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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Illegale Pestizidanwendungen unterschätzt

07.12.2006, PAN Germany Presse-Information

Eine neue Studie von PAN Germany belegt, dass die Bundesregierung das Ausmaß illegaler Pestizidanwendungen grob unterschätzt.

Die Pflanzenschutzkontrolle der Bundesländer stellte bei Betriebsinspektionen 2004 fest, dass in rund 4% der kontrollierten Betriebe unzulässige Pestizide eingesetzt wurden. Dies ist im Bericht des Bundes zum Pflanzenschutz-Kontrollprogramm 2005 nachzulesen. Den Ergebnissen der neuen Studie des Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany) zufolge drückt diese Zahl jedoch keineswegs das wirkliche Ausmaß des Problems aus.

Um die staatlichen Angaben über illegale Anwendungen von Pestiziden in Deutschland zu überprüfen, wertete PAN Germany die öffentlich zugänglichen Daten über Pestizidrückstände in Lebensmitteln deutscher Herkunft aus. Das Ergebnis lautet für 2004: In 13% der Proben befanden sich Rückstände von Pestiziden, die aufgrund der Zulassungssituation nicht hätten angewendet werden dürfen. In über der Hälfte der untersuchten Anbaukulturen (54%) - vom Apfel bis zur Tomate - wurden illegale Pestizidanwendungen festgestellt. Auch wenn die Zahlen der Pflanzenschutzkontrolle und die PAN-Zahlen nicht direkt miteinander vergleichbar sind, rechtfertigen sie doch die Aussage, dass das Problem weit größer ist, als bisher durch die behördlich genannten 4% ausgedrückt wird.

Viele der gefundenen Wirkstoffe sind gefährlich für die Umwelt. In einigen Fällen waren die Rückstände illegal eingesetzter Pestizide so hoch, dass eine Gesundheitsgefährdung der Verbraucher nicht ausgeschlossen werden kann. Da viele Pestizide nicht so langlebig sind, dass sie noch als Pestizidrückstand nachgewiesen werden können, handelt es sich bei der Angabe von PAN um eine konservative Schätzung, die nicht das gesamte Ausmaß der illegalen Pestizidanwendungen abbildet.

Carina Weber, PAN Germany Programm-Geschäftsführerin: "Die offiziellen Angaben über illegale Pestizidanwendungen stellen das Problem nicht angemessen dar. Über die Nutzung aller öffentlich verfügbaren Daten wird sichtbar, dass wir in Deutschland mit einem erheblichen Problem illegaler Pestizidanwendungen konfrontiert sind."

Immer noch agieren die verschiedenen, mit der Überwachung und Kontrolle von Pestizidanwendungen betrauten Behörden nicht ausreichend koordiniert und nicht ausreichend intensiv. PAN fordert daher die Behörden auf, endlich Hand in Hand zu arbeiten und zur Reduktion der illegalen Anwendungen alle Möglichkeiten der Identifizierung und der Lösung des Problems zu nutzen.

Weitere Informationen:
Carina Weber, Tel. 040-399 19 10-23, E-Mail: carina.weber@pan-germany.org

Download der Broschüre "Pestizid-Rückstände in Lebensmitteln: Spiegel illegaler Pestizid-Anwendungen", (pdf-file, 817 kb)

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