Baumwolle stellt für Benin ein wichtiges Exportgut dar. Gleichzeitig ist der Anbau mit vielen Problemen behaftet. Vor diesem Hintergrund gründete sich 1996 die OBEPAB, die Organisation zur Förderung des Biologischen Anbaus in Benin. Baumwolle ist mit 75% das Hauptexportgut Benins. 60% der Bevölkerung ist direkt oder indirekt an der Baumwollwirtschaft beteiligt, 98% der Baumwollfasern werden exportiert. (Stand 2007)
Westafrikanische Bauern haben wenig Kapital, so dass die meisten Arbeiten per Hand oder mit Hilfe von Ochsen durchgeführt werden. Baumwolle ist meistens die einzige Pflanze, die sie auf den internationalen Markt anbieten können. Lokale Märkte für andere Kulturpflanzen sind schwach ausgebildet, und so ist der Export von Baumwolle für Millionen von Westafrikanern die wichtigste Einkommensquelle. Die Baumwollproduktion in Benin ist mit vielen Schwierigkeiten behaftet, z.B. was die Gesundheit der Bauern, die Umwelt, das Netto-Einkommen der Bauern und die Einbindung der Frauen in die Produktion angeht. Aufgrund der vielen Probleme, die der konventionelle Anbau mit sich bringt, startete die Organisation OBEPAB (Organisation Béninoise pour la Promotion de l Agriculture Biologique) in der Anbausaison 1996/97 ein Bio-Baumwollprojekt zum Schutz der Bäuerinnen und Bauern.
Bio-Baumwollanbau - ein Lernprozess für die Organisation, die Bauern und die Landwirtschaft
Ökologische Landwirtschaft war neu für die OBEPAB und zu Beginn des Projekts passten sich die Produzenten nur sehr langsam an die neuen Kultivierungstechniken an. Anfangs war das neue System noch nicht sehr effektiv. Dies lag unter anderem auch an der Methodik der Wissensvermittlung an die Bauern. Mit der Anbausaison 2000/01 führte die OBEPAB die sogenannten "Ackerschulen" (engl. Farmer Field Schools) ein. In einem Workshopsystem, das sich schon vor Jahren im indonesischen Reisanbau bewährt hat, lernen nun die Biobauern vor Ort wie biologischer Pflanzenschutz funktioniert. Sie lernen Schädlinge und Nützlinge zu erkennen, erfahren wie sie ihren Boden fruchtbar halten können und lernen von und mit den Erfolgen aber auch den Misserfolgen ihrer Kollegen. So hat die Ackerschule z.B. dazu beigetragen, dass eine natürliche Ressourcen schonende Düngerpraxis eingeführt wurde. Dabei werden die Erntereste der lokalen Palmölproduktion mit der Asche des Hausabfalls und dem Tierdung vermischt. Durch die direkte Zusammenarbeit der Bauern und der Feldberater wurden bestehende Potenziale ausgeschöpft.
Alle Ziele wurden erreicht. Die Produktionstechniken sind soweit angepasst, dass die Bio-Baumwollerträge mittlerweile fast 1500 kg/ha erreichen, und die Bauern damit ihren konventionellen Kollegen gleichziehen. Da die Investitionskosten im Bio-Anbau deutlich geringer sind als bei Bauern, die weiter auf synthetische Pestizide und Kunstdünger angewiesen sind, stehen also die Bio-Bauern wirtschaftlich besser da. Hinzu kommt, dass die Ackerschulen zudem eine Verbesserung der Qualität erreichen konnten. All dies hat zur Folge, dass es in den Regionen in denen OBEPAB präsent ist, keine konventionelle Baumwollproduktion mehr gibt.
Die Erfolge der OBEPAB
Das Engagement der Organisation trägt mittlerweile Früchte:
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Weitere Informationen zu Baumwolle finden Sie in unserer Infodatenbank: Rubrik "Baumwolle"
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