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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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PAN fordert mehr deutsche Verantwortung für die Förderung von Alternativen zum Dauergift DDT bei der Malariabekämpfung

30.10.2008, PAN Germany

Am 3.- 5. November 2008 treffen sich in Genf Regierungsvertreter, um über Maßnahmen zur Implementierung von Alternativen zu DDT in der Malariabekämpfung zu beraten. PAN Germany fordert die Ministerien für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, für Gesundheit, für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie für Umwelt und Naturschutz dazu auf, im Rahmen der Stockholm Konvention mehr Verantwortung dafür zu übernehmen, dass auch in Afrika und Asien künftig auf DDT bei der Malariabekämpfung verzichtet werden kann, Altbestände von DDT sicher entsorgt und neue DDT-Altbestände vermieden werden.

Rund 1 Million Menschen sterben jährlich durch Malaria. Betroffen sind vor allem Menschen in Afrika und dort insbesondere Kinder unter 5 Jahre und Schwangere. Eine Möglichkeit, der Malaria zu begegnen, ist, gegen die Malariaerreger übertragende Anophelesmücke DDT einzusetzen. DDT ist bekanntermaßen gefährlich. Nach der Stockholm Konvention, die durch Deutschland ratifiziert wurde und die rechtlich verbindlich ist, soll DDT weltweit eliminiert werden. Seit Inkrafttreten der Konvention im Jahre 2004 ist der Einsatz von DDT in der Malariabekämpfung jedoch keineswegs entsprechend dem Geist der Konvention gesenkt worden. Im Gegenteil: Es könnte sein, dass der DDT-Einsatz demnächst sogar ansteigt, weil die notwendigen Maßnahmen zur DDT-Eliminierung nicht mit ausreichendem Nachdruck ergriffen werden.

PAN Germany begrüßt nachdrücklich, dass sich am 3.-5. November 2008 Regierungsvertreter in Genf treffen werden, um ein Arbeitsprogramm für die Förderung einer weltweiten Partnerschaft zur Entwicklung von DDT-Alternativen zu entwickeln. PAN Germany kritisiert jedoch die zu schwache und zu wenig strategische Unterstützung des DDT-Ausstiegs durch Deutschland.

Carina Weber, Geschäftsführerin von PAN Germany: Quot;Deutschland hat sich bisher eindeutig zum Geist und Text der Konvention bekannt. Nun muss Deutschland in Zusammenarbeit mit der Europäischen Gemeinschaft tatkräftige Anstrengungen unternehmen, damit ein integrierter Ansatz zur Malariabekämpfung in Problemländern realisiert, schnellstmöglich DDT-Alternativen implementiert, existierende DDT-Altlasten zügig entsorgt und neue DDT-Altlasten verhindert werden." Das Treffen in Genf geschieht im Vorfeld der 4. Vertragsstaatenkonferenz der Stockholm Konvention, die am 4.- 9. Mai 2009 in Genf stattfinden wird. Dort soll dann das Arbeitsprogramm den Vertragsstaaten zur Entscheidung vorgelegt werden. Die Ausrichtung und die finanzielle Ausstattung des Arbeitsprogramms sind u. a. auch von dem Einfluss und den Zusagen Deutschlands abhängig.

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Weitere Informationen:

Carina Weber, PAN Germany, Tel. 040-399 19 10-23, E-Mail: carina.weber(at)pan-germany.org

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