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Malariakontrolle: Experten fordern Stärkung sozialer und umweltpolitischer Ansätze

15.07.2013, PAN Germany Pestizid-Brief 10

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Malariaerkrankungen sind ein großes globales Gesundheitsproblem. Ursache der Malaria ist vor allem menschliches Handeln, etwa in der Landwirtschaft, beim Hausbau oder beim Straßenbau. Schon kleine Veränderungen an Häusern und Hütten, aber auch Änderungen von Bewässerungssystemen und im Straßenbau können Malariafälle reduzieren. Malariaprogramme setzen jedoch selten bei den Ursachen an. Im Vordergrund steht der Einsatz von Insektiziden, weiterhin auch des Dauergiftes DDT, um die Malaria übertragenden Mücken abzutöten sowie der Einsatz von Medikamenten. Experten riefen deshalb dazu auf, Malariapolitik als Umweltpolitik im weiteren Sinne zu verstehen und Maßnahmen zur Malariakontrolle in andere Politikbereiche zu integrieren, etwa in die Bildungs-, Agrar-, Siedlungs-, Straßenbau- oder Militärpolitik.

Im Rahmen der "Consultation on Developing a Multisectoral Approach to Malaria" erörterten Experten Anfang Juli 2013 in Genf, auf welche Weise soziale und umweltbedingte Faktoren das Auftreten von Malaria begünstigen und wie ein multisektoraler Ansatz in der Malariakontrolle initiiert und implementiert werden kann. Vertreten waren Experten von Regierungen, der Wissenschaft, der Zivilgesellschaft, internationaler Finanzierungsinstitutionen, UN Organisationen und des privatwirtschaftlichen Sektors.

Laut Dr. Fatoumata Nafo Traoré, Geschäftsführerin der globalen "Roll Back Malaria Partnership" entstehen durch Malaria jedes Jahr allein in Afrika volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 12 Mrd. US-Dollar. Die Experten waren sich einig, dass diese Kosten und die durch Malaria verursachten menschlichen Leiden nur zurückgedrängt werden können, wenn die Malariabekämpfung aus der Nische der Gesundheitspolitik heraustritt und zu einer institutionell hochrangig vertretenen politischen Querschnittsaufgabe wird.

Carina Weber, Geschäftsführerin von PAN Germany: "Nur wenn weitere Politikbereiche Verantwortung dafür übernehmen, dass in ihrem Zuständigkeitsbereich die Ursachen für Malaria beseitigt werden, kann Malariakontrolle nachhaltig erfolgreich sein, der Einsatz des Dauergiftes DDT - wie durch die Stockholmer Konvention gefordert - endlich beendet und generell der ein Einsatz von Insektiziden reduziert werden."

Der in Genf entworfene Aktionsrahmen ist ein Beitrag zur anstehenden Entwicklung des globalen Malaria-Aktionsplans 2016-2025 und zur Entwicklung nationaler Malariastrategien.


(Carina Weber, PAN Germany)


Weitere Informationen:

  • Carina Weber, Geschäftsführerin, PAN Germany,
    Tel. 040-399.19.10-23, E-Mail carina.weber(at)pan-germany.org
  • Douglas Webb, Cluster Leader HIV, Health and Development Group, UNDP,
    Tel. 001-212-906.63.59, E-Mail douglas.webb(at)undp.org
  • Prudence Smith, Coordinator Cummunications & Advocacy, Roll Back Malaria Partnership,
    Tel. 0041-22-791.45.86, E-Mail smithp(at)who.int

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