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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Großflächige Vergiftung durch Agrarpestizid

25.09.2001, PAN Germany Presse-Information

Die fahrlässige Ausbringung des Pestizids Brasan durch die Peeneland Agrar GmbH im Landkreis Ostvorpommern führte zu Gesundheitsbeschwerden und Ernteausfällen.

Anfang September besprühte der Agrarindustriebetrieb Peeneland Agrar GmbH rund 800 Hektar Rapsfelder in und um Pulow, Landkreis Ostvorpommern, mit dem Unkrautvernichtungsmittel Brasan. Das Agrargift verteilte sich durch den Wind auf die umliegenden Kleingärten und Privatgrundstücke. Die Bevölkerung klagte daraufhin über Gesundheitsbeschwerden wie z.B. Hautausschlag, chronische Müdigkeit, kurze Fieberanfälle oder Reizung der Atemwege. Gartensträucher und Jungtriebe von Gemüsepflanzen färbten sich weißlich und starben zum Teil ab. Der Sachverständige des staatlichen Landespflanzenschutzamtes warnt vor dem Verzehr von betroffenem Obst und Gemüse.

Bio-Anbaubetrieb deckte Skandal auf
Die Kräutergarten Pommerland e.G., die biologische Heil- und Gewürzkräuter anbaut, wurde als erste auf den Giftskandal aufmerksam. Mitarbeiter stellten die plötzliche Schädigung der Melissenernte fest und riefen staatliche Stellen zu Hilfe. "Die Auswirkungen sind fatal", so Simon Schaefer vom Vorstand der Genossenschaft. "Die Verseuchung der Felder führt zu einem kompletten Ernteverlust und lässt eine Rückstufung im Anerkennungsverfahren als ökologische Fläche befürchten."

Peeneland Agrar GmbH gesteht Fehlverhalten ein
Die Geschäftsführer der Peeneland Agrar GmbH gestehen die fahrlässige Anwendung des Pestizids ein und sind bereit, für die von ihnen verursachten Schäden aufzukommen. Da das Mittel stark flüchtig ist, sollte es eigentlich nicht bei starkem Wind und nur mit einem Sicherheitsabstand zu benachbarten Flächen ausgebracht werden. Der Betrieb hielt sich jedoch nicht an die Regel.

PAN Germany fordert Zulassungsstopp für Brasan
Das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany) fordert, Brasan vom Markt zu nehmen. Brasan kann, so PAN Germany, zu irreversiblen Schäden der menschlichen Gesundheit führen.
Der Anwendungsfehler verdeutlicht im besonderen Maße die Problematik des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft. PAN Germany betont deshalb, dass gesundheits- und umweltgefährdende Pestizide im Rahmen der Agrarwende durch umweltschonende Landwirtschaftsmethoden ersetzt werden müssen.

Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany), Nernstweg 32, 22765 Hamburg
E-Mail: info@pan-germany.org

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