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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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PAN Germany Projekt - Biodiversität versus Pestizide

Pestizide gefährden Bienen

Bienen finden im Spätsommer keine Nahrung mehr

Umwelt- und Imkerverbände fordern einen Stopp des Pestizideinsatzes auf Grünland

Bluehende Landschaft Der deutsche Verband der Berufsimker (DBIB), der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND), Greenpeace, Naturschutzbund (NABU) und das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany) protestieren gegen den Verlust von artenreichem Grünland durch eine intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Damit gehen den Bienen im Sommer im ländlichen Raum die letzten Weidegründe verloren. Außerdem verlieren viele weitere Insekten und die letzten Wiesenbrüter ihre wichtigen Lebensräume. "Wir fordern einen sofortigen Stopp des Pestizideinsatzes auf artenreichem Grünland", erklärt Manfred Hederer, Präsident der deutschen Berufsimker. "Nur so ist es möglich, dass unsere Bienen im Sommer überhaupt noch Nahrung finden", ergänzt der Imker.
Presseinformation vom 26.08.2014

Bienen sichern Erträge und fördern die Biodiversität


Biene auf Apfelblüte, Fotorechte: Susan Haffmans Bienen bestäuben Pflanzen und tragen so erheblich zum Ernteerfolg in der Landwirtschaft bei. Sie übernehmen wichtige ökosystemare Funktionen, denn ohne die Bestäubungsleistung der Bienen fehlten anderen Tierarten ein Teil ihrer Nahrungs- und Lebensgrundlage. Rund ein Drittel der globalen Lebensmittelproduktion und wahrscheinlich zwei Drittel der wichtigsten Nahrungspflanzen sind von Bestäuber-Insekten,und dabei insbesondere von Bienen, abhängig. Der Vielzahl der verschiedenen Arten, wie Wildbienen, Hummeln, Honigbeinen und andere bestäubende Insekten, kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Doch werden sie durch den Einsatz von Pestiziden geschwächt, vergiftet und getötet.

2013: Gute Nachricht für Bienen: EU-Zustimmung zum befristetem Verbot dreier bienengefährlicher Pestizide


Bienen ButtonNach Jahren des unermüdlichen Einsatzes von Umweltschützern und Imkern für einen besseren Schutz von Bienen vor Pestiziden stimmte die Mehrheit der europäischen Mitgliedstaaten dem auf zwei Jahre befristeten Verbot von drei Neonikotinoiden zu. PAN Germany, das sich seit 2008 intensiv für einen besseren Schutz von Bienen vor Pestiziden einsetzt, begrüßt die Entscheidung als einen wichtigen ersten Schritt für mehr Schutz vor negativen Pestizid-Auswirkungen. mehr dazu

Verbot hoch bienengefährlicher Neonikotinoide durchsetzen

Am 31.1.13 empfahl die EU Kommission, den Einsatz der hoch bienengefährlichen Insektizid-Wirkstoffe Clothianidin und Imidacloprid der BAYER CropScience sowie Thiamethoxam von SYNGENTA in bienenattraktiven Kulturpflanzen ab dem 1. Juli 2013 für zwei Jahre zu verbieten und erarbeitete einen entsprechenden Vorschlag zur Abstimmung durch die Mitgliedstaaten (1). Doch die ursprünglich für den 25.2.13 geplante Abstimmung über den Vorschlag der EU Kommission durch die Mitgliedstaaten wurde auf den 14.3.13 vertagt. PAN Germany fordert Bundesagrarministerin Aigner auf, den Vorschlag der Kommission zu unterstützen. Aus Sicht von PAN Germany ist das zeitlich befristete Verbot der drei hoch bienengefährlichen Pestizid-Wirkstoffe ein wichtiger erster gemeinschaftlicher Schritt, dem weitere folgen müssen, um Bienen besser vor den negativen Auswirkungen der Pestizide zu schützen. mehr dazu

Mit offenen Briefen an Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner und Bundesumweltminister Altmaier hat PAN Germany den Forderungen nach einem zumindest befristeten Verbot Nachdruck verliehen

11.04.2013: PAN Germany fordert Bundesumweltminister Altmaier auf, das befristete EU-Verbot für Neonikotinoide zu unterstützen und so zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei zu tragen.
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06.03.2013: PAN Germany fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner auf, sich für ein befristetes Verbot des Einsatzes der hoch bienengefährlichen Insektizid-Wirkstoffe Clothianidin und Imidacloprid der BAYER CropScience sowie Thiamethoxam von SYNGENTA in bienenattraktiven Kulturpflanzen einzusetzen
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2012: Schlechte Nachricht für Bestäuber: Weiter bienengefährliche Neonicotinoide auf Deutschen Äckern


Tote Bienen in einer Tüte, Fotorechte: Franz Willinger2008 verendeten über 11.000 Bienenvölker in Deutschland an Clothianidin. Der Pestizidwirkstoff aus der Gruppe der Neonikotinoide war als Beizmittel für Maissaat verwendet worden. Die bei der Aussaat entstandenen Stäube und die mangelhafte Beiztechnik wurden für die massenhafte Vergiftung der Bienen verantwortlich gemacht. Zwar wurden die Auflagen für die Beiz- und Saattechnik erheblich verschärft, da mittlerweile aber auch andere mögliche Kontaminationspfade bekannt wurden, ruht in Deutschland nach wie vor die Zulassung für Neonikotinoid-haltige Mais-Beizen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Neonikotinoide nun nicht mehr auf deutschen Äckern und in Gärten eingesetzt werden dürfen. Nach wie vor kommen zahlreiche akut hoch bienengefährliche Wirkstoffe zum Einsatz. So sind 30 Imidacloprid-haltige, 6 Clothianidin-haltige und 12 Thiamethoxam-haltige Pestizidprodukte in Deutschland regulär zugelassen und dürfen angewendet werden. Zudem werden 27 Produkte mit Neonikotin-Wirkstoffen, die als moderat bienentoxisch eingestufte sind, wie Acetamiprid und Thiacloprid, angewendet. Insgesamt 53 dieser Produkte haben sogar eine Zulassung für den Haus- und Kleingartenbereich und dürfen somit von Laien ohne Sachkunde angewendet werden. Aus Sicht eines vorsorgenden Bestäuberschutzes ist dies eine unhaltbare Situation. Darüber hinaus wurden erneut nicht zugelassene Pestizide mit bienengefährlichen Wirkstoffen über die so genannte Notfallregelung befristet für 120 Tage zugelassen. Hierzu hat PAN kritisch Stellung bezogen.

Die systemische Wirkungsweise der Neonikotinoid-Verbindungen erlaubt es dem Wirkstoff, sich in der Pflanze zu verteilen. Er ist somit in seiner Wirkung nicht auf den Ausbringungsort, wie beispielsweise das Saatkorn bei gebeiztem Saatgut, beschränkt, sondern wird über die Pflanzensäfte in alle Pflanzenteile transportiert. Hierdurch können derart behandelte Pflanzen zu einer chronischen Belastungsquelle für Nicht-Zielorganismen wie Bestäuber werden. Zahlreiche Studien belegen die im Labor nachgewiesenen subletalen Effekte der systemischen Neonikotinoid-Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam auf Bienen und andere Tiere darunter Katzen, Fische, Vögel und Regenwürmer. Zu den Effekten zählen Einschränkungen im Erinnerungsvermögen, Orientierungsverlust und Veränderungen im Gehirn sowie der Tod von Tieren. Einige Neonicotinoide zeigen zudem in Kombination mit Fungiziden eine um bis zu 1.000-fach erhöhte Toxizität. (vgl. UNEP (2010): Global honey bee colony disorders and other threads to insect pollinators).

Neben den akuten Schädigungen zeigen immer mehr Studien, dass Bienen auch dann geschädigt werden, wenn sie über lange Zeit geringe Dosierungen der Nervengifte ausgesetzt sind. Die Verhaltensstudien belegen, dass diese subletalen Effekte bei Bienen bereits dann auftreten, wenn die Futterquelle in sehr niedrigen Konzentrationen mit Neonikotinoiden belastet ist. Selbst bei Konzentrationen, die weit unterhalb der als akut tödlichen geltenden Dosis liegen, wurden irreversiblen Störungen bis hin zum Tod dokumentiert.


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Bildnachweis:

Biene auf Apfelblüte: Susan Haffmans
Tote Bienen in einer Tüte: Franz Willinger
Biene auf blauen Blüten: PeterPH


Link zur Seite "Vorsorgender Pflanzenschutz beim Maisanbau"
Link zur Seite "Vorsorgender Pflanzenschutz beim Maisanbau"
Link zur Seite "Pestizide sind verantwortlich für das Massensterben von Bienen"
Link zur Projektseite "Biodiversität versus Pestizide"
Link zur Seite "Pestizid-Abdrift melden"

Weitere Informationen:

In unserer Info-Ddatenbank: Rubrik "Bienen"

Helfen Sie Bestäubern

Infoblatt Helfen Sie Bestäubern Bestäuber wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sichern Erträge und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, im Hausgarten und Kleingarten gefährdet die fleißigen Blütenbesucher. Mit der Aktion "Wundertüten für Bienen" lädt PAN Germany dazu ein, im eigenen Garten oder Balkon blühende Wildkräuter auszusäen und so kleine Oasen für Blütenbesucher zu schaffen.
Mehr dazu

Bienen, Hummeln & Co ? Bedeutung, Gefährdung & Schutz

Titelbild Bienen, Hummeln & Co Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und eine große Schar unbekannter Bestäuber-Insekten fliegen auf der Suche nach Nahrung von Blüte zu Blüte. Sie übertragen den Pollen und tragen so zur Sicherung von Ernteerträgen und zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Doch Lebensraummangel, fehlende Blühpflanzen und der Einsatz von Pestiziden gefährden die Bestäuber. Wildbienen verschwinden. Imker schlagen Alarm.
Die PAN Germany Broschüre zur Bedeutung von Bestäubern ist jetzt auch online verfügbar.
Download der Broschüre (pdf-file, 1,5 MB)

Wie schützt man die Pflanze, ohne dass Bienen sterben?


Titelbild Vortrag Ein erfolgreicher Schutz der Bienen setzt voraus, dass alle Einflussfaktoren auf die Bienen erkannt werden und die jeweilige verantwortliche Gruppe im Sinne eines verbesserten Schutzes von Bienen handelt. In dem Vortag "Wie schützt man die Pflanzen ohne dass die Bienen sterben?" werden die Einflussfaktoren skizziert und es werden Anforderungen für einen besseren Schutz der Bienen und anderer Bestäuber formuliert. Denn Verbesserungspotential besteht auf der Ebene der Pestizid-Zulassung, der Agrarpolitik, der praktischen Landwirtschaft sowie der Imkerei und auch Verbracher können zu einem bessern Schutz von Bienen beitragen.

Download des Vortrags (pdf-file, 328 kb)

Weitere Informationen rund um das Thema Bienensterben:


Summ' mir das Lied vom Tod


Pestizide verursachen Tod von Millionen Bienen
BUND, PAN und Berufsimker fordern Verbot Bienen tötender Pestizide
Hintergrundinformationen Download (202 kb)

PAN, BUND und DBIB Presse-Information 17.07.2008

Detaillierte Informationen rund um das Thema Bienensterben, Clothianidin und Bayer hat die Coordination gegen Bayer Gefahren (CBG) zusammengestellt (externer Link): http://www.cbgnetwork.de/2556.html

Hintergrundinformationen zu Neonicotinoiden der CBG (externer Link) http://www.cbgnetwork.de/2561.html

Presseinformationen des Deutscher Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V.. Vertreibung der Imker - als Lösung zum Bienensterben (externer Link) http://neu.berufsimker.de/files/Presse-Info.pdf

Bienenforscher Jürgen Tautz über die Probleme der Bienen und ihre Folgen (externer Link) http://www.wissenschaft-online.de/artikel/958641

Landesverband Badischer Imker (externer Link) http://www.badische-imker.de/03c19899880e41701/2225119a960ca0301/index.php

Bienensterben als Katastrophe für Pflanzenzucht. Ein Drittel der Pflanzen durch Insekten bestäubt http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=18123




















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