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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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PAN Germany Projekt - Biozide - Risiken mindern

InsektenSchädlinge im Haus. Was nun?

Weitere Informationen (u.a. zu einzelnen Schädlingen und Lästlingen) finden Sie in unseren Publikationen
Folgende Informationen stehen auch als Download (pdf-file, 363 kb) zur Verfügung

Tipps für gesundheits- und umweltgerechte Lösungen


Das schaffe ich allein


Spruehflasche Schädlinge können in jedem Haushalt vorkommen. Sie können Materialien oder Vorräte zerstören (z.B. Motten), ein hygienisches Problem darstellen (z.B. Schaben) oder einfach nur lästig sein (z.B. Staubläuse). Schnell stellt sich die Frage, ob man das Problem selbst in den Griff bekommen kann oder ob professionelle Hilfe nötig ist. Oft helfen einfache Maßnahmen und giftfreie Mittel. Nutzen Sie die unabhängige Beratung von PAN Germany und anderen Stellen (s. Adressen), um Ihre Gesundheit und die Umwelt zu schützen.

Was kann ich vorbeugend gegen Schädlingsbefall tun?

Damit Schädlinge im Haushalt gar nicht erst zum Problem werden, sollten Sie eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, zum Beispiel:

  • Nutzen Sie Fliegennetze/-gitter vor Fenstern.
  • Transportieren sie ihre Lebensmittel nicht in gebrauchten Kartons vom Supermarkt nach Hause.
  • Bewahren Sie Lebensmittel wie Mehl, Müsli u. ä. in dicht schließenden Gefäßen auf.
  • Waschen Sie Wolltextilien, die längere Zeit nichtgetragen werden und verstauen Sie diese in dicht schließenden Plastiktüten.
  • Kontrollieren Sie Ihre Schränke in regelmäßigen Abständen auf Schädlingsbefall und saugen sie diese mit dem Staubsauger aus.
  • Reduzieren Sie Verstecke wie Risse in Wänden, Hohlräume hinter Paneelen, unter Küchenpapier in Schränken etc.
  • Beobachten Sie Ihre Haustiere aufmerksam und reinigen Sie die Decken und Körbchen regelmäßig mit demStaubsauger.
  • Bewahren Sie Vorräte und Tierfutter für Mäuse und Ratten unzugänglich auf.
  • Sorgen sie für gute Lüftung in der Wohnung. Hohe Luftfeuchtigkeit fördert den Befall.

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Hier brauche ich professionelle Hilfe

InsektenWenn der Einsatz von Chemie nicht zu vermeiden ist, sollte dies ein ausgebildeter Schädlingsbekämpfer (Kammerjäger) tun. Wir raten dem ungeschulten Verbraucher: Hände weg von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln (Bioziden), denn die falsche oder unnötige Anwendung solcher Mittel kann viele Probleme nach sich ziehen:


  • Sie können gesundheitlich bedenkliche Rückstände hinterlassen, die lange in der Wohnung ausdünsten und die Bewohner belasten. Bedenken Sie, es handelt sich um gefährliche Stoffe, die Lebewesen abtöten sollen.
  • Sie führen nicht zu einer nachhaltigen Lösung des Schädlingsproblems, da die Ursachen nicht behoben werden.
  • Der Befall kann sich ausbreiten, da die Schädlinge in bislang nicht befallene Bereiche vertrieben werden.

Wenn ihr Haustier Flöhe hat, lassen Sie sich von ihrem Tierarztüber risikoarme Maßnahmen zur Umgebungsbehandlung in der Wohnung (Körbchen etc.) informieren. Der Einsatz von Präparaten gegen Flöhe im Wohnraum muss nicht immer erfolgen und sollte soweit es geht vermieden werden.

Adressen

Unabhängige Beratung bieten auch Gesundheitsämter, Umweltberatungsstellen, sowie die Verbraucherzentralen an.

Weitere Beratungsstellen in Hamburg Verbraucherzentrale: 040 / 248 32-260,
Hygiene-Institut: 040 / 428 457 970,
Umweltberatung der Bezirksämter: 040 / 428 280


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PAN Germany bedankt sich bei Dipl. Biol. Michael Ruhnau für die fachliche Expertise sowie für die finanzielle Unterstützung bei:

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Die Förderer übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, die Genauigkeit und Vollständigkeit der ANgaben sowie für die Beachtung privater Rechte Dritter. Die geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit denen der Förderer übereinstimmen.

Woran erkenne ich einen sachkundigen Schädlingsbekämpfer?


Wie finde ich einen sachkundigen Schädlingsbekämpfer?

Adressen von Schädlingsbekämpfungsfirmen in ihrer Nähe erhalten Sie beim Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband e.V. (www.dsvonline.de, Tel.: 0201/82185-0) oder beim Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. (www.vfoes.de, 0201 5209550).

Fragen Sie nach!

  • Lassen Sie sich von der Fachkraft vor Ort die Prüfungsurkunde der Industrie und Handelskammer (IHK) vorlegen. Zumindest sollte ein Sachkundenachweis in dem entsprechenden Teilgebiet der Schädlingsbekämpfung vorgelegt werden können. Ist das nicht der Fall, so darf die Person nur in Begleitung eines erfahrenen Kollegen arbeiten, der seine Sachkunde nachweisen kann.
  • Aussagen wie: "Ich kann diese Dinge nicht nachweisen, da ich nicht dem Verband angehöre" sollten Sie skeptisch machen. Hier geht es um eine gesetzlich vorgeschriebene Qualifizierung.
  • Ein guter Schädlingsbekämpfer sollte Ihnen zusätzlich Zertifikate über die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen zeigen können.
  • Das Zusatzprädikat "tüv-geprüft" gilt je 3 Jahre. Neben Sachkunde und Weiterbildung werden technische Standards und Arbeitsschutzbestimmungen der Firma geprüft.

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Auch dies gehört dazu

  • Ein seriöser Schädlingsbekämpfer wird Ihnen eine Kostenkalkulation erst dann geben, wenn er das befallene Objekt in Augenschein genommen hat. Pauschalangebote am Telefon sollten Sie skeptisch stimmen.
  • Zu einer sachgerechten Schädlingsbekämpfung und der nachhaltigen Lösung des Schädlingsproblems gehört eine fundierte Beratung über die Ursachen und ihre Vermeidung, die der Schädlingsbekämpfer in Rechnung stellen muss.
  • Eine Vernebelung der gesamten Wohnung mit Schädlingsbekämpfungsmitteln ist nur in den seltensten Ausnahmefällen notwendig. Die Regel sollte immer eine gezielte Behandlung der zuvor identifizierten Schlupfwinkel der Schädlinge mit spezifisch wirkenden Mitteln sein.

Das sollten Sie vereinbaren

Nach einem Vor-Ort-Termin sollten Sie folgendes schriftlich mit dem Schädlingsbekämpfer vereinbaren:

  • Wer führt die Bekämpfung durch (Name der Firma und des Mitarbeiters vor Ort)?
  • Um welche Art von Befall handelt es sich (Bestimmung der Schädlinge)?
  • Was ist das Bekämpfungsziel (in der Regel Tilgung des Befalls)?
  • Womit wird bekämpft (eingesetzte Präparate, Wirkstoffmenge und -konzentration, Anzahl der Behandlungen)?
  • Welches Bekämpfungsverfahren kommt zum Einsatz (z. B. Fraßköder)?
  • Wie und wann werden die gefährlichen Wirkstoffe wieder aus den Räumen entfernt (Dekontamination)?
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollten Sie treffen (Hinweise zu Risiken und Sicherheitsregeln)?
  • Wie viel kostet die Bekämpfung?

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Rechtliche Regelungen

Gewerbsmäßige Schädlingsbekämpfung benötigt eine Gewerbeanmeldung, die Anzeige beim Veterinäramt sowie einen Sachkundenachweis der Personen, die die Bekämpfung vor Ort durchführen. Sachkundig ist eine Person nach erfolgreicher Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer (3-jähriger Lehrberuf seit 2004), mit anerkanntem Abschluss als "Geprüfte(r) Schädlingsbekämpfer(in)", mit der Prüfung zum Gehilfen oder Meister für Schädlingsbekämpfung (nach früherem Recht der BRD und der ehemaligen DDR) oder mit einer vergleichbaren Sachkunde in einem Mitgliedsstaat der EG.

Die drei Haupteinsatzbereiche für die Schädlingsbekämpfung sind der Gesundheitsschutz, der Holz- und Bautenschutz und der Pflanzen- und Vorratsschutz. Es kann auch jeweils eine Teilsachkunde für einen dieser Bereiche erworben werden.


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