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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Syngenta will Paraquat-Zulassung neu beantragen / Dole beendet Paraquat-Einsatz

01.09.2007, Carina Weber

Aus: PAN Germany Pestizid-Brief September/Oktober 2007

Der Pestizidkonzern Syngenta will sich mit der breiten, und inzwischen auch juristischen Front gegen sein lukratives Herbizid Paraquat nicht abfinden und erneut die Aufnahme von Paraquat in den Anhang 1 der EU-Zulassungsrichtlinie beantragen. Gleichzeitig beschließt der Konzern Dole, zukünftig Paraquat nicht mehr in der Agrarproduktion einzusetzen.

Mit Datum vom 9. Oktober 2007 gab der in Basel ansässige Konzern Syngenta bekannt, "dass das Unternehmen, ermutigt durch die Unterstützung zahlreicher Mitgliedstaaten-auch von Großbritannien, das als "Rapporteur"-Mitgliedsstaat den Zulassungsantrag bearbeitet hatte-erneut eine EU-Zulassung für Paraquat beantragen wird."

2003 hatte die EU-Kommission entschieden, dass das Herbizid Paraquat in den Anhang 1 der EU-Zulassungsrichtlinie 91/414 aufgenommen werden soll. Damit wäre der Weg für zukünftige nationale Zulassungen von Produkten, die den Wirkstoff Paraquat enthalten, frei gewesen. Das Gericht Erster Instanz der Europäischen Gemeinschaften annulierte mit Urteil vom 11. Juli 2007 jedoch die Entscheidung der Kommission. Auf dieses Urteil reagierte zum Beispiel Deutschland prompt, indem die Zulassung von paraquathaltigen Präparaten zurückge­zogen wurde.

Syngenta will sich mit diesem Aus für die EU-Vermarktung seines mit Markennamen Gramoxone bisher höchst lukrativ vertriebenen Produktes nicht zufrieden geben. Die Entscheidung des Gerichts beziehe sich, so John Atkin von Syngenta, auf die Art und Weise des Zulassungsverfahrens und darauf, wie die EU-Kommission die rechtlichen Bestimmungen ausgelegt und die Datenanalyse in ihre Entscheidung einbezogen habe. Das Gericht sei, so Atkin, nicht zu dem Schluss gelangt, dass Paraquat ein unsicheres oder gefährliches Produkt sei. Genau dies aber zeigen wissenschaftliche Studien und NGO-Dokumentationen von Paraquat bedingten Vergiftungen, wie mehrfach im Pestizid-Brief berichtet wurde.

Während es in der Presseerklärung von Syngenta vom 9.10.07 heißt: "Paraquat verbessert die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern", gelangte aktuell der Konzern Dole, der weltweit größte Anbieter von frischem Obst, Gemüse und Schnittblumen, zu der Entscheidung, die Nutzung von Paraquat einzustellen. Dole gab bekannt, dass die Dole Food Co. Inc. zukünftig Paraquat-haltige Mittel im Rahmen ihrer Agrarproduktion nicht mehr einsetzen will. Mit Ausnahme des Einsatzes von Paraquat in der Ananasproduktion in Costa Rica, wo die Herausnahme von Paraquat aus der Produktion erst Ende Juni 2008 erfolgen wird, will Dole umgehend mit einem weltweiten Reduktionsprogramm für Paraquat beginnen.


Mehr Informationen über Paraquat sind verfügbar auf der PAN Germany website http://www.pan-germany.org/ oder z. B. unter http://www.evb.ch/p62.html

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