die Kooperative bei der Trocknung und Lagerung zu unterstützen, um den qualitativen und hygienischen Anforderungen der EU bzw. unternehmensspezifischer Standards zu genügen.

Unternehmen, die ihre soziale Verantwortung umfassend verstehen und sie auch leben, sollte es leicht möglich sein, mit der Yakaar Niani Wulli Kooperative zu kooperieren. Hat sie doch schon reichlich Arbeit und Energie in das Erreichen einer Bio-Zertifizierung und der Anerkennung als Fair Trade Kooperative gesteckt und bewiesen, derartige Herausforderungen meistern zu können. Gleiches gilt auch für die OBEPAB in Benin.

(Alexandra Perschau)

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