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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Kolumbien verbietet das Insektizid Endosulfan

01.01.2001, Uli Anders

Anfang April dieses Jahres ist in Kolumbien Endosulfan verboten worden. Es wird in Kaffeeplantagen gegen die sogenannte Broca eingesetzt. Bei der Broca handelt es sich um ein Insekt, das sich in die Kaffeekirsche hineinbohrt. Durch den langjährigen Einsatz von Endosulfan haben Hunderte Arbeiter und Arbeiterinnen gesundheitliche Schäden erlitten. Es kam auch wiederholt zu Todesfällen, die auf den Einsatz von Endusolfan zurückgeführt wurden.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Endosulfan mäßig toxisch. Nachgewiesen ist auch die hormonelle Wirksamkeit. Das heißt, Endosulfan greift in den Hormonhaushalt von Lebewesen ein und kann dadurch gesundheitliche Störungen hervorrufen. Die EU stuft es als gefährlich für die Umwelt ein.

In der Presse Kolumbiens wurden nach dem Verbot Anzeigen der Herstellerfirmen und der Kaffeeplantagenbesitzer publiziert, in denen das Ende der kolumbianischen Kaffeekultur wegen der Broca an die Wand gemalt wurde. Weiter hieß es, dass beim richtigen Umgang mit Endsulfanprodukten keinerlei Risiko bestehe.

Beide Behauptungen stimmen nicht mit der Realität überein. Selbst beim ordnungsgemäßen Umgang kommt es zu Gesundheitsschädigungen. Die Broca wird nicht das Ende der kolumbianischen Kaffeewirtschaft bedeuten. Im biologischen Anbau wird die Broca durch Absammeln oder mit biologischer Schädlingsbekämpfung durch natürliche Feinde bekämpft.

(Uli Anders)

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