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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Biolandbau schafft Biodiversität

29.10.2009, PAN Germany, Susan Haffmans

Aus: PAN Germany Pestizid-Brief September / Oktober 2009

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) analysierte wisenschaftliche Studien und gelangt zu dem Schluss, dass sich der Biolandbau positiv auf Flora und Fauna im einzelnen Feld und auf Betriebsebene auswirkt.

Auf der Grundlage einer Analyse von 66 wissenschaftlichen Studien folgert das FiBL, dass auf biologisch bewirtschafteten Flächen im Durchschnitt 30% mehr Arten und 50% mehr Individuen vorkommen. Das FibL hat seine Ergebnisse in einem neuen Faktenblatt "Biolandbau und Biodiversität" zusammengestellt1. Besonders Vögel, räuberische Insekten, Spinnen, Bodenorganismen und die Ackerflora profitieren überdurchschnittlich von biologischer Bewirtschaftung. Schädlinge und indifferente Organismen kommen hingegen in den unterschiedlichen Anbausystemen in ähnlicher Anzahl vor. Die Feldlerche, eine typische Art der offenen Kulturlandschaft, die durch die Intensivierung der Landwirtschaft stark zurückgedrängt wurde, sowie selten gewordene Kiebitze, Rebhühner und Braunkehlchen erreichen bei biologischer Bewirtschaftung höhere Siedlungsdichten. Auch seltene Pflanzenarten und anspruchsvolle Laufkäferarten wurden auf Bioflächen in höherer Vielfalt nachgewiesen.

Neben der Anbauintensität ist der Anteil naturnaher Flächen auf dem Landwirtschaftsbetrieb ein zentraler Faktor für die Erhaltung der Biodiversität. Hecken, arten- und strukturreiche Wiesen und Weiden, Wildblumenstreifen, Brachen und Kleinstrukturen sind als Lebens- oder Rückzugsraum für viele Tierarten überlebenswichtig.

Die auf Biobetrieben festgestellte höhere Artenvielfalt kommt laut FiBL auch den Bauern zu Gute: Hierdurch werden wichtige ökologische Prozesse positiv beeinflusst, wie beispielsweise die Bestäubung, eine Erosionsverminderung von Ackerböden und der Dungabbau auf Weiden. Blüten besuchende Insekten wie Honigbienen, Wildbienen und Hummeln werden durch die höhere Deckung und Vielfalt der Begleitflora in Biogetreidefeldern gefördert. Die Untersuchungen ergaben eine 3-fach bis 7-fach höhere Artenvielfalt und Individuenzahl von Bienen in Ökoflächen als in konventionellen Flächen. Mit zunehmendem Anteil von Ökoflächen in der Ackerlandschaft, so die Studien, steigen auch die Populationen der Wildbienen, Honigbienen und Hummeln in den umliegenden Ackerflächen und naturnahen Flächen. Der biologische Ackerbau verbessert dadurch die Bestäubung von Blütenpflanzen über die eigenen Flächen hinaus.

Zu den Hauptursachen für die höhere Biodiversität zählt das FiBL den Verzicht auf Herbizide und chemisch-synthetische Insektizide, die geringere und rein organische Düngung, den geringeren Viehbesatz pro Fläche, die vielfältigeren Fruchtfolgen mit hohem Kleegrasanteil, eine schonende Bodenpflege (Humuswirtschaft), einen höheren Anteil an naturnahen Flächen und wertvoller Nutz- und Ökoflächen sowie eine vielfältige Betriebsstruktur.

(Susan Haffmans)

1 Das Faktenblatt ist erhältlich unter http://shop.fibl.org/artikel/1524-biodiversitaet.html

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