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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Imker in Sorge um die Zukunft ihrer Bienenvölker

20.12.2008, PAN Germany, Susan Haffmans

AUS: PAN Germany Pestizid-Brief November/Dezember 2008

Am 6.11.2008 luden die Niedersächsischen Grünen zu einem Fachgespräch über das Bienensterben in den Landtag ein. PAN Germany war mit einem Beitrag zum Thema Bienentod durch Pestizide auf der Fachveranstaltung vertreten und präsentierte Fakten als Grundlage für politische Forderungen und Handlungsempfehlungen.

Ziel des Fachgesprächs war, die Hintergründe des Bienensterbens zu klären und mögliche politische Maßnahmen zum Schutz der Bienen zu diskutieren. Rund 150 Imker waren der Einladung ins Landeshaus gefolgt. Dies machte die große Sorge der Imker deutlich. Im Fachgespräch wurde die ökologisch und ökonomisch große Bedeutung der Honigbienen hervorgehoben. Die Bestäubung durch Bienen und andere Bestäuber ist für das Ökosystem unverzichtbar. Bienen und andere Bestäuber tragen zum Erhalt unserer biologischen Vielfalt bei und haben darüber hinaus erhebliche volkswirtschaftliche Bedeutung. 84 % der in Europa angebauten Kulturpflanzen sind auf Bestäubung angewiesen. Nach Angaben des Deutschen Imker Bundes beträgt der volkswirtschaftliche Wert der Bestäubungsleistung allein in Deutschland ca. 2 Mrd. Euro jährlich. Bestäuber schenken also quasi jeder deutschen Einwohnerin und jedem deutschen Einwohner 24,39 Euro - jedes Jahr. Rund ein Drittel der globalen Lebensmittelproduktion und wahrscheinlich zwei Drittel der wichtigsten Nahrungspflanzen sind von Bestäubungsinsekten abhängig, besonders von Bienen. Umso erschreckender ist, dass die Zahl der Honigbienen zurückgeht. Nach Angaben des Vorsitzenden des Deutschen Berufs und Erwerbs Imkerbundes (DBIB) Manfred Hederer, hat sich die Anzahl der Bienenvölker in Deutschland in den letzen 15 Jahren nahezu halbiert.1

Im Frühjahr 2008 wurde die Öffentlichkeit durch die Vergiftung von 11.500 Bienenvölkern durch das bienengefährliche Pestizid Clothianidin der Firma BAYER Crop Science aufgeschreckt. Neben der Belastung durch Pestizide stellt die Agro-Gentechnik ein großes Problem für Bienen und den Berufsstand der Imkerei dar. So zum Beispiel durch die 3173 Hektar Ackerfläche, die 2008 in Deutschland mit der Gen-Maissorte MON-810 der Firma Monsanto bestellt waren. MON-810 ist ein Bt-Mais. Die so genetisch veränderten Maispflanzen produzieren während ihrer gesamten Wachstumsphase das für Fraßinsekten tödliche Bt-Toxin.

Die ökologischen Folgen dieser Freisetzung sind kaum abzuschätzen. Die wirtschaftlichen Folgen für die Imkerei zeigen sich jetzt schon: Da MON-810 keine Zulassung als unverarbeitetes Lebensmittel hat, verliert Honig, der mit diesen genetisch veränderten Pollen kontaminiert ist, in einigen Bundesländern seine Verkehrsfähigkeit und muss verbrannt werden 2 (siehe PB Okt/Nov 2008). Auch Krankheiten tragen zum Verlust von Bienenvölkern bei, und durch die Ausräumung der Landschaft, die Ausdehnung von Maismonokulturen und die allgemein engen Fruchtfolgen, haben die Bienen vor allem in agrarisch genutzten Gebieten nur ein spärliches Nahrungsangebot.

1 Bienensterben: Die Suche nach der Ursache 24. April 2007 http://www.biosicherheit. de/de/aktuell/565.doku.html
2 Steffi Ober (2008): Agrogentechnik & Bienen. Vortragspräsentation unter http://www.fraktion.grueneniedersachsen.de/cms/default/dokbin/259/259480.vortrag_steffi_ober.pdf
Mehr Infos zum Fachgespräch siehe:www.pan-germany.org.

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