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PAN Germany Projekt - Biozide - Risiken mindern

Was tun gegen Kleidermotten?


Folgende Informationen stehen auch als Download (pdf-file, 430 kb) zur Verfügung

Vorbeugende Maßnahmen

  • Kleidungsstücke, Decken und ähnliches aus Wolle oder mit einem Wollanteil sollten vor längerem Einlagern gewaschen werden (z.B. die Winterpullover im Frühling) und anschließend in Zeitungspapier oder Leinen einschlagen und in gut schließenden Papierbeuteln, Kleidersäcken oder Bettbezügen aufbewahren.
  • Selten benutzte Kleidung, Felle, Decken oder Wandteppiche sollten regelmäßig ausgeklopft, ausgelüftet und in die Sonne gelegt werden.
  • Fliegennetze an Fenstern und Balkontüren verhindern den Zuflug von Motten.
  • In der Regel werden Wollteppiche mit Insektiziden (Pyrethroide) gegen Mottenfraß ausgerüstet. Es geht aber auch ohne Insektizide. Allerdings bedarf ein unbehandelter Teppich mehr Pflege. Sie sollten darauf achten, dass er frei im Raum liegt, gut abzusaugen und auszuklopfen ist. Der gesamte Teppich sollte dem Sonnenlicht ausgesetzt sein, da dunkle Stellen unter Schränken etc. gerne von Motten oder Teppichkäfern befallen werden. Möchten sie eine mögliche Pyrethroidbelastung oder einen Mottenbefall in ihrer Wohnung sicher vermeiden, sollten sie einen anderen Bodenbelag wählen (z.B. Laminat, Parkett, Kork).
  • Teppich, Fotonachweis: Pandi / pixelio.de
  • Zur Vorbeugung gegen Motten können Naturprodukte mit ätherischen Ölen verwendet werden, die eine abschreckende Wirkung auf die Insekten ausüben. Stoffe mit dieser Wirkung werden auch als Repellentien oder Vergrämungsmittel bezeichnet. Ätherische Öle können jedoch nur vorbeugend verwendet werden. Sie helfen wenig, wenn bereits ein Befall vorliegt. Wohlriechende, aber die Motten abschreckende Öle sind z. B. im Lavendel, im Zedernholz oder in Walnussblättern enthalten. Duftsäckchen für den Kleiderschrank oder die Kommode werden von Drogerien, Apotheken, Reformhäusern oder vom Naturkosthandel angeboten. Wichtig ist, dass die Duftsäckchen oder die Holzstücke regelmäßig erneuert werden, bevor sich ihr Duft gänzlich verflüchtigt hat. Zedernholzstücke können gelegentlich mit Schmirgelpapier angerauht werden, dann duften sie länger. Viele andere Naturprodukte, denen früher mottenabweisende Wirkungen zugeschrieben wurden, haben sich als wirkungslos erwiesen beispielsweise Cayenne-Pfeffer, Angelikawurzel, schwarzer Pfeffer, Quassiaholz und Eukalyptusblätter.
  • Lavendelblüten, Fotonachweis: S. Smolka / PAN Germany
  • Neben naturbelassenenen Produkten werden auch viele Mittel mit Extrakten aus ätherischen Ölen angeboten, die zwischen die Textilien gehängt werden oder als Spray auf Textilien gesprüht werden können. Häufig wird Lavandinöl als Wirkstoff verwendet. Das Lavandinöl stammt aus den Blüten der Lavandinpflanze (einem Bastard aus zwei Lavendelarten). Für empfindliche Personen ist aber Vorsicht geboten, denn es besteht die Möglichkeit, dass diese hochkonzentrierten Extrakte Unwohlsein oder Kopfschmerzen hervorrufen können. Bei Nutzung dieser Mittel sollte daher zunächst vorsichtig geprüft werden, ob die entstehenden Gerüche als angenehm empfunden werden. Es gibt zum Beispiel Produkte, bei denen zusätzliche Duftstoffe hinzugefügt werden, die bekanntermaßen Allergien auslösen können, z.B. D-Limonen, Gerniol oder Linalool. Der Hersteller hat auf die allergene Wirkung auf der Verpackung hinzuweisen. Ein genauer Blick aufs Kleingedruckte ist daher für Allergiker und empfindliche Personen zu empfehlen.
  • Informieren Sie sich vor dem Kauf genau über die Inhaltsstoffe auf der Rückseite der Verpackung. Gerade bei Kleidermotten werden häufig Produkte mit chemisch-synthetischen Wirkstoffen markant mit den Attributen "Lavendelduft" oder "Zedernduft" beworben, so dass der Verbraucher leicht den falschen Eindruck gewinnen kann, es würde sich um ein Mittel mit natürlicher Wirkung handeln.
  • Lavendel, Fotonachweis: Ernst Rose / pixelio.de

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Vertreibende / Bekämpfende Maßnahmen

  • Zunächst ist es wichtig, den Befallsherd festzustellen, indem geschaut wird, welche Textilien Fraßlöcher aufweisen und wo Eier, Larven oder Gespinste zu finden sind.
  • Zerstörte, nicht reparierbare Textilien sollten unverzüglich in einer verschlossenen Plastiktüte über die Mülltonne entsorgt werden.
  • In der Umgebung der befallenen Textilien, d. h. in Kleiderschränken, Kommoden oder Truhen alle Spalten und Ritzen gründlich mit dem Staubsauger reinigen. Nur dann feucht wischen, wenn im Anschluss eine gute Trocknung gewährleistet wird. Es gilt Feuchtigkeit zu vermeiden, da ein feucht-warmes Klima die Vermehrung der Motten begünstigt.
  • Befallene und in der Nähe liegende Textilien gründlich reinigen (ausklopfen, absaugen, waschen). Nach der Reinigung die Textilien ausgebreitet und unter Wenden dem Sonnenlicht aussetzen. Die noch verbliebenen Eier und Larven trocknen auf diese Weise aus und das Sonnenlicht tötet die Tiere bzw. die Eier ab.
  • Hitze und Kälte: Wiederholte extreme Temperaturschwankungen stoppen die Entwicklung der Larven und töten die Tiere ab. Dies ist eine praktikable Methode für solche Textilien, die nicht waschbar sind (z.B. kleine Wandteppiche, Stickbilder, Pelze). Bei der Heißluftbehandlung eignet sich am besten ein Umluftherd. Eine Temperatur zwischen 50 und 60 °C reicht bei einer Einwirkdauer von knapp einer Stunde aus, um Mottenlarven und Eier abzutöten. Diese Behandlung läßt sich auch in einem herkömmlichen Backofen durchführen, wenn sich die Temperatur exakt regulieren läßt. Achtung: immer in der Nähe bleiben, da ggf. Brandgefahr! Die zweite, jedoch nicht so sichere Methode ist das Einfrieren der befallenen Textilien in der Gefriertruhe / Gefrierschrank (z.B. für empfindliche Wollpullover geeignet). Wichtig ist, dass die Maßnahmen über einen Zeitraum von mehreren Wochen ein paarmal wiederholt werden.
  • Nützlinge:? Bei hartnäckigem Befall ist der Einsatz von Nützlingen sehr zu empfehlen. Das Prinzip: die natürlichen Feinde der Kleidermotte werden zur Bekämpfung eingesetzt. Als Nützlinge dienen Schlupfwespen (Trichogramma evanescens). Die Schlupfwespen sind mit einer Größe von nur ca. 0,4 mm sehr kleine Insekten. Sie legen ihre Eier in die Motteneier ab, die daraufhin absterben. Sie sind so winzig, dass sie für Menschen oder für Haustiere kaum wahrnehmbar sind. Sie verschwinden einfach, wenn ihre Arbeit getan ist und es keine Motteneier mehr zur Eiablage gibt. Der Handel bietet Kärtchen an, die einfach in den betroffen Schrank zwischen die Textilien gelegt werden und in einem Zeitraum von rund 12 Wochen ca. 6 Mal erneuert werden müssen. Die Nützlinge sind auch im Internet zu bestellen und werden mit mehreren Briefsendungen zugeschickt.
  • Neem-Extrakt: Der Pflanzenextrakt Neem (oder Niem)wirkt als natürliches Insektizid und wird aus den Blättern und Samen des indischen Neembaumes hergestellt. Es wirkt nicht als Nervengift wie andere Insektizide, sondern stoppt die Entwicklung bei Insekten. Die Wirkung besteht darin, dass die Insektenlarven innerhalb weniger Stunden nach der Behandlung inaktiviert werden. Es kommt zu einem anhaltenden Fraßstopp. Nach einigen Tagen können sich die Mottenlarven nicht weiter entwickeln und sterben ab. Somit wird der Entwicklungs- und Vermehrungszyklus an dieser Stelle unterbrochen.
  • Kombination und Kontrolle:?Die hier empfohlenen Maßnahmen müssen in der Regel über einen längeren Zeitraum erfolgen bzw. wiederholt werden, da sie unterschiedlich gut gegen die verschiedenen Entwicklungsstadien wirken. Sinnvoll ist eine Kombination der verschiedenen Maßnahmen, sowie eine Befalls- bzw. Erfolgskontrolle. Diese kann über das Aufstellen und Kontrollieren von Lockstoff-Fallen erfolgen.
  • Lockstoff-Fallen: Sie dienen der wichtigen Befalls- und Erfolgskontrolle, dem sogenannten Monitoring. Das Prinzip: die natürlichen Sexuallockstoffe der Mottenweibchen (die Pheromone) werden dazu verwendet, die paarungsbereiten Mottenmännchen in eine Klebefalle zu locken. Das Ausmaß des Befalls kann auf diese Weise kontrolliert werden. Ausserdem können auf diese Weise Tiere für eine genaue Bestimmung durch einen Experten gesammelt werden, falls nicht sicher ist, mit welchem Schädling man es genau zu tun hat. Fragen sie im Fachhandel nach "Pheromon-Klebefallen für Kleidermotten".

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Fotonachweis:
Teppich, Pandi / pixelio.de
Lavendelblüten, S. Smolka / PAN Germany
Lavendel, Ernst Rose / pixelio.de

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