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PAN Germany Projekt - Biozide - Risiken mindern

Ameisen

Folgende Informationen stehen auch als Download (pdf-file, 430 kb) zur Verfügung

Biozid_Logo, Fotonachweis: PAN Germany Dieses Informationsblatt bietet praktische Tipps für gesundheits- und umweltgerechte Vorhergehensweisen gegen Ameisen. Besonders in den Sommermonaten können Ameisen lästig werden, wenn sie auf der Suche nach Nahrung in Gebäude und Wohnungen vordringen. In der Regel birgt ein Befall von Ameisen kein gesundheitliches Risiko. Allerdings können Lebensmittel verderben oder Materialien, z.B. Holz, zerstört werden. Bei vielen Arten kann ein Befall durch einfache Vorsorgemaßnahmen verhindert werden. Zieht sich dennoch eine Ameisenstraße durch die Küche, so ist es nicht notwendig, zum Insektengift zu greifen. Es gibt verschiedene, sehr wirkungsvolle Methoden und Produkte, die im Vergleich zu chemischen Ameisengiften keine Risiken für Ihre Gesundheit oder die Umwelt darstellen.


Welche Schäden verursachen Ameisen?


Ameisen sind wichtige Glieder der biologischen Vielfalt. Sie zählen allerdings auch zu den Vorratschädlingen, die sich gerne von zucker- oder eiweißhaltigen Lebensmitteln ernähren. Diese Lebensmittel können durch Verschleppung von Keimen verderben und sollten entsorgt werden. Ameisen, die in Deutschland im Haus vorkommen können, bergen i.d.R. keine gesundheitlichen Risiken. Der Biss oder Stich von Ameisen ist in unseren Breiten ungefährlich. Bei empfindlichen Personen können Quaddeln oder Allergien in Form von Ausschlägen oder Schwellungen auftreten. Ameisen können als Materialschädlinge z.B. in elektrische Geräte eindringen, wodurch es im schlimmsten Fall zu Kabelbränden kommen kann. Einige Ameisenarten gehören zu den Holzschädlingen.

Wie kommt die Ameise ins Haus?

Ameisen spielen eine wichtige Rolle in unseren Ökosystemen. Ameisen auf Zucker Mit ihren vielen Gangsystemen lockern sie den Boden auf und fördern so das Wachstum von Pflanzen. Hinzu kommt, dass sie viel Biomasse in den Boden bringen, was die Bodenfruchtbarkeit erhöht. Waldameisen pflegen Rindenläuse und erhöhen so die Ausscheidung von Honigtau, die Basis des kostbaren Waldhonigs. Die häufigsten Ameisenarten legen ihre Nester außerhalb des Hauses unter Steinen, Platten, in Wandrissen, in Isolierschichten oder im bereits morschen oder pilzgeschädigten Holz an. Eine Ausnahme ist die eingeschleppte Pharaoameise, die außerhalb beheizter Gebäude in diesen Breiten nicht überleben könnte. Die meisten Ameisenarten kommen nur zur Nahrungsaufnahme ins Gebäude, beispielsweise durch undichte Türen, Fenster oder Wandlücken. Wenn eine Ameise eine aussichtsreiche Nahrungsquelle entdeckt hat, markiert sie den Weg dorthin mit Duftstoffen. Je attraktiver das Futter, desto mehr Ameisen wandern dort hin und desto intensiver wird der Signalduft. So entsteht eine Ameisenstraße.


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....und noch mehr Wissenswertes zu Ameisen

Ameisenhaufen= Ameisen sind sehr interessante, staatenbildende Insekten, die in unterschiedlich großen Nistkolonien zusammenleben. Die Ameisenstaaten bestehen aus Arbeiterinnen und den geflügelten Geschlechtstieren, das sind die Männchen und die Königinnen. In der Hauptschwärmzeit der Ameisen von Juni bis August kann es zuweilen zu Massenauftreten der geflügelten Geschlechtstiere kommen. Dies kann etwas lästig sein, richtet jedoch keinen Schaden an. Nach der Begattung werfen die befruchteten Königinnen ihre Flügel ab und die Männchen sterben. Die Königinnen legen in Schüben ganzjährig (doch oft mit Winterpause) mehrere hundert mikroskopisch kleine Eier, aus denen sich die beinlosen, segmentierten Larven entwickeln. Die Larven werden von den ungeflügelten Arbeiterinnen gefüttert, bis sie sich verpuppen. Die weißlichen ovalen Puppen der Ameisen werden häufig fälschlicherweise für deren Eier gehalten. Bei Störungen und Gefahr versuchen die Arbeiterinnen, die Puppen durch Verschleppen zu retten. Aus den Puppen schlüpfen die fertigen Ameisen. Bei einem Befall sollte zunächst die Art bestimmt werden, denn dies ist entscheidend für die weitere Vorgehensweise. Häufig auftretende Arten sind die Rasenameise, die schwarzgraue Wegameise und die glänzendschwarze Holzameise. Eine Sonderstellung nimmt die eher seltene Pharaoameise ein, denn sie ist sehr schwer zu bekämpfen.


Die Rasenameise (Tetramorium caespitum)

Rasenameise (Tetramorium caespitum) gehört zu den Knotenameisen. Ihr Hinterleibsstiel besteht aus zwei knotigen Gliedern. Am hinteren Rücken besitzt sie einen Stachel mit einer Giftdrüse, die zur Verteidigung und zum Beutefang benutzt wird. Die Rasenameise baut ihr Nest im Garten unter Platten, Steine und ähnliches. Oft bildet sie an Wegrändern große Erdkolonien, die an lockeren Kuppeln zu erkennen sind. Die Arbeiterinnen wandern häufig in Häuser ein und gehen an Lebensmittelvorräte. Die ungeflügelten Arbeiterinnen sind 2 bis 3,5 mm lang und gelb-rot bis braun gefärbt. Die Geschlechtstiere sind um einiges größer als die Arbeiterinnen. Die geflügelten Männchen sind 5,5 mm lang und dunkelbraun, ebenso die Königinnen, die bis zu 7mm lang werden können.


Die schwarzgraue Wegameise (Lasius niger)

Die schwarzgraue Wegameise (Lasius niger) gehört zu den Schuppenameisen, da ihr Hinterleibsstiel von einer großen Schuppe bedeckt ist. Wie die Rasenameise besitzt sie am hinteren Rücken eine Giftdrüse, die vorwiegend Ameisensäure zur Feindabwehr absondert. Im Gegensatz zu der Rasenameise, die die Gifte mit ihrem Stachel injiziert, versprüht die Wegameise die Wirkstoffe auf die Haut. Die Geschlechtstiere schwärmen vorwiegend Ende Juli bis August. Pro Volk ist immer nur eine fruchtbare Königin vorhanden, die in einem Erdloch überwintert und im Frühjahr ihre Eier unter Steine, Mauern, Baumrinden etc. ablegt. Die Arbeiterinnen sind grau bis dunkelbraun und 3 bis 5 mm lang. Die Männchen sind 3,5 bis 4,5 mm lang und die Königinnen sind bis zu 9 mm lang. Im Freien ist die bevorzugte Nahrung der Wegameise Honigtau von Schild- und Blattläusen. Sie geht aber wie die Rasenameise an Lebensmittel des Menschen. Die Wegameise baut ihre Nester auch in vorgeschädigte, morsche Hölzer in oder an Gebäuden.


Die glänzend schwarze Holzameise (Lasius fuliginosus)

Die glänzend schwarze Holzameise (Lasius fuliginosus) Der Körper der Holzameise ist schwärzlich gefärbt und auffallend glänzend. Sie gehört zu den Holzschädlingen und baut ihre wabenartigen Nester in hohle Baumstämme, seltener ins Erdreich, zuweilen aber auch in Treppen, Fußböden oder Fensterholz von Gebäuden. Von diesen Nestern wandern die Arbeiterinnen auf bestimmten Wegen, die mit Duftstoffen markiert werden, zu Blattlauskolonien, deren Honigtau sie fressen und an ihre Brut weitergeben. Bei verlockendem Nahrungsangebot bedienen sie sich auch gerne bei den Vorräten oder beim Abfall des Menschen. Zur Paarung schwärmen die Geschlechtstiere im Juni, Juli aus. Die Arbeiterinnen werden 4 bis 6 mm lang, die Männchen 4,5 bis 5 mm, und die Königinnen 6 bis 6,5 mm. Neben der Holzameise siedeln sich drei weitere holzschädigende Arten direkt im Haus an und können Balken aushöhlen oder Dämmstoffe zerkleinern: die Rossameise (Camponotus ligniperda), die Zweifarbige Wegameise (Lasius emarginatus) und die Braune Wegameise (Lasius brunneus). Bei einem Befall ist ein professioneller Schädlingsbekämpfer und ein Bausachverständiger unerlässlich, da es zu erheblichen Schäden an der Bausubstanz kommen kann. Holzschädigende Ameisen können wie der Holzbock professionell mit Heißluft oder mit Kälte (flüssigem Stickstoff) bekämpft werden. Fragen Sie gezielt nach diesen nicht-chemischen Alternativmethoden.


Die Pharaoameise (Monomorium pharaonis)

Die Pharaoameise (Monomorium pharaonis) Anders als die bereits beschriebenen Arten stammt die Pharaoameise ursprünglich aus Ostindien und benötigt zur Vermehrung Temperaturen von 25° bis 30°C. Die Nester befinden sich daher immer an beheizten Standorten, etwa in schwer zugänglichen Heizungsschächten, in Fugen von Möbeln, in Isoliermaterialien von Kühlschränken oder in Verpackungsmaterialien. Die Ameisen sind sehr klein, bernsteingelb mit einem dunklen zweigliedrigen Hinterleibsstiel zwischen Bruststück und Hinterleib. Die flügellosen Arbeiterinnen werden 1,5 bis 2,4 mm lang, die Männchen 2,8 bis 3,1 mm und die Königinnen 3,5 bis 4,8 mm. Ein Ameisennest mit bis zu 200 Königinnen und etwa einer Million Arbeiterinnen ist nicht größer als eine Faust. Sie bevorzugen eiweißhaltige Nahrung und können in Bäckereien, Fleischereien und ähnlichen Betrieben auftreten. Von dort aus können sie z.B. über Verpackungsmaterialien in andere Einrichtungen wie Großküchen, Krankenhäuser oder in Privathaushalte verschleppt werden. Pharaoameisen können zu einem ernstzunehmenden Hygieneproblem werden. Beispielsweise dringen sie in medizinische Geräte und Wundverbände ein und können so gesundheitsgefährdende Keime, wie Streptokokken, Staphylokokken oder Salmonellen übertragen. Oft sind mehrere Nester miteinander verbunden. Eine Bekämpfung ist sehr schwer, da sie Bereiche mit toten Artgenossen meiden und sich so der weiteren Bekämpfung entziehen. Die Bekämpfung von Pharaoameisen sollte von Anfang an einem sachkundigen Profi überlassen werden.



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PAN Germany bedankt sich bei Dipl. Biol. Michael Ruhnau für die fachliche Expertise
sowie für die finanzielle Unterstützung bei:

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Die Förderer übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, die Genauigkeit und Vollständigkeit der ANgaben sowie für die Beachtung privater Rechte Dritter. Die geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit denen der Förderer übereinstimmen.

Fotonachweis:
Ameisen mit Zucker: © Derek Lilly, www.morguefile.com
Ameisenhaufen: ©Bettina, www.pixelio.de
Rasenameise: © Joseph Berger, www.bugwood.org
Schwarzgraue Wegameise: © Jens Buurgaard Nielsen, The Hague, The Netherlands, http://de.wikipedia.org/wiki/ Datei:Lasius_Niger.jpg
Glänzend schwarze Holzameise: © Angela Schwarz, www.insektengalerie.de
Pharaoameise: © Sasha, www.fotolia.de


Was tun gegen Ameisen?


Vorbeugende Maßnahmen

Vertreibende / Bekämpfende Maßnahmen

Warum auf chemisch-synthetische Ameisenbekämpfungsmittel verzichten?

Schädlingsbekämpfungsmittel gehören zu den Biozidprodukten. Chemische Biozide gelten grundsätzlich als gefährliche Stoffe, denn ihre Zweckbestimmung ist, Lebewesen zu schädigen. Seit 2004 verbietet der Gesetzgeber daher grundsätzlich verharmlosende Angaben wie "ungiftig" oder "unschädlich" bei diesen Mitteln. Beim Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln können Gesundheitsrisiken auftreten, die besonders für empfindliche Personengruppen wie Babys, Schwangere oder Kranke problematisch werden können. Mittel gegen Insekten enthalten oft Nervengifte, die auch das Nervensystem von Menschen und Haustieren schädigen können. In der Regel sind synthetische, d.h. künstlich hergestellte Wirkstoffe, viel langlebiger als natürliche Stoffe. Die stabilen Insektengifte können in die Innenraumluft übertreten, Lebensmittel kontaminieren oder werden mit dem Abfall oder mit dem Wischwasser in die Umwelt eingeleitet und belasten Böden und Gewässer. Der Einsatz von natürlichen Verfahren kostet in der Regel mehr Geduld und kann aufwändiger sein. Dieser Einsatz lohnt sich aber, da Sie auf der sicheren Seite sind und sich keine Sorgen um mögliche Gesundheitsrisiken oder um Umweltbelastungen machen müssen.

Fragen Sie nach!

Fragen Sie im Handel nach Produkten ohne chemische Wirkstoffe. Der Handel bietet bereits viele unbedenkliche Produkte an und wird bei direkter Nachfrage sein Sortiment entsprechend ausrichten. Bestehen Sie auf eine kompetente, umfassende Verkaufsberatung. Lassen Sie sich nicht durch irreführende oder verharmlosende Werbesprüche beeindrucken: Beispielsweise bedeutet "naturnah" oder "von der Natur abgeschaut" gerade nicht, dass das Mittel natürliche Inhaltsstoffe hat, sondern dass es synthetisch ist. Schauen Sie deshalb genau und kritisch auf die Werbung und aufs Kleingedruckte.

Nutzen Sie das Angebot unabhängiger Beratungsstellen zur gesundheits- und umweltgerechten Vorgehensweise gegen Schädlinge und Lästlinge. Wenden Sie sich an:
die Beratungsstellen in Hamburg:
Verbraucherzentrale: 040/248 32-260,
Hygiene-Institut: 040/428 457 970,
Umweltberatung der Bezirksämter: 040/428 280.



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