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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Erste Vertragsstaatenkonferenz zur POPs Konvention

01.05.2005, Alexandra Baier

Anfang Mai 2005 tagten in Uruguay erstmalig nach Inkrafttreten der Stockholm Konvention über persistente organische Stoffe (POPs) die Vertragsstaaten dieser internationalen Vereinbarung und verhandelten über die Umsetzung der Konvention sowie die Aufnahme weiterer Stoffe in die Liste.

Ein wesentliches Ergebnis der Konferenz ist nach Angaben der Vereinten Nationen die Etablierung eines "POPs Review Committee", eines Gremiums, das verantwortlich sein wird für die Evaluierung zusätzlicher Chemikalien, die zu der Liste der bisherigen 12 Stoffe, davon 9 Pestizide, hinzugefügt werden sollen. Das Gremium wird seine Arbeit mit der Bewertung von vier Chemikalien - zwei Flammschutzmitteln und zwei Pestiziden - beginnen. Die Chemikalien wurden im Vorfeld oder Verlauf der Vertragsstaatenkonferenz vorgeschlagen. So schlug Mexiko die Chemikaliengruppe der Hexachlorcyclohexane (inkl. Lindan) und die EU das Pestizid Chlordecon vor.

Weiterhin einigten sich die Vertragsstaaten darauf, den Erfolg der Konvention hinsichtlich der Senkung der Umweltbelastung mit POPs zu evaluieren. Obwohl die POPs Konvention auch für DDT das weltweite Verbot anstrebt, wurde zugestanden, dass das Pestizid in ungefähr 25 Ländern in kontrollierten Mengen zur Bekämpfung von Malaria übertragenden Moskitos eingesetzt werden kann. In drei Jahren soll überprüft werden, welche Fortschritte zur Entwicklung von sicheren, bezahlbaren und auf lokaler Ebene effektiven Alternativen gemacht wurden.¹ Diese langjährige Ausnahmeregelung ist diskussionswürdig, wie der Beitrag von Romy Quijano im letzten Pestizid-Brief gezeigt hat.²

(Alexandra Baier)

¹ UN News Service (2005): Governments to take decisive action to implement UN-backed treaty against organic pollutants. Im Internet unter http://www.un.org/apps/news/printnews.asp? nid=14200, zitiert am 17.05.2005

² Quijano R. (2005): DDT & Malaria - Eine Kritik der DDT-Propagandisten. In: Pestizid-Brief März/April 2005, S. 6-7

(Aus PAN Germany Pestizid-Brief Mai/Juni 2005)

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