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Licht und Schatten - PAN zieht geteiltes Fazit nach den zweiwöchigen Verhandlungen der Vertragsstaaten der Übereinkommen von Basel, Rotterdam und Stockholm im Mai 2017 in Genf

16.05.2017, PAN Germany

PAN Delegierte beklatschen die Aufnahme der 50. Chemikalie in die Rotterdam Konvention. PAN begrüßt, dass zwei hochgefährliche Pestizide, Carbofuran and Trichlorfon, in den Annex III der Rotterdam Konvention aufgenommen wurden. Diese Aufnahme ist ein großer Schritt hin zur Eindämmung Pestizid-bedingter Vergiftungen von Menschen und ihrer Umwelt. Besonders in Entwicklungsländern, denen die sozialen, ökologischen und arbeitsrechtlichen Schutzsystem vielfach schwach ausgebildet sind, bringt der internationale Handel mit gefährlichen Pestiziden erhebliche Risiken mit sich. Pestizide, die in Annex III der Rotterdam-Konvention gelistet werden, sind nicht verboten, aber sie unterliegen dem sogenannten PIC Verfahren. PIC ist die Abkürzung für "Prior Informed Consent" und bedeutet "Vorherige Zustimmung nach Inkenntnissetzung". Es ermöglicht Importstaaten, vor allem Entwicklungsländern, auf informierter Basis Importe von Pestiziden und anderen gefährlichen Chemikalien in ihr Land zuzulassen oder aber auch abzulehnen.

Die Vertragsstaaten befassten sich zudem intensiv mit geschlechtsspezifischen Aspekten des weltweiten Umgangs mit Chemikalien und Pestiziden. Da der negative Einfluss von Chemikalien auf die Gesundheit von Frauen und Kindern zu oft ignoriert wird, sei es dringend notwendig, dass Frauen an Entscheidungsprozessen und in die Ausgestaltung von Programmen zu Reduzierung hochgefährlicher Pestizide und Förderung agrarökologischer Maßnahmen beteiligt würden, fordert PAN Asien & Pazifik (PANAP) Geschäftsführerin, Sarojeni Rengam, die in Genf mit dem Gender Award 2017 ausgezeichnet wurde.

Enttäuscht und beunruhigt zeigt PAN sich darüber, dass zivilgesellschaftliche Organisationen wie PAN, von wichtigen Diskussionen über die Wirksamkeit der Rotterdam Konvention ausgeschlossen wurden. Dr. Meriel Watts, wissenschaftliche Senior Beraterin von PANAP gibt zu bedenken, dass PAN als Vertreterin der zivilgesellschaft viel zur Diskussion um die Wirksamkeit der Konvention beizutragen habe, und sie äußerte die Hoffnung, dass Zivilgesellschaftliche Organisationen in Zukunft zu dieser wichtigen Diskussion beitragen können.

Groß war die Enttäuschung auch darüber, dass keine Einigung über die Listung von Carbosulfan sowie Fenthion- und Paraquat-Formulierungen in Annex III der Rotterdam Konvention erzielt werden konnte, obgleich die Vertragsstaaten bereits zugestimmt hatten, dass diese Pestizide die Kriterien für eine Aufnahme erfüllen.

Die Rotterdam-Konvention erleichtert den Informationsaustausch. Rengam von PANAP rief Länder, die die Aufnahme von Carbosulfan und den zwei Pestizid-Formulierungen mit Paraquat und Fenthion blockiert haben dazu auf, auf die Felder und auf die Plantagen zu gehen und sich vor Ort ein Bild von den negativen Wirkungen dieser Chemikalien auf die Gesundheit von Arbeitern, Bauern, ihren Familien und der Umwelt zu verschaffen, statt den Blick nur auf den ökonomischen Gewinn zu richten.

Weitere Informationen in der Presseinformation von PANAP (in Englisch)
http://panap.net/2017/05/gains-losses-triple-cops-entail-work-civil-societies-developing-countries/

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