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Mehr Malaria durch Urwaldabholzung

28.02.2011, PAN Germany, Carina Weber

Aus: PAN Germany PestizidBrief Januar/Februar 2011

Amerikanische Forscher haben in Brasilien neue Belege dafür geliefert, dass die Abholzung von tropischen Wäldern zu einem Anstieg des Auftretens von Malaria führt.1

Malaria ist weltweit eine der folgenreichsten, durch Vektoren übertragenen Krankheiten. Ihr Auftreten wird stark von umwelt- und soziodemographischen Faktoren bestimmt. Einer neuen Studie von Forschern an der Uni Wisconsin-Madison zufolge ist die Abholzung tropischer Wälder ein wichtiger ökologischer Auslöser für Malaria-Epidemien. Dies belegen ihre in Brasilien erzielten Forschungsergebnisse.

In Brasilien ist das höchste Malariaaufkommen im Amazonasbecken zu finden, wo die Abholzung zwischen 1999 und 2001 12.000 bis 20.000 km2 pro Jahr betrug. Dies entspricht der Fläche Dänemarks. Sarah H. Olson et al. nutzten Daten über registrierte Malariafälle in 54 Gesundheitsdistrikten im brasilianischen Amazonasgebiet in der Nähe zu Peru sowie Daten über das dortige Ausmaß der Abholzung von Regenwald. Sie konzentrierten sich mit dieser Studie auf ein Gebiet, in dem durch brasilianische Forscher 2006 detaillierte Informationen bezüglich Bevölkerung und Gesundheit erhoben wurden. Diese Daten kombinierten sie mit hoch aufgelösten Satellitenbildern über die Landnutzung in der Region.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Abholzung die Fälle von Malaria um rund 50% erhöht, indem günstige Lebensbedingungen für Anopheles darlingi, dem Hauptüberträger des Malariaerregers in der Region, geschaffen werden. Sie beobachteten, dass Anopheles darlingi dort stark auftritt, wo vor der Abholzung in Waldhabitaten lebende Moskitos existierten, die zu einem geringeren Maße Malariaerreger übertragen.

Mit dieser Studie haben die Forscher ihre bisherigen Arbeiten zum Auftreten von Malariavektoren ergänzt. Ihre Studienergebnisse verdichten die Evidenz, dass bereits kleine Eingriffe in das lokale Ökosystem zu erheblichen gesundheitlichen Auswirkungen führen können. In den untersuchten 54 Gesundheitsdistrikten wird eine Reduktion der Regenwald-Landbedeckung um nur 4% wird mit einer Zunahme von Malaria um 48% in Verbindung gebracht. Die Rohdaten wurden bereinigt, indem Einflussgrößen wie der Zugang zu Gesundheitszentren herausgerechnet wurden.

Aus der Studie ist zu schließen, dass die bewusste Steuerung der Landbewirtschaftungspraxis bzw. kluges Umweltmanagement einen wichtigen Ansatz der Malariakontrolle darstellt.

(Carina Weber)

1Olson, Sarah H. et al. (2010): Deforestation and Malaria in Mancio Lima County, Brazil. Emerging Infectious Diseases, http://www.cdc.gov/eid, Vol. 16, No. 7, Juli 2010 (DOI: 10.3201/eid1607.091785)

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