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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Ergebnisse des Lebensmittelmonitoring: PAN und NABU beklagen staatliche Tatenlosigkeit

15.10.2008, PAN Germany und NABU

Die Ergebnisse des jüngsten Lebensmittelmonitorings zeigen, dass in Deutschland Mensch und Umwelt weiterhin untolerierbaren Pestizidrisiken ausgesetzt werden. PAN und NABU fordern von der Bundesregierung, endlich den Nationalen Aktionsplan für Pestizide so auszurichten, dass die anhaltenden Belastungen von Lebensmitteln mit Pestiziden ein Ende haben.

Die deutschen Verbraucher sind der Gefahr ausgesetzt, sich mit Essen zu vergiften. Die durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am 13.10.2008 veröffentlichten Ergebnisse aus dem Lebensmittelmonitoring 2007 zeigen, dass einige Proben von Kopfsalat, Grünkohl, Austernseitlingen und Tomaten so hohe Pestizid¬belastungen aufweisen, dass bei einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind. Zudem sind pflanzliche Lebensmittel häufig mit mehreren Rückständen belastet, im Extremfall des Kopfsalats und des Römischen Salats waren es 79% bzw. 72% der Proben, die mehr als ein Pestizid als Rückstand aufweisen.

Carina Weber, Geschäftsführerin des Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) e.V.: "Die Ergebnisse des Lebensmittelmonitoring werfen erneut ein Schlaglicht auf die deutsche Pestizidpolitik. Der chemische Pflanzenschutz im konventionellen Anbau und das System zu seiner Kontrolle können offensichtlich die grundlegenden Anforderungen des Verbraucher- und Umweltschutzes nicht gewährleisten. Hier muss die Politik endlich umsteuern."

PAN und NABU fordern von der Bundesregierung deshalb nochmals mit Nachdruck eine grundlegende Überarbeitung des Nationalen Aktionsplans für Pestizide. Carina Weber: "Wir brauchen konkrete Maßnahmen und Zeitpläne für einen Umbau des Pflanzenschutzes und der Kontrollen im konventionellen Anbau." Als kurzfristige Maßnahme fordern die beiden Verbände, dass bei Grenzwertüberschreitungen Ross und Reiter benannt werden, wie z.B. die Geschäfte, in denen die auffälligen Proben genommen wurden. "Nur so kann kurzfristig und ohne erheblichen finanziellen Aufwand für Kontrollen in den Bundesländern eine aus¬reichende Abschreckung erreicht werden."

Als ebenso wichtig betrachten PAN und NABU die Reduktion der Mehrfachbelastungen. Florian Schöne, NABU-Agrarexperte: "Die hohen Mehrfachbelastungen von Lebensmitteln mit Pestizidrückständen sind toxikologisch riskant, da sie bisher wissenschaftlich nicht bewertet werden können, aber dennoch erlaubt sind." Der Bio-Anbau zeigt, dass Lebensmittel auch ohne derart hohe Risiken erzeugt werden können.

Hamburg, Berlin, 15.10.2008

Für Nachfragen:
- Susanne Smolka, PAN, Tel. 040-3991910-24, susanne.smolka@pan-germany.org
- Florian Schöne, NABU, Tel. 030-284 984-1615, E-Mail Florian.Schoene@nabu.de

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