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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Mehr Transparenz bei Pestizidexporten gefordert

24.02.2004, PAN Germany Presse-Information

Beim Handel mit Pestiziden bestehen grundsätzlich große Informationslücken. Das stellt PAN Germany anlässlich des heutigen Inkrafttretens der Rotterdam Konvention fest. In einer neuen Broschüre belegt PAN Germany gemeinsam mit BROT FÜR DIE WELT die Forderung nach mehr Transparenz im Pestizidexport.

Besonders in Entwicklungsländern, denen oft ein soziales, ökologisches und arbeitsrechtliches Schutzsystem fehlt, bringt der internationale Handel mit gefährlichen Pestiziden erhebliche Risiken mit sich. Jährlich werden Millionen Menschen in diesen Ländern Opfer von Vergiftungen durch Pestizide. Völkerrechtlich verbindliche Abkommen können dabei helfen, Umwelt- und Gesundheitsrisiken durch gefährliche Chemikalien zu begrenzen. Mit der heute in Kraft getretenen Rotterdam Konvention wird das Vefahren zur gegenseitigen Information beim internationalen Handel mit bestimmten gefährlichen Chemikalien geregelt. Dieses Verfahren, in Englisch als Prior Informed Consent (PIC) bezeichnet, gilt für Industriechemikalien und Pestizide.


Mit dem PIC-Verfahren sollen Importstaaten in die Lage versetzt werden, auf informierter Basis Importe bestimmter gefährlicher Chemikalien ablehnen oder erlauben zu können - ein wichtiger Schritt in Richtung eines verantwortungsvollen Umgangs mit giftigen Industriechemikalien und Pestiziden. Die PIC-Konvention fordert auf internationaler Ebene für bestimmte gefährliche Pestizide mehr Transparenz und geteilte Verantwortung zwischen Import- und Exportstaaten. Beim Handel mit aus Deutschland exportierten Pestiziden bestehen jedoch große Informationslücken. Deutsche Konzerne sind Spitzenreiter auf dem Weltmarkt der Pestizide. Es ist öffentlich aber nicht einmal ansatzweise nachvollziehbar, welche Produkte mit welchen Wirkstoffen in welche Länder von Deutschland exportiert werden.


"Ohne detaillierte Informationen über den Pestizidexport aus Deutschland fehlt jede Grundlage für eine sachgerechte Politikgestaltung, die der globalen Verantwortung Deutschlands als Spitzenexporteur von Pestiziden gerecht wird. Die Bundesregierung muss mehr Transparenz beim Pestizidexport schaffen. Die Meldepflicht über den Pestizidexport muss hierfür erweitert werden und gemeldete Daten veröffentlicht werden", fordert Karina Nikov von PAN Germany.


In der aktuellen Broschüre "Für einen gläsernen Pestizidexport" stellen PAN Germany und BROT FÜR DIE WELT detailliert dar, welche Informationen zum Pestizidexport in Deutschland bisher verfügbar sind, warum die Dokumentation und Veröffentlichung der Wege der Pestizide vom Hersteller bis zum Einsatz dringend notwendig sind und welche Wege die Bundesregierung hierfür beschreiten muss.


Die Broschüre kann von der PAN Germany Homepage(www.pan-germany.org) als pdf-Dokument heruntergeladen oder in gedruckter Version bestellt werden.


Weitere Informationen: Karina Nikov, Tel. 040-3991910-26 (karina.nikov@pan-germany.org)

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