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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Giftiges Obst für EU Parlamentarier

10.10.2007, Gemeinsame Presseerklärung vom BUND Deutschland und PAN Germany

Hamburg/Berlin: Auch EU-Parlamentarier sind wie "Herr/Frau Jedermann" ständig bedenklichen Pestizid-Rückständen in Lebensmitteln ausgesetzt. Dies zeigen die heute in Brüssel von Milieudefensie (Partner des BUND) und dem Pestizid Aktions-Netzwerk Europa vorgestellten Rückstandsergebnisse von Früchten aus dem EU-Parlamentsgebäude. Ende Oktober wird das EU-Parlament über wichtige Gesetzesvorlagen zur Zulassung, Vermarktung und Anwendung von Pestiziden abstimmen. PAN Germany und der BUND fordern die deutschen Parlamentarier auf, sich für Maßnahmen einzusetzen, die den Einsatz dieser gefährlichen Stoffe in der Landwirtschaft reduzieren.

Die Rückstandsergebnisse der im Sommer 2007 im GB Express Supermarkt im Brüssler Parlamentsgebäude gekauften Früchte sind unappetitlich. In allen acht Proben wurden insgesamt 28 verschiedene Pestizide nachgewiesen. Bei diesen Stoffen gibt es entweder den Verdacht oder den Beweis negativer Wirkungen auf die menschliche Gesundheit. Zehn gefundene Pestizide gelten als krebserregend. Rückstände in Aprikosen, Weintrauben und Orangen überstiegen sogar die erlaubten Höchstmengen - das Obst hätte gar nicht angeboten werden dürfen.

Auch die deutschen Verbraucher bekommen vor allem bei konventionellem Obst und Gemüse oft Pestizide mitgeliefert. Nach dem aktuellen Bericht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sind 57,6% aller in Deutschland untersuchten pflanzlichen Lebensmittel mit Pestizidrückständen belastet, in 6,7% der Proben werden die erlaubten Höchstmengen überschritten und in rund 35% aller Proben werden mehrere Pestizide nachgewiesen. Immer mehr Wissenschaftler schlagen Alarm. So können Pestizide bereits bei sehr niedrigen Konzentrationen den Krankheitsverlauf von Parkinson negativ beeinflussen und werden mit Krebserkrankungen wie Leukämie oder das Non-Hodgkin's Lymphom in Zusammenhang gebracht. Kinder sind besonders gefährdet, da ihre Organe und ihr Gehirn sich noch in der Entwicklung befinden.

Ende Oktober werden die EU-Parlamentarier ein Paket neuer Gesetze zur Zulassung, Vermarktung und zur Anwendung von Pestiziden in der ersten Lesung abstimmen. "Dies bietet eine äußerst seltene Chance, grundsätzlich den Weg neu zu bestimmen, wie die Pestizidanwendung in der Europäischen Union zukünftig aussehen soll und welche Schutzstandards für Verbraucher und Umwelt angelegt werden - Wir wünschen uns ein klares Bekenntnis zu mehr Vorsorge", so Geschäftsführerin Carina Weber von PAN Germany.

"Viele Pestizide gelangen nicht nur in unsere Lebensmittel sondern auch in Luft, Boden und Gewässer. Sie gefährden die menschliche Gesundheit und ganz massiv auch die Artenvielfalt", so Katja Vaupel vom BUND. "Nur durch eine konsequente Reduktion des Pestizideinsatzes können Umwelt- und Gesundheit ausreichend geschützt werden." Das Abstimmungsverhalten der Parlamentarier wird auf der heute online gestellten Website www.pesticidewatch.eu veröffentlicht, die durch eine breite Koalition von Nichtregierungsorganisationen unterstützt wird. Die Seite bietet zudem allen interessierten Bürgern die Möglichkeit, ihren gewählten Parlamentariern vorbereitete E-Mail-Briefe zu schicken, um sie aufzufordern, die gefährlichsten Pestizide in Europa vom Markt zu nehmen und sich stärker für den Schutz empfindlicher Gruppen, wie Kinder und Babys bei Pestizidrisiken einzusetzen.

Die Studie: Hazardous Pesticides in the European Parliament von Milieudefensie und PAN Europe ist als Download unter http://www.pan-germany.org/download/Hazardous_Pesticides_ in_the_European_Parliament.pdf verfügbar.

Pressekontakt::
Susanne Smolka, Tel. 040-399 19 10-24, E-Mail: susanne.smolka(at)pan-germany.org,
Katrin Rieger, Tel: 030-275 86 464, E-Mail: katrin.rieger(at)bund.net

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