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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Produktfälschungen nehmen zu

01.01.2007, Susanne Smolka

Aus: PAN Germany Pestizid-Brief Januar/Februar 2007

Die europäische Pflanzenschutzvereinigung ECPA warnt vor zunehmenden Produktfälschungen bei Pestiziden. Es geht um die Sicherung kommerzieller Interessen, aber auch um kaum abschätzbare Risiken für Umwelt und auch für die Gesundheit.

Die europäischen Pestizidanwender werden von ECPA davor gewarnt, auf Billigangebote bei Pestiziden hereinzufallen - es könnte sich um Fälschungen handeln. Das Problem kostet die Pestizidindustrie jährlich rund 650 Millionen US-$ oder 5-7% des Umsatzes.

Ergattert man im Urlaub oder beim Onlineshopping ein Schnäppchen an Markenschuhen, Taschen oder Sportswear, das sich später als Fälschung herausstellt, so ist das ärgerlich für den Konsumenten und schlecht fürs Geschäft der Markenfirma. Geht es jedoch um Pestizide, so wird es, wie bei gefälschten Pharmazeutika, gefährlich.

Auch ECPA sieht die Gefahr, dass solche ungeprüften und potenziell gefährlichen Stoffe sich in Obst und Gemüse wiederfinden können und sie für die Verbraucher ein Gesundheitsrisiko darstellen. Riskant sind sie auch für jene Personen, die sie anwenden. Zudem können sie die Umwelt belasten und für den Landwirt zu erheblichen Ernteverlusten (durch Nicht-Wirkung) führen.

Häufig handelt es sich um Patentverletzungen. Die Hersteller können durch eine verbesserte Verpackung und Etikettierung dem Problem entgegenwirken. Momentan ist jedoch eine weitere Zunahme festzustellen, so die Experten. Das Ausmaß des Problems ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Es wird davon ausgegangen, dass in Polen gut 10% aller Pestizide gefälscht sind. In der spanischen Region Almeria wird der Anteil sogar auf 25% geschätzt. Eine neue ECPA-Kampagne soll sich mit zwei Projekten genau in diesen beiden Regionen um Aufklärung und Weiterbildung der Landwirte bemühen.


1Fake pesticides pose treat - flood of counterfeit chemicals is harming people and industrie. BioEd Online, 5. Nov. 2006: http://www.bioedonline.org/news/news-print.cfm?art=2903

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