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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Globale Alliance für DDT-Alternativen jetzt arbeitsfähig?

31.08.2012, Carina Weber

Noch immer wird das als persistenter organischer Schadstoff eingestufte Insektizid DDT zur Bekämpfung von Krankheiten übertragenden Organismen (Vektoren) eingesetzt, vor allem in der Kontrolle von Malaria. Eine Globale Allianz soll helfen, die DDT-Nutzung zu beenden.

2004 trat die Stockholmer Konvention mit dem Ziel in Kraft, persistente organische Schadstoffe weltweit zu eliminieren. Einer dieser Schadstoffe ist das Insektengift DDT, das laut Konvention im Gesundheitsbereich zur Vektorkontrolle unter der Aufsicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur so lange gebraucht werden darf, bis lokal nutzbare und bezahlbare Alternativen zur Verfügung stehen. Um die Reduktion des DDT-Einsatzes in der Vektorkontrolle voranzutreiben, bestätigte die Vertragsstaatenkonferenz der Stockholmer Konvention 2009 die Einrichtung einer globalen Allianz für die Entwicklung und Nutzung von Produkten, Methoden und Strategien als Alternativen zu DDT in der Kontrolle von Vektoren. Die Vertragsstaatenkonferenz beauftragte das Sekretariat der Konvention, die Implementierung dieser "Global Alliance" zu leiten.

Das Sekretariat der Konvention war jedoch nicht mit genügend Ressourcen ausgestattet, um diese Aufgabe effektiv wahrzunehmen. Erst im April 2011 fand die erste Versammlung der Globalen Allianz für Alternativen zu DDT statt. Im November 2011 lud dann die fünfte Vertragsstaatenkonferenz der Stockholmer Konvention das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ein, die Leitung der Allianz zu übernehmen. Dies geschah 2012 und am 27./28. August 2012 fand in Kenia endlich das erste Steering Committee Meeting statt.

Jetzt, acht Jahre nach dem Inkrafttreten der Stockholmer Konvention soll eine klare Plattform zur Beendigung der Nutzung von DDT geschaffen und es sollen konkrete Ziele benannt werden. Angesichts dieses schwerfälligen Prozesses ist nicht verwunderlich, dass der DDT-Einsatz seit dem Inkrafttreten der Stockholmer Konvention 2004 auf gleichbleibend hohem Niveau erfolgte und Länder sogar eine erneute Nutzung von DDT in Erwägung ziehen.

Diese desolate Lage soll das Arbeitsprogramm der Globalen Allianz zum Positiven wenden. Das Steering Committee Meeting benannte folgende vier Ziele: (1) die Weiterentwicklung der Politik und die Verbesserung der Entscheidungsstrukturen, (2) die Klärung der Kosten von DDT-Alternativen, (3) die Verfügbarmachung neuer chemischer Alternativen zur den derzeit in der Vektorkontrolle benutzten Chemikalien und (4) die Entwicklung nicht-chemischer Ansätze für die Vektorkontrolle.

Zur Zielerreichung wurden Thematische Arbeitsgruppen eingerichtet bzw. erneut eingesetzt. Eine dieser bestätigten Thematischen Arbeitsgruppen ist jene zu nicht-chemischen Alternativen. Das neue Arbeitsprogramm dieser Thematischen Arbeitsgruppe sieht vor, dass (1) eine Datenbasis für nicht-chemische Methoden (einschließlich traditioneller Methoden) erstellt und eine webbasierte Datenbank zu nicht-chemischen Methoden entstehen soll; (2) die Effektivität der unterschiedlichen nicht-chemischen Methoden festgestellt werden soll, wozu nicht nur die Erfassung existierender Daten, sondern auch die Durchführung von Pilotprojekten zählt; (3) länderspezifische Designs für Interventionen entwickelt werden sollen; (4) Marketing-Experten in die Entwicklung von Kommunikationsstrategien einbezogen werden sollen; und (5) politische Entscheider ermuntert werden sollen, die Implementierung von integrierten Ansätzen der Malariakontrolle zu unterstützen. Es ist zu hoffen, dass nun die Reduktion des DDT-Einsatzes endlich Fahrt aufnimmt. PAN hat zu diesem Prozess angesichts der begrenzten Ressourcen bereits erhebliche Beiträge geleistet. Durch die Recherche und Dokumentation von Informationen über nicht-chemische Ansätze der Malariakontrolle und durch die Implementierung eines Pilot-Projektes im Senegal.

(Carina Weber)


Aus: PAN Germany Pestizid-Brief Juli/August 2012

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