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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Gefährliche Dauergifte weltweit verbieten

22.05.2002, PAN Germany Presse-Information

Anlässlich des Jahrestages der Unterzeichnung der Stockholmer POPs Konvention ruft PAN Germany zur zügigen Umsetzung dieses wichtigen Übereinkommens auf und fordert die Aufnahme weiterer gefährlicher Dauergifte in die Konvention.

Genau ein Jahr nach der Verabschiedung der Stockholmer POPs Konvention, die das weltweite Verbot von besonders gefährlichen Dauergiften (Persistent Organic Pollutants - POPs) regeln soll, ist immer noch nicht absehbar, wann dieses wichtige Übereinkommen in Kraft treten wird. Von den 141 Unterzeichnerstaaten haben erst 8 die Konvention in nationales Recht umgesetzt. Verbindlich wird das Abkommen aber erst, wenn es 50 Staaten ratifiziert haben. PAN Germany spricht Deutschland seine Anerkennung dafür aus, dass es als zweites europäisches Land am 25. April 2002 die Konvention ratifiziert hat. "Allerdings", so Susanne Smolka von PAN Germany, "sollte sich die Bundesregierung nun für den nächsten notwendigen Schritt stark machen, nämlich die Erweiterung der Schadstoffliste." Dies forderte auch der Bundesrat im Januar in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf der Konvention.
Bislang stehen auf der Verbotsliste 12 langlebige organische Schadstoffe, darunter neun Pestizide. Eine Reihe anderer Pestizide sind in ihren Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit jedoch genauso gefährlich und müssen unbedingt auf die POPs-Liste. Dazu gehören vor allem die drei langlebigen Pestizide Lindan, Chlordecon und Endosulfan. Lindan wurde früher häufig als Holzschutzmittel verstrichen und wird erst jetzt in der EU im Pflanzenschutz verboten. Dennoch wird es immer noch - u.a. als Mittel gegen Kopfläuse - in Deutschland angeboten. Lindan belastet weltweit Umwelt und Menschen, ist selbst in der Muttermilch nachweisbar und kann das Hormonsystem von Mensch und Tier stören. Ähnlich gefährlich sind Chlordecon (im Pflanzenschutz verboten, jedoch in Europa als Haushaltsinsektizid erlaubt) und Endosulfan, dessen Einsatz zu häufigen und hohen Belastungen von pflanzlichen Lebensmitteln (z.B. Paprika) führt.


Weitere Informationen: Susanne Smolka, Tel. 040-39.91.91.0-24, E-Mail: susanne.smolka@pan-germany.org

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