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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Studie bekräftigt Triclosan-Risiken für Ökosysteme

28.02.2011, PAN Germany, Christian Schweer

Aus: PAN Germany PestizidBrief Januar/Februar 2011

Im November 2010 wurden die Ergebnisse einer spanischen Studie über die ökologischen Auswirkungen von Triclosan auf Gewässerorganismen veröffentlicht. Das antibakterielle Biozid Triclosan kommt in Verbraucherprodukten wie Textilien, Zahnpasta oder Seifen weit verbreitet zum Einsatz. Über das Abwasser kann der langlebige und hormonell wirksame Wirkstoff in Flüsse gelangen, weil er in vielen Kläranlagen, wie etwa in jenen der Mittelmeer-Länder, nicht ausreichend zurückgehalten werden kann.

Die Forscher untersuchten die Auswirkungen von Triclosan an einer Biofilm-Probe, die sich aus natürlich vorkommenden Algen und Bakterien-Populationen zusammensetzte und die aus einem spanischen Fluss entnommen wurde. Bereits ab einer Konzentration von über 0,21 Mikrogramm Triclosan je Liter erhöhte sich die Sterblichkeit der Bakterien. Bei einer Konzentration von über 0,42 Mikrogramm/Liter wurde die Photosynthese-Tätigkeit von Kieselalgen gehemmt.

Diese Algen erzeugen 80% des Sauerstoffs in der Atmosphäre und haben insofern eine wichtige Funktion für die Stabilität von Ökosystemen. Aber auch die Bakterien spielen für das Gleichgewicht in der belebten Umwelt eine wichtige Rolle - wenn ihre Zusammensetzung sich nicht bedeutsam ändert. Bei 500 Mikrogramm Triclosan je Liter Wasser starben bis zu 85% der Individuen einer Bakterien-Population ab.

Die Relevanz der Ergebnisse der Studie zeigt sich in vielen Lebensbereichen. Ein Beispiel hierfür ist, dass durch Kläranlagen bis zu 2,7 Mikrogramm Triclosan pro Liter gereinigtem Abwasser in Flüsse eingeleitet werden und Triclosan sich in der Umwelt anreichern kann.

(Christian Schweer)

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