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Bayer-Pestizid tötet Kinder in Peru

05.09.2002, PAN Germany Presse-Information

Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) e.V.

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Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) e.V.

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Parlamentarischer Untersuchungsausschuss macht die Bayer AG für 24 tödliche Pestizidvergiftungen verantwortlich. Betroffene Familien fordern Ausschluss des Unternehmens vom UN Global Compact.


Die Bayer AG hat über Jahre hinweg als Hauptimporteur Parathion-ethyl und -methyl, beide extrem gefährliche und hochgiftige Organophosphat-Insektenvernichtungsmittel, nach Peru eingeführt. Das Insektengift mit dem Produktnamen "Folidol" wurde vor allem in entlegenen Andenregionen an Kleinbauern vermarktet.


Im Oktober 1999 starben im Dorf Tauccamarca 24 Kinder, nachdem sie in der Schule verunreinigtes Milchpulver zu trinken bekamen. 18 weitere wurden schwer vergiftet. Der peruanische Kongress berief daraufhin einen Untersuchungsausschuss ein, der jetzt seinen Abschlussbericht vorlegte. Demnach führten ungenügende Sicherheitsmaßnahmen zu den Vergiftungen: Das Bayer-Produkt Folidol ist ein weißes Pulver, das Milchpulver ähnelt. Es enthielt keinen Warn-Geruch und wurde in durchsichtigen Tüten am Straßenrand verkauft. Informationen zur Gefährlichkeit der Produkte fehlten entweder ganz oder waren in Spanisch abgefasst - die Bewohner des Hochlandes sind jedoch überwiegend Analphabeten, die Quetschua sprechen. Statt mit Warn-Piktogrammen waren die Tüten mit Abbildungen von Gemüse bedruckt. Der Ausschuss fordert, dass die Bayer AG und die Regierung die betroffenen Familien entschädigen.


PAN Germany fordert schon seit Jahren, dass insbesondere in Entwicklungsländern unter Armutsbedingungen keine derart giftigen Pestizide vermarktet werden dürfen. "Es ist unakzeptabel, dass es weltweit immer wieder zu teilweise tödlichen Pestizidvergiftungen kommt, obwohl mit dem ökologischen Landbau eine ungefährliche und der sozio-ökonomischen Situation angepasste Alternative zur Verfügung steht", meint Carina Weber, PAN Germany Geschäftsführerin. Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren ergänzt: " Trotz jahrelanger Warnungen hält Bayer an dem Verkauf hochgefährlicher Pestizide fest und trägt damit die Verantwortung für den Tod der Kinder. Das Unternehmen muss endlich seine Ankündigung aus dem Jahr 1995 umsetzen, alle Wirkstoffe der Gefahrenklasse I weltweit vom Markt zu nehmen."


Die betroffenen Eltern haben sich zudem mit einem Brief an den UN Generalsekretär Kofi Annan gewandt. Darin fordern sie ihn auf, die Bayer AG vom Global Compact auszuschließen. Dabei handelt es sich um eine Partnerschaft der Vereinten Nationen mit Unternehmen, die sich u.a. zum Schutz der Menschenrechte und zu einem umsichtigen Umgang mit der Umwelt verpflichten.

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