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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Schwierige Umsetzung der Stockholm Konvention in China

01.01.2005, Carina Weber

Die 2004 in Kraft getretene Stockholm Konvention zur weltweiten Beseitigung von gefährlichen persistenten organischen chemischen Verbindungen (POPs) sieht nationale Programme zur Umsetzung vor. Aufgrund seiner Größe und des vergleichsweise großen Stellenwertes der POPs-Problematik in China ist dieses Land entscheidend für Fortschritte bei der globalen Eliminierung von POPs. In China wurde jüngst jedoch verlautet, dass es Probleme bei der Umsetzung der Beseitigung von POPs gibt. Nun soll das Land Hilfe bekommen.

China hat die Arbeit zur Eliminierung jener POPs, die unter die Stockholm Konvention fallen, begonnen. Wie Ende 2004 jedoch verlautet wurde, waren kaum Fortschritte zu verzeichnen. Als Begründung wurde angegeben, dass China mit Problemen im Bereich der Finanzierung, des öffentlichen Bewusstseins über die POPs-Problematik und bezüglich einer adäquaten Infrastruktur und Technolgie konfrontiert sei. Insgesamt vier der unter die POPs-Konvention fallenden Pestizide werden immer noch in China produziert und auch verwendet. Hierzu zählen Chlordan, DDT, Hexachlorbenzen und Mirex. Obwohl Alternativen zur Verfügung stehen, werden sie aufgrund der höheren Kosten für die Bauern nicht genutzt. Verzögerungen existieren auch bei der Identifizierung von POPs-Lagerbeständen. In diesem Zusammenhang werden geschätzte Kosten von 400 Mio. Dollar genannt.

Aufgrund der Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Stockholm Konvention hatte China Ende 2004 zu internationaler Hilfe im Bereich der Finanzierung sowie im Bereich der technischen Hilfe aufgerufen. Dieser Hilferuf wurde erhört. Rund 12 Mio. Dollar sollen aus den Mitteln der Stockholm Konvention an China fließen.

Das Institut für die Kontrolle von Pestiziden des chinesischen Landwirtschaftsministeriums (ICAMA) stellte fest, dass die Eliminierung der POPs in China zunächst nachteilige Effekte für die chinesische Pestizidindustrie und auf den Pestizidexport aus China haben wird. Längerfristig erwartet das ICAMA einen positiven Effekt für die Pestizidindustrie.

Bisher wurden in China von offizieller Seite drei Programme zur Entwicklung von Alternativen zu hochtoxischen Pestiziden begonnen. Das Ministerium für Technologie leitet eine Durchführbarkeitsstudie zur Einführung von Pyrethroid-Insektiziden in Reis. Das Landwirtschaftsministerium wird Versuche zur Substitution von hochgiftigen Pestizidpräparaten durch weniger giftige Präparate durchführen. Die nationale Entwicklungs- und Reformkommission wird Kredite an Firmen vergeben, um zu veranlassen, dass diese ihre Produktion von gefährlichen auf weniger gefährliche Pestizide umstellen.

Mit diesen Investitionen wird der chemische Pflanzenschutz in China weiterhin gefestigt, da die Programme darauf abzielen, chemische Produkte durch andere chemische Produkte zu ersetzen. In den nicht-chemischen Pflanzenschutz wird über diese Investitionen nicht sichtbar investiert, obwohl das Land über eine sehr lange und vielfältige Tradition im nicht-chemischen Pflanzenschutz verfügt.

(Carina Weber)


Quellen: AGROW No. 460 p. 25 und No. 463 p. 17


(Aus: PAN Germany, Pestizid-Brief Januar/Februar 2005)

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