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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.

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PAN Germany Projekt - Biodiversität versus Pestizide

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Biodiversität schützen

Biodiversität = Biologische Vielfalt

Biodiversität Logo Biodiversität macht unser Leben lebenswert. Wir profitieren in unterschiedlichster Weise von der biologischen Vielfalt: Sie ist für uns Lebensgrundlage, Lebensraum, Ressourcenspeicher, Innovationsgeber und Regulationsmechanismus zugleich. Auch die landwirtschaftliche Vielfalt, die Agrobiodiversität, ist Teil der Biodiversität. Doch die biologische Vielfalt ist gefährdet. Flächenverbrauch durch Bebauung, Zerschneidung von Lebensräumen durch Straßen, Intensivierung der landwirtschaftlichen und forstlichen Nutzung, Überfischung der Meere, Veränderung von Bodenqualitäten durch Düngung, Pestizideintrag, Entwässerung tragen zu dem immer schneller fortschreitenden Verlust an biologischer Vielfalt bei. Jeden Tag sterben weltweit etwa 150 Tier- und Pflanzenarten. Die weltweite Aussterberate ist hundert- bis tausendmal höher als der natürliche Artenschwund. In Deutschland sind von den einheimischen rund 3.000 Farn- und Blütenpflanzen bereits ca. 30 % und von den wildlebenden Tierarten 40% bestandsgefährdet. Von den in Deutschland vorkommenden Lebensräumen sind 70 % gefährdet. Deutschland erreicht mit diesen Gefährdungsraten mit die höchsten Werte in Europa.

UN Konvention zur Biologischen Vielfalt

Auf internationaler Ebene wird das Thema "Gefährdung der Biologischen Vielfalt" schon seit dem Weltgipfels für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro 1992 diskutiert. Mittlerweile haben 190 Staaten, darunter Deutschland und die EU, das "Übereinkommen über die biologische Vielfalt"(Convention on Biological Biodiversity - CBD) unterzeichnet und sich somit dem Ziel verpflichtet, den Verlust an Biologischer Vielfalt auf nationaler und internationaler Ebene aufzuhalten. Wichtige Elemente der CBD sind die Identifizierung, die Überwachung und der Schutz der Biodiversität. Doch viele Staaten haben die Konvention noch nicht ratifiziert und selbst bei den Staaten, die dies bereits getan haben, geht die Umsetzung eher schleppend voran. So hat auch Deutschland 15 Jahre gebraucht, um seiner Verpflichtung nachzukommen, eine nationale Biodiversitätsstrategie zu erarbeiten. Alle zwei Jahre findet die gemeinsame Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties - COP) statt. Auf deren Agenda stehen Themen wie Nutzungsrechte an Pflanzen aus Urwäldern, die Einrichtung und Finanzierung großer Schutzgebiete, genetische Manipulation von Nutzpflanzen und Lösungsstrategien für Konflikte, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Ausweisung großer Schutzgebiete. In Deutschland fand die 9. Vertragstaatenkonferenz zur CBD 2008 unter dem Namen "UN Konferenz zur biologischen Vielfalt" statt. Doch die CBG betrifft nicht nur naturschutzfachliche Fragen. Der Schutz der Biologischen Vielfalt bezieht soziale, interkulturelle und wirtschaftliche Fragen mit ein: Wem gehören die Vermarktungsrechte an Pflanzen und Tieren aus dem Urwald - den Menschen, die dort seit Menschengedenken leben und über viel traditionelles Wissen verfügen oder den Firmen, die bereits über Jahre in die Forschung über Pflanzen und deren Wirkstoffe investiert haben? Wie sind äthiopische Bauern zu entlohnen, wenn sie ihr Saatgut europäischen Saatgutunternehmen zur Verfügung stellen? Wie hat eine Landbewirtschaftung auszusehen, die biodiversitätsfreundlich wirtschaftet? Wie können große Schutzgebiete entstehen, ohne die Existenz der einheimischen Bevölkerung zu gefährden?

Im Strategischen Plan der CBD wurde das Ziel festgelegt, bis 2010 die gegenwärtige Rate des Verlustes an biologischer Vielfalt signifikant zu reduzieren. Klar ist, dass dieses zentrale Ziel der UN-Konvention nicht mehr erreicht werden kann. Zu lange hat sich die Weltgemeinschaft vor konkreten Fragen der Umsetzung und Finanzierung gedrückt. Für die 10. CBD-Konferenz 2010 in Nagano, Japan, haben die Vertragsstaaten weitere Fortschritte und Aktivitäten auf dem Feld des Arten- und Naturschutzes angekündigt. Ob dies Wunsch oder Wirklichkeit sein wird, muss sich zeigen. Denn während die letzte Vertragsstaatenkonferenz hart darum gekämpft hatte, dass das Thema Biodiversitätsverlust neben der Diskussion um den Klimawandel als ein weltumspannendes Problem von der Politik und Bevölkerung wahrgenommen und ernst genommen wird, muss sich die kommende Vertragsstaatenkonferenz in der Weltwirtschaftkrise behaupten.

Zukunft ohne Vielfalt?

Weltweit gibt es

1.800.000 wissenschaftliche beschriebene Pflanzen- und Tierarten
….30.000 (bislang bekannte) essbare Pflanzenarten
……7.000 Arten wurden bisher davon kultiviert
……...150 Arten werden heute für Ernährung und Bekleidung genutzt
……….30 Arten machen 95% der pflanzlichen Nahrungsmittel aus und nur noch
……….10 Arten werden als Basis für Welternährung angebaut.

Wovon wollen wir morgen leben?

Wussten Sie,

Apfel am Baum…dass es um 1880 mehr als 20.000 Apfelsorten gab? Haben sie schon einmal etwas von der Berliner Schafnase oder dem Pommeranzenapfel gehört? Und wie mögen die wohl geschmeckt haben? Heute gibt es noch rund 1500 Apelsorten, wirtschaftlich interessant sind davon allerdings nur 60 Sorten. Wie wär´s: Kaufen Sie doch einmal eine Apfelsorte, die typisch für Ihre Region ist. Schmecken Sie die Vielfalt.






Sommeradonisroeschen...dass das schöne Adonisröschen oder der Ackerrittersporn früher neben dem Getreide auf jedem Acker zu finden waren und heute so gut wie nirgends mehr anzutreffen sind? Weil diese beiden schwindenden Arten keine Einzelfälle sind, wurde 1974 die erste deutsche Rote Liste für Farn- und Blütenpflanzen erstellt. Sie ist ein Verzeichnis ausgestorbener, verschollener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sowie Pflanzengesellschaften und Biotope. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl Roter Listen, die den Rückgang der Biologischen Vielfalt auf regionaler Ebene, Landesebene und globaler Ebene aufzeigen








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Bildnachweis:
Apfel am Baum: © josupewo / www.pixelio.de
Sommeradonisröschen: Stiftung Naturschutz Hamburg & Loki-Schmidt Stiftung

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