Besonders in Entwicklungsländern werden gefährliche Pestizide auch heute noch in großem Umfang durch Personen ausgebracht, die weder über Schutzkleidung und intakte Ausbringungsgeräte, noch über eine Sachkundeausbildung verfügen. Daraus resultiert, dass in Entwicklungsländern eine im Vergleich zu den Industrieländern sehr hohe Vergiftungsrate existiert, obwohl in Entwicklungsländern nur der kleinere Anteil der weltweit produzierten Pestizide zur Anwendung gelangt.
Der 1985 durch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen verabschiedete "Internationale Verhaltenskodex für das Inverkehrbringen und die Anwendung von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln" (kurz Pestizid-Verhaltenskodex) wurde geschaffen, um die durch Pestizide verursachten Probleme zu reduzieren. Er sollte v. a. Ländern dienen, die generell im Bereich der Pestizid-Gesetzgebung, aber auch bezüglich der allgemeinen öffentlichen Aufmerksamkeit gegenüber den Gefahren von gefährlichen Stoffen erhebliche Schwächen aufweisen. Aber auch zwanzig Jahre nach der Verabschiedung des Pestizid Verhaltenskodex hatte sich die Situation nicht grundlegend geändert. Noch immer wurden und werden Mensch und Umwelt durch Pestizide vergiftet.
Angesichts der weiterhin bestehenden Probleme ergriff die FAO Ende der 1990er Jahre die Initiative zu einer breiten Konsultation von Regierungen, Industrie und Zivilgesellschaft, um den Pestizid-Verhaltenskodex auf der Grundlage der aktuellen Informationslage und des aktuellen Wissens an die heutigen Standards, Notwendigkeiten und Möglichkeiten anzupassen. Diese Überarbeitung des Kodex wurde 2002 abgeschlossen. Die neue Version des Pestizid-Verhaltenskodex enthält wichtige neue Elemente, für die sich PAN intensiv eingesetzt hatte. Doch auch die beste Regelung bewirkt nichts, wenn sie als Papiertiger langsam vergilbt.
Würde der neue Pestizid Verhaltenskodex durch all jene, die in seinen Artikeln angesprochen werden, beim Wort genommen, könnten viele Unfälle verhindert und damit vielfaches und oftmals lebenslängliches Leid, Todesfälle und Umweltzerstörungen vermieden werden. Die Umsetzung des FAO Pestizid Verhaltenskodex erfordert politischen Willen und vor allem konkrete Maßnahmen durch Einzelpersonen. Jeder ist angesprochen.
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