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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Entscheidungen im Falle Vinclozolin & Co.

01.09.2006, PAN Germany, Susanne Smolka

In der Januarausgabe des PB wurde unter dem Titel: "Vinclozolin und Co: Heftiges Gerangel bei EU-Pestizidzulassung" der harte Kampf um das Schicksal von acht sehr bedenklichen Pestizidwirkstoffen dokumentiert. Nun sind Entscheidungen gefallen.

Rückblick: Trotz eindeutiger fachlicher Bewertungen zu unakzeptablen Gesundheits- und Umweltrisiken der Pestizide Carbendazim, Fenarimol, Methamidophos, Azinophos-methyl, Dinocab, Flusilazol, Procymidon und Vinclozolin setzte sich die EU-Kommission vehement für die Aufnahme der Wirkstoffe in den Anhang 1 der Pestizidzulassungs-Richtlinie 91/414 und somit für den weiteren Einsatz dieser Pestizide ein. Als eine Art Kompromiss sollten die Stoffe bereits auf der Ebene der EU-Zulassung mit strikten Anwendungsbeschränkungen versehen werden.

Durch eine starke Opposition aus Mitgliedsstaaten, PAN und anderen NGOs konnte dies doch noch für die meisten Wirkstoffe verhindert werden. Zunächst entschieden die Mitgliedsstaaten Ende Juli, die zwei hormonell wirksamen Pestizide Azinophos-Methyl und Vinclozolin zu verbieten. Anschließend gingen die Verhandlungen für die verbliebenen 6 Wirkstoffe weiter. Die EU-Kommission musste die Anträge ändern und wird diese, da alle Entscheidungsinstanzen durchlaufen wurden, annehmen. Danach werden vier Stoffe nach einer Frist von 18 Monaten verboten werden. Dies sind: Fenarimol, Flusilazol, Methamidophos und Procymidon. Eine Zulassung für weitere drei Jahre, anstatt der zuvor vorgesehenen sieben Jahre, werden aller Voraussicht nach die Pestizide Dinocab und Carbendazim erhalten.

Von PAN wird der Schwenk der EU-Kommission hin zu einer höheren Wertschätzung des Vorsorgeprinzips und der öffentlichen Interessen begrüßt, der allerdings erst nach heftiger Kritik erfolgte. Es zeigt sich zudem die Notwendigkeit, die Transparenz in Entscheidungsverfahren bei Pestizidzulassungen deutlich zu verbessern.

(Susanne Smolka)

(aus: PAN Germany Pestizid-Brief September/Oktober 2006)

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