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Pestizid-Markt 2011: Anstieg gegenüber dem Vorjahr

31.08.2012, Carina Weber

Sowohl der globale Pestizidmarkt wie auch der Nettoinlandsabsatz von Pestiziden in Deutschland stiegen laut Bericht des Industrieverbands Agrar (IVA) im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr.

Um satte 18% wuchs der Weltpflanzenschutzmarkt nach Angaben des Industrieverbands Agrar (IVA) im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr und erreichte ein Volumen von 45,3 Milliarden Dollar. In Euro gerechnet bedeutet dies einen Anstieg um 18,6% auf 34,3 Milliarden Euro.

Ein Blick auf den Pflanzenschutzmarkt in den unterschiedlichen Welt-Regionen zeigt, dass Europa (der 27) mit 27,3% den größten Anteil am Weltmarkt hat, gefolgt von Asien mit 26,1%, Lateinamerika mit 24,1% und der NAFTA (USA, Kanada und Mexiko) mit 18,6%. Die sonstigen Regionen (einschließlich Afrika), haben einen Anteil von nur 3.9% am Weltmarkt.

Eine Zunahme ist laut Industrieverband Agrar auch beim Inlandsabsatz in Deutschland ist zu verzeichnen. Der Nettoinlandsabsatz stieg um 2,9% von 1,255 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 1,291 Milliarden Euro im Jahr 2011. Der Anstieg des Absatzes erfolgte vor allem bei den Herbiziden (um 6,9% auf 577 Millionen Euro) und bei den Insektiziden. Der Absatz von Insektiziden stieg um 2,9% auf 142 Millionen Euro. Demgegenüber gab es beim Fungizid-Umsatz einen Rückgang um 1,8% auf 497 Millionen Euro.

Aus diesen Angaben wird deutlich, dass weiterhin die Herbizide ökonomisch betrachtet die größte Bedeutung im chemischen Pflanzenschutz haben, gefolgt von den Fungiziden, während der Anteil der Insektizide monetär betrachtet eine geringere Rolle einnimmt. Einen Zuwachs gab es auch bei den "Sonstigen" Pestiziden, ihr Anteil stieg um 5,6% auf 75 Millionen Euro. Zu diesen Mitteln zählen zum Beispiel Wachstumsregulatoren und Mittel gegen Schnecken.

Wie stets wurde der Pestizidmarkt auch 2011 stark vom Wetter und von der jeweiligen Anbaufläche der unterschiedlichen Kulturen bestimmt. So erläutert der IVA etwa, dass der Umsatz mit Schneckenmitteln stark rückläufig war (etwa minus 20%), weil das Frühjahr 2011 sehr trocken war und der dann folgende feuchtere Sommer zu keinem Anstieg des Schneckenaufkommens führte.

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die IVA-Angaben über den Umsatz von Pestiziden zur Anwendung im Haus und Garten. Er zeigt, dass dieser Sektor um 19,1% auf 118,846 Millionen Euro angestiegen ist (gemessen in Bruttopreisen der Hersteller an den Handel). Mit einem Zuwachs um 59% auf 35.163 Millionen Euro treten die Haushaltsinsektizide besonders stark hervor gefolgt von einem Anstieg der Herbizide um 20,6% auf 26,728 Millionen Euro und den Insektiziden mit einem Anstieg um 18,6% auf 21,643 Millionen Euro.

Der IVA betont, dass im Bereich der Haushaltsinsektizide eine Verschiebung hin zu Produkten ohne Wirkstoff stattgefunden hat, wie etwa Ködern. Der Anteil der Haushaltsinsektizide wurde 2011 zu 23% des Umsatzes mit Ködern, Strips und Fallen erzielt, während es 2010 noch 8% waren.

Und auch generell habe es im Produktsegment für den Haus und Garten 2011 einen überproportionalen Anstieg beim Absatz von nicht-chemischen Produkten gegeben.

(Carina Weber)


Aus: PAN Germany Pestizid-Brief Juli/August 2012

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