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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Für eine Welt frei von Endosulfan

28.02.2009, Susan Haffmans

Aus: PAN Germany Pestizid-Brief Januar/Februar 2009

Das Insektizid Endosulfan hat in Entwicklungsländern viele Erkrankungen und Todesfälle verursacht. PAN weist in der neuen Broschüre "Phasing in Alternatives to Endosulfan" Möglichkeiten des Verzichts auf Endosulfan in der Landwirtschaft auf.

Endosulfan steht seit Jahren im Fokus von PAN-Aktivitäten. Dieses Insektizid ist hormonell wirksam und reichert sich in Böden an. Weltweit finden sich Nahrungsmittel mit Endosulfan-Rückständen. Besonders unter Armutsbedingungen stellt Endosulfan ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die lokale Bevölkerung dar. Immer wieder kommt es zu Vergiftungen, auch mit tödlichem Ausgang. PAN hat dies mehrfach dokumentiert und setzt sich für die Aufnahme von Endosulfan in die Rotterdam (PIC) Konvention und für die Aufnahme in die Stockholm (POPs) Konvention ein.

PIC steht für "Prior Informed Consent" ("Vorherige Zustimmung nach Inkenntnissetzung"). Das PIC Verfahren setzt Länder, die gefährliche Chemikalien importieren, in die Lage, zu entscheiden, für welche der unter das PIC-Verfahren fallenden Chemikalien/ Pestizide sie den Import erlauben oder verbieten wollen. Dies stärkt die Rechte der Importländer und soll über den verbesserten Informationsaustausch dazu beitragen, Schäden durch Pestizide zu reduzieren.

Das Ziel de POPs-Konvention ist, globale Umweltprobleme, die durch die Langlebigkeit organischer Schadstoffe verursacht werden, zu vermeiden und weitere Gesundheitsschädigungen von Mensch und Tier zu verhindern. Durch die Umsetzung der Konvention kann nicht nur erreicht werden, dass die Produktion und Anwendung der POPs unterbunden wird, sondern auch, dass Altbestände entsorgt werden.

Mit dem Vorschlag der EU Kommission an den Rat der EU am 2. Juli 2008, sich für die Aufnahme von Endosulfan in Annex I des Protokolls für Persistente Organische Verbindungen (POPs) unter der United Nations Economic Commission for Europe (UN-ECE) Konvention für Luftverunreinigungen auszusprechen, hat PAN einen Etappensieg errungen. Denn dieser Vorschlag hat wichtigen Signalcharakter für die Unterzeichnerstaaten der global gültigen Stockholm Konvention. Um die Aufnahme von Endosulfan in die POPs Konvention wird hart gerungen, weil wenige Nutzerstaaten gemeinsam mit der Pestizidindustrie eine starke Lobby dagegen aufgestellt haben.

Mit der Broschüre "Phasing in Alternatives to Endosulfan. Reasons, experiences and links" macht PAN deutlich, dass ein agrarisches Wirtschaften auch ohne Endosulfan erfolgreich betrieben werden kann. Anhand von Praxisberichten aus Afrika, Asien, Amerika und Europa wird aufgezeigt, wie Bäuerinnen und Bauern rund um den Globus ohne den Einsatz von Endosulfan Kaffee, Baumwolle, Reis, Soja und Äpfel anbauen. Die Broschüre unterstützt somit das PAN Engagement zur Aufnahme von Endosulfan in die Stockholm und die Rotterdam Konferenz. Die nächsten Verhandlungen auf internationaler Ebene stehen an. Die neue Broschüre über Alternativen zum Einsatz von Endosulfan wird die Position derjenigen stärken, die für eine Aufnahme von Endosulfan in die beiden Konventionen streiten und hoffentlich jene überzeugen, die bisher nicht auf Endosulfan verzichten wollen. Ein Endosulfan-Verbot ausgesprochen haben inzwischen 61 Länder. Im Einzelnen handelt es dich um Insgesamt 61 Länder haben Endosulfan bereits verboten. Diese sind:

Österreich, Bahrain, Belgien, Belize, Benin, Bulgarien, Burkina Faso, Kambodscha, Kap Verde, Kolumbien, Côte d'Ivoire, Kroatien, Zypern, Tschechische Republik, Dänemark, Ägypten, Estland, Finnland, Frankreich, Gambia, Deutschland, Griechenland, Guinea-Bissau, Ungarn, Indonesien, Irland, Italien, Jordanien, Kuwait, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malaysia, Mali, Malta, Mauritius, Mauretanien, Niederlande, Neuseeland, Niger, Nigeria, Norwegen, Oman, Polen, Portugal, Katar, Rumänien, Saudi Arabien, Senegal, Singapur, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Sri Lanka, St. Lucia, Schweden, Syrien, Tschad, Vereinigte Arabische Emirate und Großbritannien.

(Susan Haffmans)

Die 8-seitige Broschüre wurde von der PAN international Arbeitsgruppe "Alternativen zu chemischen Pestiziden" unter der Leitung von PAN Germany erstellt und steht unter http://www.pan-germany.org/download/phasing_in_alternatives_to_endosulfan.pdf als Download zur Verfügung. Für die Zusendung einer Druckversion bitte einen frankierten A4-Rückumschlag an PAN Germany senden.

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