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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Glyphosat in Muttermilch

12.06.2014, Susan Haffmans

Glyphosat, die weltweite Nummer 1 der eingesetzten Pflanzenvernichtungsmittel und Bestandteil von Roundup, wurde in den USA in zum Teil erheblichen Konzentrationen in Muttermilch nachgewiesen. Drei von 10 untersuchten Muttermilch-Proben wiesen Werte zwischen 76 und 166 Mikrogramm Glyphosat pro Liter auf und überstiegen damit den in der EU geltenden Grenzwert für Pestizide in Trinkwasser um das 760 bis 1600 fache. Dies sollte uns zutiefst beunruhigen. Muttermilch, die erste Nahrung für gestillte Babys muss frei sein von Schadstoffen. Hier darf es keine Belastungen geben. Für Muttermilch kann nur gelten: Null-Toleranz gegenüber Pestizid-Rückständen.

Das Immunsystem von Neugeborenen ist noch nicht ausgebildet, das macht sie besonders empfindlich gegenüber Schadstoffen und Infektionen. Über die Muttermilch erhalten Babys einen zuverlässigen Schutz vor Infektionen, außerdem wird ihre Darmflora über die Aufnahme wichtiger Bakterien über die Muttermilch positiv beeinflusst. Niemand kann sagen, wie sich eine frühe Belastung der Säuglinge mit Glyphosat auswirkt oder welche gesundheitlichen Probleme von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Belastungen in frühsten Kindertagen zurückzuführen sind. Sicher ist: Die Untersuchungsergebnisse reihen sich ein in eine lange Liste negativer Schlagzeilen um den „Bestseller“-Wirkstoff Glyphosat, mit dem weltweit ein Umsatz von rund 6,5 Milliarden Dollar gemacht wird, Tendenz stark steigend.

Noch ist der Verbrauch von Glyphosat in Deutschland nicht so hoch wie in den USA. Dies ist vor allem auf die bisherige restriktive Gentechnik-Politik zurückzuführen. Fällt das Anbauverbot für Herbizid resistente Pflanzen, können wir uns auf eine noch größere Glyphosatschwemme einstellen – mit all ihren negativen Folgen für Mensch, Natur und Umwelt. Schon heute werden in Deutschland 4,3 Millionen Hektar Ackerland mit Glyphosat behandelt, das sind knapp 40 % der gesamten Ackerfläche.

Die Untersuchungsergebnisse aus den USA sind ein Alarmsignal. Dieses Signal sollte gehört werden, zum einen von den Deutschen Zulassungsbehörden, die Anfang des Jahres Glyphosat aufs neue gesundheitliche Unbedenklichkeit bescheinigt haben und zum anderen von der Landwirtschaftspolitik, die zwar von „Pestizid-Risiko-Minderung“ redet, aber keine Maßnahmen umsetzt, die tatsächlich die Abhängigkeit vom chemischen Pflanzenschutz reduzieren würden.

Zum ausführlichen Untersuchungsreport von Moms Across America & Sustainable Pulse

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