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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Rodale Institute: Bio kann die Welt ernähren

31.10.2011,

Aus: PAN Germany Pestizid-Brief September/Oktober 2011

Das amerikanische Rodale Institute hat die Ergebnisse seiner 30jährigen vergleichenden Felduntersuchung biologischer und konventioneller Bewirtschaftung vorgestellt und belegt, dass der Bioanbau den konventionellen Anbau übertrifft1.

Ergebnis der Untersuchungen des Rodale Institute ist, dass die biologisch bewirtschafteten Flächen nach einer Umstellungszeit von drei Jahren die gleichen Erträge erbrachten wie die konventionell bewirtschafteten Flächen. Die Pflanzen der Bioflächen waren weniger stressanfällig als jene auf den konventionellen Vergleichsflächen: In Trockenzeiten lag der Ertrag bei Biomais um 31% höher als bei konventionellem Mais. Beeindruckend ist dies auch im Vergleich zu den gentechnisch veränderten "trockenheitsresistenten" Maissorten: Diese weisen im Vergleich zu konventionellen nicht-GVO-Sorten lediglich um 6,7% bis 13,3% höhere Erträge bei Trockenheit auf.

Doch noch wichtiger als der reine Ertrag ist aus Sicht der Landwirte das Einkommen. Hier zeigen die Ergebnisse: Bio liegt klar vorn. Der Vergleich über die 30 Jahre kommt zu dem Ergebnis, dass der Bio-Anbau fast dreimal so profitabel ist, wie der konventionelle Anbau. So lag der durchschnittliche Nettogewinn für die Bio-Systeme bei $558/acre/Jahr im Vergleich zu $190/acre/Jahr bei den konventionellen Systemen. Ein Grund hierfür liegt darin, dass biologische Produkte als "Premium"-Produkte angesehen werden. Die Verbraucher sind durchaus bereit, hierfür mehr zu zahlen. Aber selbst ohne dieses "Preis-Premium" sind laut Rodale Institute die organischen Anbausysteme konkurrenzstärker, da sie geringere Betriebsmittelkosten haben.

Als profitabelste Kultur hat sich der Bio-Weizen herausgestellt ($835/acre/ Jahr). Aus Sicht des Institutes interessant ist, dass das Verfahren der Direktsaat im konventionellen Mais-Anbau am wenigsten profitabel war ($27/acre/Jahr). Bemerkenswert seien zudem die schlechten Ergebnisse von gentechnisch veränderten Pflanzen. Hier würde eine Studie der Universität von Minnesota bestätigt, wonach Gentech-Varietäten anbauende Bauern bei der Betrachtung eines Zeitraumes von 14 Jahren weniger verdienten als jene Bauern, die weiterhin konventionelle Pflanzen anbauen.

Bezüglich des organischen Anbaus fand die 1981 begonnene Rodale Studie eine höhere Nachhaltigkeit. So stellten sie fest, dass organische Betriebe:

  • 45% weniger Energie verbrauchten als konventionelle;
  • eine um 28% höhere Effizienz aufweisen (wobei konventionelle Direktsaat-Systeme sich als am wenigsten effizient erwiesen);
  • die Bodenfruchtbarkeit über die Zeit erhöhen, während diese in konventionellen Betrieben unverändert bleibt. (Bezüglich der Bodenfruchtbarkeit ist der Kohlenstoff-Anteil in den Böden wichtig, da er die Funktion von Böden vorteilhaft beeinflusst - zum Beispiel durch Bindung von Bodenpartikeln, Stabilisierung der Temperatur, positive Beeinflussung der Wasserhaltekapazität des Bodens und der Belüftung - in der konventionellen Landwirtschaft wird in jüngster Zeit ein Rückgang von Kohlenstoff verzeichnet);
  • bei geringer Erosion stärker zur Erneuerung von Grundwassern beitragen;
  • zum Erhalt ländlicher Kommunen beitragen, indem sie mehr Arbeitsplätze schaffen.

Angesichts der starken Evidenz, dass Biolandwirtschaft in vielerlei Hinsicht bessere Ergebnisse erzielt, als die konventionelle Landwirtschaft, ruft das Rodale Institute dazu auf, mit den nur begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen auf eine wirklich nachhaltige Produktion von Lebensmitteln hinzuarbeiten.

(Carina Weber)

1 The farming system trials - Celebrating 30 Years. http://www.rodaleinstitute.org/files/ FSTbookletFINAL.pdf

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