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PAN Germany fordert: Jetzt den Glyphosat-Ausstieg starten!

25.10.2017, PAN Germany

Nachdem der Umweltausschuss des EU Parlaments sich bereits eindeutig gegen ein "weiter so" bei der Wiedergenehmigung von Glyphosat ausgesprochen hatte, zog am Dienstag, den 24.10.17, das EU-Parlament nach und plädierte für ein totales Verwendungsverbot des Herbizids bis 2022. Außerdem sprachen sich die Abgeordneten für ein Verwendungsverbot glyphosathaltiger Mittel ab dem 16. Dezember 2017 auf kommunalen Flächen, in Haus-und Kleingärten und für den Einsatz als Abreifebeschleuniger vor der Ernte aus. Die bisherige Genehmigung des Herbizids läuft zum 15. Dezember aus.

PAN Germany begrüßt das eindeutige Votum des EU-Parlaments sehr. Es trägt damit der Situation Rechnung, dass die Gesundheitsrisiken, die realen Belastungen von Menschen, Lebensmitteln und Gewässern mit Glyphosat und die fatalen Auswirkungen des Totalherbizids auf die Biodiversität bislang offensichtlich sträflich verharmlost bzw. nicht zur Kenntnis genommen wurden. Aber - die Empfehlungen des EU-Parlaments sind nicht rechtsverbindlich.

Der Ball liegt nun bei der EU-Kommission und den Vertreter*innen der Mitgliedsstaaten im ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF). Auf der heutigen Sitzung des Ausschusses erhielt der Kommissionsvorschlag für eine 10-jährige Wiedergenehmigung des Herbizids keine Mehrheit. Deutschland enthielt sich bei der Abstimmung. Es wird nun erwartet, dass die Kommission einen Kompromissvorschlag mit einer verkürzten Genehmigungsfrist von 5 - 7 Jahren vorlegt. Würde ein solcher Vorschlag angenommen, würde die Debatte um einen Verwendungsausstieg nach Ablauf dieser Frist von vorne beginnen. PAN Germany fordert daher, jetzt die Weichen für ein Verwendungsverbot zu stellen. Nicht nur eine breite Allianz an Nichtregierungsorganisation und das EU-Parlament sprechen sich dafür aus. Auch über 1,3 Millionen EU-Bürger haben in einer Europäischen Bürgerinitiative ein Verbot von Glyphosat gefordert.

Bundeslandwirtschaftminister Christian Schmidt ist aufgefordert, auch im Interesse der deutschen Landwirte, seinen Widerstand gegen ein Glyphosat-Ausstieg aufzugeben und stattdessen endlich den Weg hin zu einem ökologisch nachhaltigen Pflanzenschutz zu öffnen. Dies muss auch ein wichtiges Thema in den jetzt laufenden Koalitionsverhandlungen und für die neue Bundesregierung sein.

Ein wirksames Beikrautmanagement ist auch ohne großflächiges Totspritzen durch Roundup und Co. möglich. Dies zeigen u.a. eine aktuelle PAN Europe Studie und eine Reportage "A herbicide-free future. Considering solutions across Europe." unter Beteiligung von PAN Germany.


Mehr dazu:

PAN Europe's Policy Recommendations concerning the EU reauthorisation of glyphosate

PAN Germany Info-Datenbank Stichwort "Glyphosat"


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