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PAN Germany Projekt - Biozide - Risiken mindern

Kleidermotten

Folgende Informationen stehen auch als Download (pdf-file, 430 kb) zur Verfügung

Kleidermotte, Fotonachweis: Gabriele Krumm Im folgenden bieten wir Ihnen praktische Tipps für eine gesundheits- und umweltgerechte Vorgehensweise gegen Kleidermotten. Ein Befall mit Kleidermotten kommt vergleichsweise häufig vor. Die Mottenlarven zerfressen Naturtextilien, wie Wollpullover oder Wollteppiche und sind aus diesem Grund sehr lästig. Im Haushalt kann durch einfache Vorsorgemaßnahmen ein Mottenbefall oder dessen Ausbreitung verhindert werden. Sollte dennoch ein Befall auftreten, so ist es nicht notwendig zur Giftspritze zu greifen. Es gibt verschiedene, sehr wirkungsvolle Methoden und Produkte, die im Vergleich zu chemischen Mottengiften keine Risiken für die Gesundheit oder für die Umwelt darstellen.


Welche Schäden verursachen Kleidermotten?

Die Larven der Kleidermotten ernähren sich von keratinhaltigen Materialien wie Wolle, Haaren oder Federn. Sie sind die bedeutendsten tierischen Wollzerstörer in Mitteleuropa. Demgegenüber sind pflanzliche Fasern (z.B. Baumwolle) nicht sehr appetitlich für die Motten, so dass Textilien aus diesen Materialien von einem Befall verschont bleiben. Bei Mischgeweben wird nur der Wollanteil zerstört. Getragene Textilien, Decken und ähnliches, die mit Schweiß oder Nahrungsresten verunreinigt sind und längere Zeit nicht bewegt wurden, werden bevorzugt von Motten befallen. Gleiches gilt für unbehandelte Wollteppiche, die nicht häufig betreten werden oder die in nicht begehbaren Ecken und dunklen Winkeln verlegt wurden. Da ein Mottenbefall in der Regel nicht von selbst verschwindet, ist es notwendig, etwas gegen die Textilschädlinge zu unternehmen. Noch besser ist es, bereits vorsorglich Maßnahmen gegen einen möglichen Mottenbefall zu ergreifen.

Woran erkennt man Kleidermotten?

Wollpullover, Fotonachweis: Manwalk / pixelio.de Die Kleidermotte oder Textilmotte gehört zu den Schmetterlingen und ist ein unscheinbarer, kleiner Nachtfalter mit strohgelben Flügeln. Sie können das ganze Jahr über in der Wohnungen angetroffen werden. Kleidermotten sind extrem lichtscheu, sie werden erst während der Dämmerung aktiv und versuchen sich zu verstecken, wenn sie gestört werden. Sie fliegen nicht auf Lichtquellen zu. Dies ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu anderen harmlosen Nachtfaltern, die gerne vom Licht angezogen werden. Verwechselt werden sollten sie auch nicht mit den verwandten Vorratschädlingen, wie der Mehl- oder der Dörrobstmotte, deren Revier die Küche oder die Vorratskammer ist (siehe PAN-Infoblatt zu Lebensmittelmotten). Ein Unterscheidungsmerkmal ist der flatternd-taumelnde Flug der Kleidermotte im Gegensatz zu dem ruhigeren, geradlinigeren Flug der Lebensmittelmotten. Meistens wird ein Befall erst dann entdeckt, wenn sich Fraßlöcher in den Textilien zeigen. Bei Motten sind diese relativ klein und unregelmäßig über das gesamte Kleidungsstück verteilt. Bei einem anderen wichtigen Textilschädling - dem Teppichkäfer - beschränken sich die Fraßlöcher in der Regel auf einen begrenzten Bereich und können im Vergleich sehr groß sein.


Wieso sollten Sie auf chemisch-synthetische Mottenbekämpfungsmittel verzichten?

Schädlingsbekämpfungsmittel gehören zu den Biozidprodukten. Chemische Biozide gelten grundsätzlich als gefährliche Stoffe, denn ihre Zweckbestimmung ist es, Lebewesen zu schädigen. Seit 2004 verbietet der Gesetzgeber daher grundsätzlich verharmlosende Angaben bei diesen Mitteln wie "ungiftig" oder "unschädlich".
Beim Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln können Gesundheitsrisiken auftreten, die besonders für empfindliche Personengruppen, wie Babies, Kleinkinder, Schwangere oder Kranke problematisch werden können. Mittel gegen Insekten (Insektizide) enthalten oft Nervengifte, die auch das Nervensystem von Menschen und Haustieren schädigen können.
In der Regel sind synthetische, d.h. künstlich hergestellte Wirkstoffe viel langlebiger als natürliche Stoffe. Die stabilen Insektengifte können in die Innenraumluft übertreten, Lebensmittel kontaminieren oder werden mit dem Abfall oder mit dem Wischwasser in die Umwelt eingeleitet und belasten Böden und Gewässer. Zwar kosten Vorsorgemaßnahmen oder der Einsatz von natürlichen Verfahren in der Regel mehr Geduld und können aufwändiger sein. Dieser Einsatz lohnt sich aber, da Sie auf der sicheren Seite sind und sich keine Sorgen um mögliche Gesundheitsrisiken oder um Umweltbelastungen machen müssen.

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....und noch mehr Wissenswertes zu Kleidermotten

Tineola bisselliella Fotonachweis: H. Roweck / Ökologiezentrum Kiel Die typische Kleidermotte (Tineola bisselliella) ist 4-9 mm lang und hat eine Flügelspannweite von 12-16 mm. Körper und Vorderflügel sind strohgelb mit einem seidigem Glanz ohne Flecken oder Zeichnungen. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Motten, deren Vorderflügel in der Regel mit dunkleren Punkten oder Bändern versehen sind. Die Hinterflügel sind graugelb. In Ruhestellung werden die Vorderflügel nach hinten über die Hinterflügel zusammmengelegt.
Charakteristisch für einen Kleidermotten-Befall sind die seidigen Gespinströhren, die in oder auf den befallenen Geweben festgesponnen sind und in denen sich die Raupen meist aufhalten. Diese Röhren befinden sich bei glatten Stoffen an der Oberfläche, bei Pelzen oder lockeren Wollgeweben in der Tiefe. Ein weiteres Erkennungszeichen sind unregelmäßig geformte Kotbröckchen, die häufig die Farbe des befallenen Gewebes aufweisen und manchmal irrtümlich für Motteneier gehalten werden.
Die eigentlichen Schädlinge sind nicht die erwachsenen Tiere, denn diese nehmen gar keine Nahrung auf. Die Larven, bei den Schmetterlingen auch Raupen genannt, verursachen den Schaden. Sie werden 7 - 9,5 mm lang, sind weißlich oder weißlich-gelb mit einem gelbbraunen Kopf mit dunklerem, manchmal fast schwarzen Hinterrand.

Tineola bisselliella Fotonachweis: H. Roweck / Ökologiezentrum KielDie Entwicklungsstadien der Motten sind dieselben wie bei anderen Insekten, vom Ei über die Larve und Puppe zum erwachsenen Falter. Die Weibchen legen über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen 50 - 250 Eier ab. Die ca. 0,6 mm großen Eier werden direkt auf geeignete Nahrung abgelegt. Die geschlüpften Larven leben verborgen in ihrem Nahrungssubstrat. Im Puppenstadium vollzieht sich die vollständige Entwicklung zum Falter. In diesem Stadium und als erwachsener Falter wird keine Nahrung aufgenommen. Die Entwicklungsdauer und die Überlebensrate bis zum erwachsenen Insekt hängt stark von den äußeren Bedingungen ab. Optimal sind Temperaturen um 24 °C und einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 75%.
Die vollständige Entwicklung vom Ei bis zum Vollinsekt kann innerhalb von 65 - 90 Tagen abgeschlossen sein. Sie kann sich bei Nahrungsmangel aber auch über mehrere Jahre hinziehen. Unter günstigen Bedingungen treten 3 bis 4 Generationen im Jahr auf.
Dies bedeutet, dass sich Kleidermotten in beheizten Gebäuden das ganze Jahr über vermehren können. Erst Temperaturen unter 15 °C und über 30 °C sowie Trockenheit wirken sich ungünstig auf die Entwicklung aus. In unbeheizten Räumen kommt daher meist nur eine Generation zur Entwicklung. Die Flugzeit der Falter liegt dann zwischen Mai und August.
Zwar fliegen die Männchen häufiger als die Weibchen, beide Geschlechter können jedoch durch Flug gewisse Entfernungen zurücklegen und sich so beispielsweise von Gebäude zu Gebäude verbreiten.

Tinea pellionella Fotonachweis: H. Roweck / Ökologiezentrum KielEs gibt einen weiteren Kleinschmetterling, der als Textilienschädling vorkommt - die sehr viel seltenere Pelzmotte (Tinea pellionella). Sie ist dunkler gefärbt und hat diffuse dunkle Punkte auf den Vorderflügeln, die eine Spannweite von 9 -17 mm haben. Ihre Larven halten sich in einem rucksackartigen Gespinstköcher auf, den sie mit sich herumtragen. Die seltenere Pelzmotte bevorzugt kühlere Aufenthaltsorte, wie Schuppen, Ställe oder Dachböden und ist daher in beheizten Wohnungen seltener anzutreffen.


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PAN Germany bedankt sich bei Dipl. Biol. Michael Ruhnau und bei Dirk Petersen für die fachliche Expertise, für die Fotos der Kleidermotten bei Prof. Hartmut Roweck, Ökologiezentrum Kiel
sowie für die finanzielle Unterstützung bei:

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Die Förderer übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, die Genauigkeit und Vollständigkeit der ANgaben sowie für die Beachtung privater Rechte Dritter. Die geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit denen der Förderer übereinstimmen.

Fotonachweis:
Wollpullover, Manwalk / pixelio.de
Kleidermotte auf rotem Untergrund, Gabriele Krumm
Tineola bisselliella, H. Roweck / Ökologiezentrum Kiel
Mottenlarve, Gabriele Krumm
Tineola Tinea pellionella, H. Roweck / Ökologiezentrum Kiel

Was tun gegen Kleidermotten?


Vorbeugende Maßnahmen

Vertreibende / Bekämpfende Maßnahmen

Fragen Sie nach!

Fragen Sie im Handel nach Produkten ohne chemische Wirkstoffe. Der Handel bietet bereits viele unbedenkliche Produkte an und wird bei direkter Nachfrage sein Sortiment entsprechend ausrichten. Bestehen Sie auf eine kompetente, umfassende Verkaufsberatung. Lassen Sie sich nicht durch irreführende oder verharmlosende Werbesprüche beeindrucken: Beispielsweise bedeutet "naturnah" oder "von der Natur abgeschaut" gerade nicht, dass das Mittel natürliche Inhaltsstoffe hat, sondern dass es synthetisch ist. Schauen Sie deshalb genau und kritisch auf die Werbung und aufs Kleingedruckte.

Nutzen Sie das Angebot unabhängiger Beratungsstellen zur gesundheits- und umweltgerechten Vorgehensweise gegen Schädlinge und Lästlinge. Wenden Sie sich an:
die Beratungsstellen in Hamburg: Verbraucherzentrale: 040/248 32-260, Hygiene-Institut: 040/428 457 970, Umweltberatung der Bezirksämter: 040/428 280.



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