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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Endosulfan in die Stockholmer Konvention aufgenommen

02.05.2011, PAN Germany, Carina Weber

Am 28. April 2011 endete die einwöchige Konferenz der 173 Vertragsstaaten der Stockholmer Konvention über persistente organische Schadstoffe (Persistent Organic Pollutants - POPs). Zu entscheiden war, welche neuen Chemikalien der Konvention für ein weltweites Verbot von POPs unterworfen werden und welchen Anträgen von Vertragsstaaten auf Ausnahmen vom Verbot stattgegeben wird. PAN war am Verhandlungsort in Genf vertreten, um sich insbesondere für die Aufnahme von Endosulfan in die Stockholmer Konvention und stärkere Schritte hin zur weltweiten Eliminierung von DDT einzusetzen. Mit Erfolg. Weltweit feiert PAN mit Partnern das nun absehbare Ende des Dauergiftes.

Delegierte der Vertragsstaatenkonferenz der Stockholmer Konvention kamen in Genf überein, dass das Insektizid Endosulfan in den Annex A der Konvention aufgenommen und damit weltweit verboten und beseitigt wird. Nach Verhandlungen über Ausnahmegenehmigungen stimmte auch Indien in letzter Minute zu. Indien war in den vergangenen Jahren der Hauptwidersacher eines weltweiten Verbotes des giftigen und langlebigen Pestizids. Das Verhandlungsergebnis umfasst 16 Anbaukulturen/Schadorganismen betreffende Ausnahmebereiche, die durch Indien, China und Uganda beantragt worden waren sowie ein Arbeitsprogramm zur Identifizierung und Anwendung potentiell sicherer Alternativen.

Persistente organische Schadstoffe, kurz POPs (persistant organic pollutants) zählen zu den schlimmsten Substanzen, die der Mensch produziert bzw. freigesetzt hat. 2004 wurde die POPs Konvention verabschiedet, um solche Gifte weltweit zu verbieten und zu beseitigen. Im Rahmen der Vertragsstaatenkonferenz wird politisch über die von wissenschaftlichen Gremien vorbereiteten Entscheidungsvorlagen entschieden. PAN International und das International POPs Elimination Network (IPEN), das durch PAN und andere NGOs gegründet wurde, um sich für die weltweite Eliminierung von POPs einzusetzen, begleiteten im Vorfeld der Vertragsstaatenkonferenz die Sitzungen der wissenschaftlichen Gremien durch Dokumentationen und Stellungnahmen. Während der Verhandlungen in Genf dokumentierte PAN mit einem "Annex A Cafe" dass landwirtschaftliche Produktion ohne Endosulfan möglich ist, indem verschiedene landwirtschaftliche Anbauprodukte wie u.a. Kaffee, Tee, Cashew serviert wurden, die ohne Endosulfan produziert worden waren. 80 Länder haben inzwischen Endosulfan verboten.

Als die POPs Convention 2004 in Kraft trat, wurden 12 Substanzen aufgenommen. 2009 kamen neun weitere hinzu. Es handelt sich um Pestizide, Industriechemikalien und Nebenprodukte der Produktion (Dioxine und Furane).

Die Verhandlungen zum Insektizid DDT zeigten leider weniger Bewegung. Es muss laut Konvention weltweit eliminiert werden. Für die Malariabekämpfung wurden 2004 jedoch so weitreichende Ausnahmen genehmigt, dass sogar ein Anstieg des Einsatzes von DDT möglich ist. Heute produziert nur noch Indien DDT. Es wird aber in vielen Ländern weiterhin eingesetzt. Die Vorgaben zur schrittweisen Eliminierung von DDT werden von zu vielen Staaten nicht oder nur halbherzig angegangen. NGOs bemängeln, dass Alternativen zu DDT zu wenig berücksichtigt und gefördert werden - hier besonders auch nicht-chemische Ansätze der Kontrolle von Krankheitsüberträgern wie der Anopheles-Mücke.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenbank unter:

Endosulfan
DDT
Stockholmer Konvention

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