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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Großer Rückschlag für den Umwelt- und Verbraucherschutz: EU entscheidet sich für giftiges Pestizid Paraquat

06.10.2003, PAN Germany Presse-Information

Nachdem der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit der Europäischen Kommission die Entscheidung über das hochgiftige Pestizid Paraquat bereits viermal vertagt hatte, sprach sich die EU am vergangenen Freitag für eine Aufnahme von Paraquat in die sogenannte "Positivliste" der EU-Richtlinie 91/414/EEC aus. Paraquat-Produkte können jetzt weiterhin auf nationaler Ebene für den Einsatz in der EU zugelassen werden.

Eine breite Koalition europäischer und deutscher Gewerkschaften sowie Umwelt- und Naturschutzorganisationen¹ appellierten mit mehreren offenen Briefen² auf nationaler und auf EU-Ebene an die Verantwortlichen der EU und der Mitgliedsstaaten, sich gegen das Herbizid Paraquat auszusprechen.

Paraquat ist eine extrem gefährliche Substanz, die ernste und irreversible Gesundheitsschäden verursachen kann. Die hohe Giftigkeit von Paraquat, für das kein Gegenmittel existiert, kann zu schwerwiegenden Erkrankungen bis hin zum Tod führen. Langzeitschäden schließen möglicherweise sogar Krebs und Parkinson³ mit ein. Zudem wiesen Studien darauf hin, dass Paraquat möglicherweise negative Auswirkungen auf Hasen und Vögel ausübt und sich im Boden anreichern kann. Aufgrund seiner hohen Toxizität wurde der Einsatz von Paraquat bereits in Österreich, Dänemark, Finnland und Schweden verboten; in Deutschland stark eingeschränkt.

Carina Weber, Geschäftsführerin von PAN Germany, bedauert: "Mit einer Entscheidung gegen das extrem giftige Paraquat hätte Europa ein Zeichen für den Umwelt- und Verbraucherschutz setzen können. Statt dessen wurde vermeintlichen wirtschaftlichen Interessen Vorrang eingeräumt. Wir sind äußerst besorgt über diese Entscheidung."

"Durch die Aufnahme von Paraquat in die Positivliste wird nun ein zunehmender Einsatz dieser toxischen Substanz möglich. Die Entscheidung könnte Paraquat auf Märkte zurückbringen, auf denen es zur Zeit verboten ist. Darüber hinaus wird diese Entscheidung den weiteren Einsatz in Entwicklungsländern ermutigen, trotz der bekannten Gefährdungen für Mensch und Umwelt", sagt Ron Oswald, Generalsekretär der internationalen Gewerkschaft IUF.



Rückfragen an: Karina Nikov, Tel. 040-3991910-26 (karina.nikov@pan-germany.org)

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