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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Pestizidmarkt 2004: Starker globaler Zuwachs

01.05.2005, Carina Weber

Im Mai 2005 legte der Industrieverband Agrar (IVA), dessen Mitgliedsfirmen 95% des deutschen Marktes beherrschen, den diesjährigen Geschäftsbericht vor. Danach stieg der Pestizidweltmarkt kräftig an, während der Inlandsabsatz auf gleichem Niveau verharrte und der Export rückgängig war.

"Der Weltmarkt für Pflanzenschutzmittel ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen. Er wird auf 32,2 Mrd. Dollar geschätzt, 13 Prozent mehr als 2003." Dies verkündete Niels Pörksen für den IVA im Mai 2005 gegenüber der Presse. Der wichtigste Antriebsmotor sei Lateinamerika gewesen. Die dortigen Soja-Monokulturen waren vom asiatischen Bohnenrost befallen. Aber auch in Asien und Europa wurde mehr Umsatz erzielt.

Die Exporterlöse der IVA-Mitgliedsfirmen gingen um 6,3% auf 2 Mrd. Euro zurück. Auch weiterhin ging der weit überwiegende Anteil der in Deutschland produzierten Pestizide ins Ausland. Von den 85.218 Tonnen im Inland produzierter Wirkstoffe wurden 80.295 Tonnen exportiert.

Nach der Erweiterung ist die EU nach Aussage des IVA jetzt die bedeutsamste Region des Pestizid-Weltmarktes. Innerhalb dieser Region stieg der Umsatz in Westeuropa um rund 4% auf 5,9 Mrd. Euro (Weltmarktanteil: 22,8%). Diese Stellung wird mit einer Ausweitung der Getreidefläche und einer Zunahme des Zuckerrübenanbaus sowie den Witterungsverhältnissen erklärt. Im Ländervergleich steht Deutschland (19%) nach Frankreich (29%) an zweiter Stelle, gefolgt von Italien (13%), Spanien (12%) und England (10%). Die 10 neuen EU-Mitgliedsländer stellen bisher einen relativ kleinen Markt dar. Das Marktvolumen dieser 10 Länder entspricht bei insgesamt geschätzten 710 Mio. Euro dem von Italien.

In Deutschland war die Situation weitgehend unverändert. 1,07 Mrd. Euro erzielten die IVA-Mitgliedsfirmen im vergangenen Jahr und damit 0,3% weniger als im Vorjahr. Ein Blick auf die Wirkstoffgruppen zeigt unterschiedliche Entwicklungen: Während der Umsatz mit Herbiziden rückläufig war (-4,6% auf 500 Mio. Euro), gab es einen Anstieg bei den Fungiziden (+4,3% auf 409 Mio. Euro) sowie bei den sonstigen Pestiziden und keine Veränderung bei den Insektiziden (110 Mio. Euro).

In seinem Resümee über die Inlandsentwicklung gelangt der IVA zu folgender Aussage: "Berücksichtigt man die jetzt auf 125 Mio. Euro abgebauten Bestände beim Großhandel und den auf 51 Millionen Euro geschätzten Wert der Parallelimporte, ergibt sich daraus wertmäßig eine Verbrauchszunahme in der Landwirtschaft von 4,6 Prozent für das Jahr 2004. Von ersten Vorzeichen für die Wirkung des "Reduktionsprogramm chemischer Pflanzenschutz" ist also keine Spur erkennbar. Schließlich reiht sich 2004 unauffällig in die Entwicklung des deutschen Pestizidmarktes der vergangenen Jahre ein, die bei leichtem Auf und Ab keine wesentlichen Veränderungen aufweist.

(Carina Weber)


(Aus: PAN Germany Pestizid-Brief Mai/Juni 2005)

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