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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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EU-Bevölkerung besorgt über Pestizid-Rückstände

23.12.2010, PAN Germany, Christian Schweer

Aus: PAN Germany PestizidBrief November/Dezember 2010

Eine im November 2010 veröffentlichte Verbraucher-Umfrage der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zeigt für Europa, dass die meisten Befragten sich besonders um Pestizid-Rückstände in der Nahrung sorgen und dass die Behörden hierzu mehr tun müssten.

Im Juni diesen Jahres wurde eine Umfrage zu Lebensmittel-bezogene Risiken durchgeführt, bei der Verbraucher ab dem Alter von 15 Jahren in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten befragt wurden. Dabei wurde deutlich, dass sich mehr EU-Bürger als noch im Jahr 2005 über die Nachrichten zur Lebensmittel-Sicherheit sorgen. 19% der Befragten und damit fast jeder fünfte EU-Bürger, sehen Chemikalien-Funde in der Nahrung als ein Hauptproblem an. 31% der Befragten waren insbesondere besorgt über Pestizid-Rückstände. Für die Verbraucher in Deutschland, aber auch in Belgien, Griechenland, Italien, Luxemburg, Ungarn und Slowenien ist dieses Problem gewichtiger als jedes andere Risiko, das mit Nahrungsmitteln verbunden ist. Weit verbreitet ist auch die Sorge um Antibiotika, Quecksilber, Dioxine oder den Einsatz von gentechnisch veränderten Bestandteilen.

Aus den Antworten kann gefolgert werden, dass sich eine Minderheit (unter 40%) in der Lage sieht, die Risiken durch Lebensmittel-Verunreinigungen selbst zu bewältigen. Die Bereitschaft, die Lebensweise auf Grundlage der Informationen zur Lebensmittelsicherheit zu ändern, nimmt allerdings ab. Nur 11% der Befragten haben ihre Ernährungsgewohnheiten geändert und damit weniger als noch bei der letzten Umfrage in 2005 (16%).

Bei der Frage nach der Zuverlässigkeit von Informationen bzw. Informationsquellen vertrauen die Befragten am ehesten Ärzten, Freunden und Familienangehörigen (über 80%). Auch Umwelt- und Verbraucherverbände werden als seriös erachtet (> 71%). Sie erreichen damit bessere Werte als die für Lebensmittel-Sicherheit zuständige EU-Behörde EFSA (64%) bzw. die nationalen Regierungen (47%). Ein größerer Teil der Befragten zweifelt daran, dass der Verbraucherschutz von der Politik mehr Bedeutung hat, als die Gewinninteressen der Erzeuger (42%).

Mehr als 80% sind der Meinung, dass die Behörden mehr tun sollen, um Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und die Verbraucher genügend zu informieren.

(Christian Schweer)

Das Ergebnis der Umfrage ist in englischer Sprache auf folgender Webseite abrufbar: http://www.efsa.europa.eu/en/factsheet/docs/sreporten.pdf

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