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Glyphosat: Regierung in Sri Lanka gegen Agrarchemie-Industrie machtlos?

01.04.2014, PAN Germany, Carina Weber

Jetzt ist es belegt, dass sich sogar die höchste politische Autorität in Sri Lanka nicht gegen Agrarchemie-Konzerne durchsetzen kann. Zu dieser Einschätzung gelangte kürzlich vorerst das Centre for Environmental Justice mit Sitz in Colombo/Sri Lanka.

Bereits im vergangenen Jahr und dann noch einmal im März 2014 war in der Presse und in E-Mail-Verteilern zu lesen, dass der Gebrauch des Herbizids Glyphosat (Roundup) durch eine Direktive des Präsidenten von Sri Lanka verboten worden sei. Bei der Verbotsabsicht ging es darum, angesichts einer dramatischen Ausweitung von Lebererkrankungen der Bevölkerung mit oftmals tödlichem Ausgang, vorsorglich Hinweise aus der Forschung zu berücksichtigen, wonach Glyphosat ein möglicher Faktor für die massive Ausbreitung der chronischen Lebererkrankungen sein kann. Sri Lanka hätte Glyphosat verboten, obwohl der Kausalzusammenhang zwischen den vielen Erkrankungs- und Todesfällen bisher im Rahmen der derzeit geltenden Vorgaben für die Prüfung der Zulassung von Pestiziden nicht vollständig und unerschütterbar belegt ist. Das Land hätte der Gesundheit Vorrang vor der Ökonomie eingeräumt.

Mit einem vorsorglichen Glyphosat-Verbot hätte die Regierung gehandelt, wie es zum Beispiel oftmals gute Ärzte tun. Sie hätte mögliche Ursachenfaktoren ausgeschlossen (in diesem Falle Glyphosat), um zu prüfen, ob damit die große Anzahl der Menschen mit oftmals tödlich verlaufenden Lebererkrankungen in einem konkret zu beschreibenden Gebiet eingedämmt werden könnte. Da die Gesetzgebung bisher im Zweifel für die ökonomischen Interessen spricht, ist ein auf der konsequenten Umsetzung des Vorsorgeprinzips basierendes Handeln meist nicht durchsetzbar. Das muss sich ändern! Es gibt schließlich im Falle von Sri Lanka seit Jahren keinen Zweifel daran, dass es in Reisanbau-Gebieten Sri Lankas eine Epidemie chronischer Lebererkrankungen gibt, deren Ursache strittig ist. Ob Glyphosat ein entscheidender Faktor ist, könnte ein Verbot des umstrittenen Wirkstoffs zeigen.

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