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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Runder Tisch für nachhaltige Palmöl-Produktion erlaubt weiterhin Paraquat

30.04.2012, PAN Germany, Carina Weber

Der Runde Tisch über Nachhaltige Palmöl-Produktion (RSPO) erlaubt weiterhin die Nutzung des hochgefährlichen Pestizids Paraquat.

Der im Jahr 2004 auf Initiative des WWF gegründete Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO) entschied am 8. März 2012 während seiner achten Jahresversammlung im malaysischen Kuala Lumpur, dass auf den nach RSPO-Standards arbeitenden Palmöl-Plantagen weiterhin das hochgefährliche Unkrautvernichtungsmittel Paraquat eingesetzt werden darf. Mit 68% Gegenstimmen und Enthaltungen wurde eine Resolution zur Beendigung der Paraquat-Anwendung auf RSPO-Plantagen abgelehnt. Diese deutliche Ablehnung des Paraquat-Verbots geschah nach Information von PAN Asien & Pazifik, obwohl der Direktor des RSPO-Vorstandes Jan Kees Vis während der Jahresversammlung verlautbarte, dass etwa die Hälfte der Produzenten Paraquat gar nicht mehr benutzen.

RSPO ist eine Multistakeholder-Initiative zur Entwicklung freiwilliger Standards für eine nachhaltige Produktion von Palmöl. Zu ihren Mitgliedern zählen vor allem Firmen und Institutionen der Palmöl-Wertschöpfungskette bis hin zum Handel aber auch NGOs und Investoren.

Die Resolution zum Verbot von Paraquat war von PAN Asien & Pazifik (PANAP) eingebracht worden. PANAP setzt sich seit Jahren für eine Verbesserung der RSPO-Standards zugunsten von Mensch und Umwelt ein. Nach Einschätzung von PANAP hat der RSPO einzelne Fortschritte bei der Implementierung einzelner Mindeststandards erzielt. Allerdings habe er zentrale Probleme nicht überwunden. Während der RSPO stark gewachsen sei, seien Problemlösungen auf der Strecke geblieben. Dies betrifft, so PANAP, vor allem das Problem des Einsatzes hochgefährlicher Pestizide sowie den Schutz der Gesundheit von Frauen und Wanderarbeitern. Hier stagniere der Prozess. Sarojeni V. Rengam, Direktorin von PANAP: "Vergiftungen durch Paraquat geschehen seit einer sehr langen Zeit. Die Verbraucher von Palmöl sollten endlich aufwachen und erkennen, dass die sogenannte nachhaltige Palmöl-Produktion bisher zu keiner Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Arbeiterinnen geführt hat."

Es ist zu erwarten, dass der RSPO seinen Ruf bald völlig verliert, wenn weiterhin hochgefährliche Pestizide wie Paraquat erlaubt sind und keine Leitlinie zur schrittweisen Beseitigung hochgefährlicher Pestizide formuliert wird.

(Carina Weber)


Aus: PAN Germany Pestizid-Brief März/April 2012

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