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PAN Germany Projekt - Biozide - Risiken mindern

Was tun gegen Lebensmittelmotten?


Folgende Informationen stehen auch als Download (pdf-file, 430 kb) zur Verfügung

Vorbeugende Maßnahmen

  • Bereits beim Einkauf auf unversehrte und korrekt verschlossene Verpackung bei Lebensmitteln achten und beim Entdecken von Mängeln das Verkaufspersonal darauf aufmerksam machen.
  • Auf kleine Vorratshaltung achten. Am besten so einkaufen, dass Lebensmittel recht zügig aufgebraucht werden können.
  • Zu Hause die Lebensmittel umgehend in gut verschließbare Glas-, Kunststoff-, Keramik- oder Porzellangefäße umfüllen. Dies verhindert den Befall von aussen, denn zugewanderte befruchtete Mottenweibchen können die Vorräte nicht erreichen, um ihre Eier abzulegen. Außerdem kann befallene Ware beim Umfüllen schnell erkannt werden.
  • Lebensmittellagerung, Fotonachweis: S. Smolka / PAN Germany
  • Bei neugekaufter Ware die Lebensmittel mit Gespinsten sofort zurück zum Händler bringen und reklamieren.
  • Lebensmittel kühl und trocken lagern, denn Motten benötigen für ihre Entwicklung ein feuchtes, warmes Klima.
  • Küche und Vorratsräume regelmäßig lüften.
  • Fliegennetze an Fenstern und Balkontüren verhindern den Zuflug von Motten. Ohne Netze sollten nachts die Fenster bei eingeschaltetem Licht geschlossen bleiben.
  • Lebensmittel übersichtlich lagern und die Vorräte regelmäßig kontrollieren.
  • Auf Sauberkeit im Schrank und im Regal achten. Krümel schnell entfernen und Fugen regelmäßig aussaugen. Häufiges feuchtes Wischen sollte im Vorratsschrank aber vermieden werden, da die Entwicklung der Motten durch Feuchtigkeit begünstigt wird.
  • Staubsauger, Fotonachweis: S. Smolka / PAN Germany
  • Kein Schrankpapier benutzen, Ritzen in Schrank und Wand abdichten, auf Wand- oder Deckenverkleidungen verzichten, und lose Tapeten reparieren, um den Faltern und Larven keine Versteckmöglichkeiten zu bieten.
  • Getreide kann in Baumwollsäcken gelagert werden. Die Säcke sollten kühl und trocken gelagert und regelmäßig gewendet werden. Eine abschreckende Wirkung haben Lorbeerblätter, von denen 1-2 Blätter in den Getreidevorrat gegeben werden können.
  • Weitere Düfte, die Lebensmittelmotten abschrecken, sind Lavendel, Nelken, Zedernholz, Pfefferminze, Patchuli oder Thuja (ätherisches Öl vom Lebensbaum). Der Handel bietet fertige Duftmischungen gegen Lebensmittelmotten an. Diese sollten rechtzeitig und bei Bedarf erneuert werden, bevor der Duft "verflogen" ist.
  • Lavendel
, Fotonachweis: Birgit H. / pixelio.de

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Vertreibende / Bekämpfende Maßnahmen

  • Zunächst ist der Befallsherd zu suchen und das Ausmaß des Befalls abzuschätzen. Dafür müssen alle Lebensmittel auf Verklumpungen, Gespinste und auf Motteneier (Lupe) kontrolliert werden Schnell handeln und ebenfalls benachbarte Schränke und Vorräte absuchen (auch das Tiertrockenfutter, wenn vorhanden).
  • Befallene Lebensmittel sind sofort in die Mülltonne zu beseitigen. Die kontaminierten Vorräte sollten nicht auf den Kompost gelangen, es sei denn, sie wurden zuvor erhitzt.
  • Einzelne Motten können mit Staubsauger oder Fliegenklatsche bekämpft werden.
  • Befallene Schränke sorgfältig reinigen, aussaugen und mit Essigwasser auswischen. Diese Maßnahme mehrmals im Abstand von zwei Wochen wiederholen.
  • Hitze: Ritzen oder andere schlecht zugängliche Stellen eines befallenen Vorratschrankes können mit einem Fön erhitzt werden, um die eventuell übrig gebliebenen Motten, Larven oder Eier abzutöten. Achtung: behandelte Flächen müssen hitzebeständig sein und es sollte genügend Abstand zwischen Wänden und Fön eingehalten werden, um ein Überhitzen des Föns zu vermeiden.
  • Fön, Fotonachweis: Birgit H. / pixelio.de
  • Kälte: Das Einfrieren bei minus18 °C für eine Woche tötet alle Entwicklungsstadien der Motten ab. Achtung: befallene Lebensmittel werden dadurch nicht wieder genießbar - sie gehören in den Müll. Diese Maßnahme ist nur bei Verdacht aus Vorsorge geeignet, z.B. für Lebensmittel, die in der Nähe des Mottenbefalls gelagert wurden.
  • Nützlinge: Bei hartnäckigem Befall ist der Einsatz von Nützlingen sehr zu empfehlen - auch in Privathaushalten. Das Prinzip: die natürlichen Feinde der Schadinsekten werden zur Bekämpfung eingesetzt. Bei Lebensmittelmotten sind dies Schlupfwespen (Trichogramma evanescens). Die Schlupfwespen sind mit einer Größe von nur ca. 0,4 mm sehr kleine Insekten. Sie parasitieren die Motteneier mit ihren eigenen Eiern, die daraufhin absterben. Sie sind so winzig, dass sie für Menschen oder für Haustiere weder gefährlich noch lästig sind. Sie verschwinden einfach, wenn ihre Arbeit getan ist und es keine Motteneier mehr zur Eiablage gibt. Der Handel bietet Kärtchen an, die einfach in den betroffen Vorratsschrank gelegt werden und in einem Zeitraum von ca. 10 Wochen 3 bis 4 Mal erneuert werden müssen. Die Nützlinge sind auch im Internet zu bestellen und werden mit mehreren Briefsendungen zugeschickt.
  • Kombination und Kontrolle: Die hier empfohlenen Maßnahmen müssen in der Regel über einen längeren Zeitraum oder wiederholt werden, da sie unterschiedlich gut gegen die verschiedenen Entwicklungsstadien wirken. Sinnvoll ist eine Kombination der verschiedenen Maßnahmen sowie eine Befalls- bzw. Erfolgskontrolle. Diese kann über das Aufstellen und Kontrollieren von Lockstoff-Fallen erfolgen.
  • Lockstoff-Fallen: Sie dienen zur wichtigen Befalls- und Erfolgskontrolle, dem sogenannten Monitoring. Das Prinzip: die natürlichen Sexuallockstoffe der Mottenweibchen werden dazu verwendet, die paarungsbereiten Mottenmännchen in eine Klebefalle zu locken. Die Sexuallockstoffe heißen Pheromone. Das Ausmaß des Befalls kann auf diese Weise kontrolliert werden. Ausserdem können Tiere gefangen werden, um sie von einem Experten bestimmen zu lassen. Fragen sie im Handel nach "Pheromon-Klebefallen für Lebensmittelmotten".

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Fotonachweis:
Lebensmittellagerung, S. Smolka / PAN Germany
Staubsauger, S. Smolka / PAN Germany
Lavendel, A. Schubert/ pixelio.de
Fön, Birgit H. / pixelio.de

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