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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Umweltgruppen fordern von der US Umweltbehörde sofortige Schritte zum Verbot von Chlorpyrifos

06.04.2017, PAN Germany

PAN Nordamerika und das Natural Resources Defense Council (NRDC) haben gestern rechtliche Schritte gegen die Entscheidung der US Umweltbehörde EPA eingeleitet, sich von dem bisherigen Kurs hin zu einem Verbot des hochgefährlichen Pestizids Chlorpyrifos, zu verabschieden. Der neue, von US Präsident Donald Trump eingesetzte, industriefreundliche EPA Chef Scott Pruitt ignoriert mit seiner ersten Amtsentscheidung, Chlorpyrifos nicht zu verbieten, wissenschaftliche Erkenntnisse und Experten-Empfehlungen seiner eigenen Behörde.

Chlorpyrifos ist ein bedeutender Umweltschadstoff. Er ist langlebig, reichert sich in Lebewesen an und wird über weite Entfernungen transportiert. So ist Chlorpyrifos mittlerweile überall in der Umwelt nachweisbar, in Lebensmitteln, Lebewesen, in der Luft, in Gewässern, Sedimenten und sogar in der Arktis. Darüber hinaus steht Chlorpyrifos u.a. im Verdacht neurotoxisch zu sein und sich schädigend auf die mentale Entwicklung von Kindern auszuwirken.

Im November 2016 hatte die US Umweltbehörde EPA das umstrittene Insektizid Chlorpyrifos hinsichtlich seiner Gesundheitswirkungen neu bewertet und kam zu dem Schluss, dass von der derzeitigen Verwendung von Chlorpyrifos Risiken für die menschliche Ernährung und für das Trinkwasser ausgehen. Darüber hinaus würden Rückstände von Chlorpyrifos in Lebensmitteln die geltenden Sicherheitsstandards bei weitem übersteigen, die Gesundheit der Anwender von Chlorpyrifos sei nicht sichergestellt und es bestünden Bedenken bezüglich der Belastung von Schulkinder und Privatpersonen durch Abdrift.

Chlorpyrifos ist eines von wenigen Organophosphaten, die noch in der EU als Pestizide eingesetzt werden. Verwendet wird das Insektizid z.B. im Wein- und Kartoffelanbau. 2012 wurde der Wirkstoff von der europäischen Lebensmittelagentur EFSA neu bewertet. Die EFSA kam zu dem Schluss, dass Chlorpyrifos erheblich giftiger ist als ursprünglich angenommen und forderte eine strengere Regulierung. In Deutschland sind derzeit keine chlorpyifoshaltigen Pestizidprodukte auf dem Markt. PAN International fordert eine Abkehr von dem hochgefährlichen Wirkstoff und bemüht sich um eine strengere internationale Regulierung und Aufnahme in die Stockholm Konvention.

Presseerklärung von PAN Nordamerika vom 5. April 2017
http://www.panna.org/press-release/groups-appeal-epa-refusal-ban-major-pesticide-linked-brain-damage-children

Weitere Informationen und Hintergründe von PAN Nordamerika
http://www.panna.org/press-statement/pan-takes-epa-back-court-over-brain-harming-pesticide
Watts (2012): Chlorpyrifos as a Possible Global Persistent Organic Pollutant (POP)
http://www.pananz.net/wp-content/uploads/2014/09/Chlorpyrifos-as-a-POP.pdf

Informationen von PAN Europe zur Bewertung von Chlorpyrifos in Europa
http://www.pan-europe.info/old/News/PR/140522.html

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