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PAN Germany Projekt - Biodiversität versus Pestizide

Pestizide gefährden Bienen

Bienen sichern Erträge und fördern die Biodiversität


Biene auf Apfelblüte, Fotorechte: Susan Haffmans Bienen bestäuben Pflanzen und tragen so erheblich zum Ernteerfolg in der Landwirtschaft bei. Sie übernehmen wichtige ökosystemare Funktionen, denn ohne die Bestäubungsleistung der Bienen fehlten anderen Tierarten ein Teil ihrer Nahrungs- und Lebensgrundlage. Rund ein Drittel der globalen Lebensmittelproduktion und wahrscheinlich zwei Drittel der wichtigsten Nahrungspflanzen sind von Bestäuber-Insekten,und dabei insbesondere von Bienen, abhängig. Der Vielzahl der verschiedenen Arten, wie Wildbienen, Hummeln, Honigbeinen und andere bestäubende Insekten, kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Doch werden sie durch den Einsatz von Pestiziden geschwächt, vergiftet und getötet.


Wie schützt man die Pflanze, ohne dass Bienen sterben?


Titelbild Vortrag Ein erfolgreicher Schutz der Bienen setzt voraus, dass alle Einflussfaktoren auf die Bienen erkannt werden und die jeweilige verantwortliche Gruppe im Sinne eines verbesserten Schutzes von Bienen handelt. In dem Vortag "Wie schützt man die Pflanzen ohne dass die Bienen sterben?" werden die Einflussfaktoren skizziert und es werden Anforderungen für einen besseren Schutz der Bienen und anderer Bestäuber formuliert. Denn Verbesserungspotential besteht auf der Ebene der Pestizid-Zulassung, der Agrarpolitik, der praktischen Landwirtschaft sowie der Imkerei und auch Verbracher können zu einem bessern Schutz von Bienen beitragen.

Download des Vortrags (pdf-file, 328 kb)

2011: Schlechte Nachricht für Bestäuber: Weiter bienengefährliche Neonicotinoide auf Deutschen Äckern


Tote Bienen in einer Tüte, Fotorechte: Franz Willinger2008 verendeten über 11.000 Bienenvölker in Deutschland an Clothianidin. Der Pestizidwirkstoff aus der Gruppe der Neonicotinoide war als Beizmittel für Maissaat verwendet worden. Die bei der Aussaat entstandenen Stäube und die mangelhafte Beiztechnik wurden für die massenhafte Vergiftung der Bienen verantwortlich gemacht. Zwar wurden die Auflagen für die Beiz- und Saattechnik erheblich verschärft, da mittlerweile aber auch andere mögliche Kontaminationspfade bekannt wurden, ruht in Deutschland nach wie vor die Zulassung für Neonicotinoid-haltige Mais-Beizen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Neonicotinoide nun nicht mehr auf deutschen Äckern und in Gärten eingesetzt werden dürfen. Nach wie vor sind 29 Imidacloprid-haltige, 4 Clothianidin-haltige und 12 Thiamethoxam-haltige Pestizidprodukte in Deutschland zugelassen und dürfen angewendet werden. 29 der Produkte haben sogar eine Zulassung für den Haus- und Kleingartenbereich und dürfen somit von Laien ohne Sachkunde angewendet werden. Aus Sicht eines vorsorgenden Bestäuberschutzes ist dies eine unhaltbare Situation.

Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam sind systemisch wirkende Neonicotinoid-Verbindungen. Die systemische Wirkungsweise erlaubt es dem Wirkstoff sich in der Pflanze zu verteilen. Er ist somit in seiner Wirkung nicht auf den Ausbringungsort, wie beispielsweise das Saatkorn bei gebeiztem Saatgut, beschränkt, sondern wird über die Pflanzensäfte in alle Pflanzenteile transportiert. Hierdurch können derart behandelte Pflanzen zu einer chronischen Belastungsquelle für Nicht-Zielorganismen wie Bestäuber werden. Zahlreiche Studien belegen die im Labor nachgewiesenen subletalen Effekte der systemischen Neonicotinoid-Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam auf Bienen und andere Tiere darunter Katzen, Fische, Vögel und Regenwürmer. Zu den Effekten zählen Einschränkungen im Erinnerungsvermögen, Orientierungsverlust und Veränderungen im Gehirn sowie der Tod von Tieren. Einige Neonicotinoide zeigen zudem in Kombination mit Fungiziden eine um bis zu 1.000-fach erhöhte Toxizität. (vgl. UNEP (2010): Global honey bee colony disorders and other threads to insect pollinators). Neuste Verhaltensstudien belegen, dass diese subletalen Effekte bei Bienen bereits dann auftreten, wenn die Futterquelle in sehr niedrigen Konzentrationen mit Neonicotinoiden belastet ist. Selbst bei Konzentrationen, die weit unterhalb der als akut tödlichen geltenden Dosis liegen, wurden irreversiblen Störungen bis hin zum Tod dokumentiert.


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Bildnachweis:

Biene auf Apfelblüte: Susan Haffmans
Tote Bienen in einer Tüte: Franz Willinger



Link zur Seite "Vorsorgender Pflanzenschutz beim Maisanbau"
Link zur Seite "Vorsorgender Pflanzenschutz beim Maisanbau"
Link zur Seite "Pestizide sind verantwortlich für das Massensterben von Bienen"
Link zur Projektseite "Biodiversität versus Pestizide"

Bienen, Hummeln & Co – Bedeutung, Gefährdung & Schutz

Titelbild Bienen, Hummeln & Co Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und eine große Schar unbekannter Bestäuber-Insekten fliegen auf der Suche nach Nahrung von Blüte zu Blüte. Sie übertragen den Pollen und tragen so zur Sicherung von Ernteerträgen und zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Doch Lebensraummangel, fehlende Blühpflanzen und der Einsatz von Pestiziden gefährden die Bestäuber. Wildbienen verschwinden. Imker schlagen Alarm.
Die PAN Germany Broschüre zur Bedeutung von Bestäubern ist jetzt auch online verfügbar.
Download der Broschüre (pdf-file, 1,5 MB)

Weitere Informationen rund um das Thema Bienensterben:


Summ' mir das Lied vom Tod


Pestizide verursachen Tod von Millionen Bienen
BUND, PAN und Berufsimker fordern Verbot Bienen tötender Pestizide
Hintergrundinformationen Download (202 kb)

PAN, BUND und DBIB Presse-Information 17.07.2008

Detaillierte Informationen rund um das Thema Bienensterben, Clothianidin und Bayer hat die Coordination gegen Bayer Gefahren (CBG) zusammengestellt (externer Link): http://www.cbgnetwork.de/2556.html

Hintergrundinformationen zu Neonicotinoiden der CBG (externer Link) http://www.cbgnetwork.de/2561.html

Presseinformationen des Deutscher Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V.. Vertreibung der Imker - als Lösung zum Bienensterben (externer Link) http://neu.berufsimker.de/files/Presse-Info.pdf

Bienenforscher Jürgen Tautz über die Probleme der Bienen und ihre Folgen (externer Link) http://www.wissenschaft-online.de/artikel/958641

Landesverband Badischer Imker (externer Link) http://www.badische-imker.de/03c19899880e41701/2225119a960ca0301/index.php

Bienensterben als Katastrophe für Pflanzenzucht. Ein Drittel der Pflanzen durch Insekten bestäubt http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=18123




















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