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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Pestizid-Reduktionsprogramm: Agrarminister müssen aktiver werden

17.04.2007, PAN Germany Presse-Information

Im Vorfeld der morgigen Frühjahrskonferenz der Agrarminister veröffentlicht PAN Germany die Ergebnisse einer Umfrage zur Umsetzung des Pestizid-Reduktionsprogramms unter den Agrarministern und fordert mehr Engagement der Bundesländer.

Im März 2005 sagten die Agrarminister der Bundesländer zu, das damals neue "Reduktionsprogramm chemischer Pflanzenschutz" zu unterstützen. Als Ziel wurde festgelegt, den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft innerhalb von 10 Jahren um 15 % zu senken. Dies käme der Umwelt und der menschlichen Gesundheit zugute, würde die Betriebskosten der Landwirte senken und die Marktposition der deutschen Landwirtschaft stärken. Eine aktuelle Umfrage von PAN Germany bei den zuständigen Ministern und Senatoren der Bundesländer belegt jedoch, dass das Programm nicht mit dem erforderlichen Nachdruck umgesetzt wird.

PAN wollte wissen, ob der Integrierte Pflanzenbau z.B. im Rahmen von Agrar-Umweltprogrammen gefördert wird und ob Maßnahmen zur Ausweitung der landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung im Bereich Pflanzenschutz ergriffen wurden.

Das Reduktionsprogramm hält eine Intensivierung solcher Maßnahmen für notwendig. Durch den fachkundigen Einsatz präventiver Maßnahmen des Pflanzenschutzes und biologische Pflanzenschutzverfahren - unterstützt durch finanzielle Förderung - kann die Abhängigkeit der Landwirte vom Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide ohne Inkaufnahme betriebswirtschaftlicher Nachteile verringert werden.

Das Ergebnis der PAN-Umfrage lautet: Gut schneiden Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ab, die auch in der neuen Förderperiode 2007-2013 den kontrolliert-integrierten Obst- und Gemüsebau fördern wollen. Positiv ist auch, dass Hessen Sachkundeschulungen für ausländische Arbeitskräfte anbietet und Mecklenburg-Vorpommern 2006 einen Fortbildungsnachweis für Pestizidanwender eingeführt hat. Insgesamt betrachtet wurde bislang jedoch sehr wenig gezielt im Sinne des Reduktionsprogramms getan. Carina Weber, Geschäftsführerin von PAN Germany: "Eine systematische Umsetzung von Maßnahmen im Sinne des Pestizid-Reduktionsprogramms wird bislang nicht sichtbar. Althergebrachte Maßnahmen werden oft einfach nur unter das Siegel ‘Reduktionsprogramm’ gestellt." PAN fordert die Agrarminister auf, klare Signale für eine Umsetzung des Programms zu setzen und dem Ziel der Minderung der Intensität des chemischen Pflanzenschutzes treu zu bleiben.

(300 Wörter, 2.471 Zeichen mit Leerzeichen)

Der Umfrage-Bericht "Zwei Jahre Pestizid-Reduktionsprogramm in Deutschland - Wie aktiv sind die Bundesländer?" ist als PDF-Download auf der PAN Germany-Homepage unter http://www.pan-germany.org/download/umfrage-bericht07.pdf verfügbar.

Weitere Informationen: Susanne Smolka, Tel. 040-399 19 10-24 (susanne.smolka@pan-germany.org)

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