In der Anbausaison 1995/96 startete Enda Pronat, eine im Senegal ansässige, international tätige Entwicklungsorganisation, das erste Bio-Baumwollprojekt in Westafrika. Mit dem Projekt wurde die Machbarkeit des Bio-Anbaus von Baumwolle in West-Afrika bewiesen und dargestellt, dass der Bio-Anbau eine echte Alternative zur konventionellen Baumwollproduktion ist. Ein weiteres erklärtes Ziel war, das Einkommen von Kleinbauern langfristig zu steigern und eine tragfähige Bauernorganisation ins Leben zu rufen.
Auch im Senegal wird der Bio-Anbau nach den Grundprinzipien durchgeführt und beinhaltet eine möglichst vielfältige Fruchtfolge. Die Fruchtfolge, und andere Maßnahmen zur Stabilisierung des Agro-Ökosystems erweitern die Produktpalette der Bauern und bieten die Möglichkeit weiteres Einkommen zu erwirtschaften. Enda Pronat steht hier den Bauern unterstützend zur Seite. Sie berücksichtigen bei der Beratung Aspekte wie die klimatischen und ökologischen Bedingungen, den Nahrungsmittelbedarf der Familien, die Verfügbarkeit landwirtschaftlicher Ausrüstung, etc. Seit 2001 unterstützt Enda Pronat zudem teilweise die Weiterverarbeitung der Ernteprodukte, um so eine weitere Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bauernfamilien und ländlichen Regionen insgesamt zu erschließen.
Da die Konkurrenz um landwirtschaftliche Flächen im Senegal nicht sehr groß ist, können die Bauern eine großzügige Rotation und anschließende Brachezeiten umsetzen. Fruchtfolgen können vielfältig umgesetzt werden. Je nach Preislage auf dem Weltmarkt und lokaler Nachfrage für bestimmte beliebte Produkte, kann auf den arbeitsintensiven Anbau der Baumwolle verzichtet werden. Hier je ein Beispiel einer typischen Fruchtfolge mit und ohne Baumwolle bei einer Rotationsdauer von 4 Jahren mit einer Brachezeit von 2-3 Jahren oder mehr: mit Sesam: Erdnuss- Sesam- Hirse- Baumwolle- Brache Mit Fonio und ohne Baumwolle: Erdnuss- Fonio- Mais- Sorghum- Brache

In den ärmsten Ländern der Welt spielt die Selbstversorgung eine wichtige Rolle wie die Ergebnisse der OE Studie zeigen: so werden 25 % des geernteten Sesams und jeweils 35% von der Fonio- und Erdnussernte dem Haushalt zugeführt.
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Weitere Informationen zu Baumwolle finden Sie in unserer Infodatenbank: Rubrik "Baumwolle"
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