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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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Parkinson & Pestizide

31.10.2010, PAN Germany, Susanne Smolka

Aus: PAN Germany Pestizid-Brief September / Oktober 2010

Der vierte Fall einer Parkinsonerkrankung eines Landwirts wurde als Berufskrankheit in Deutschland anerkannt.

Es ist ein langer und steiniger Weg, bis chemikalieninduzierte Erkrankungen als Berufskrankheiten anerkannt werden - wenn überhaupt. Im Falle Parkinson wurden bereits zwei Klagen von Landwirten auf Anerkennung einer Berufskrankheit vor den Sozialgerichten in Rheinland-Pfalz (2003) und in Braunschweig (2009) stattgegeben. Ende 2008 hatte im Verwaltungsverfahren die zuständige landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft die Parkinsonerkrankung eines versicherten Landwirts anerkannt. Der Pestizid-Brief berichtete in der Ausgabe März/April 2009.

Im April 2010 erfolgte nun eine weitere bestandskräftige Anerkennung im Verwaltungsverfahren durch die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Niedersachsen-Bremen (das Aktenzeichen: BGL 238538).

Unter besonderem Verdacht steht das Unkrautvernichtungsmittel Paraquat. Der Europäische Gerichtshof hatte am 11. Juli 2007 die EU-Zulassung des Syngenta-Herbizids für ungültig erklärt. Allerdings steht Paraquat als eine relativ gut untersuchte Chemikalie bezüglich Parkinson als Beispielsubstanz für mögliche andere neurotoxische Stoffe, die dieses Krankheitsbild auslösen oder fördern können. So stehen nicht nur andere Pestizide mit ähnlichen Wirkmechanismen wie Paraquat unter Verdacht, sondern auch Stoffe wie Quecksilber und Kohlenmonoxid.

(Susanne Smolka)

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