Vor dem Hintergrund des weltweit rasant fortschreitenden Verlustes an biologischer Vielfalt hat die UNO das Jahr 2010 zum Jahr der Biologischen Vielfalt ausgerufen. Die Weltgemeinschaft ist sich einig darüber, dass Wälder,
Weltmeere, Auen und viele andere Lebensräume und ihre Lebensgemeinschaften einen eigenen Wert haben, den es zu schützen gilt. Das internationale Jahr der biologischen Vielfalt macht auf den Eigenwert der Natur aufmerksam. Aber es will auch darauf aufmerksam machen, dass das Wohl der Menschen davon abhängt, ob es gelingen wird, den Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen und die biologische Vielfalt nachhaltig zu schützen. Koordiniert wird das Internationale Jahr der Biologischen Vielfalt vom Sekretariat der UN-Konvention über biologische Vielfalt (CBD).
Die Geschwindigkeit des Artenverlustes ist erschreckend. Jährlich werden 13 Millionen Hektar Wald vernichtet - das entspricht einer Fläche von der Größe Griechenlands. Karibische Korallenriffe sind bereits zu 80 % zerstört. 35 % aller Mangroven wurden innerhalb der letzten 20 Jahre vernichtet. Auch in Deutschland ist es um die heimische Natur nicht gut bestellt: 72 % aller Lebensräume sind gefährdet oder akut von Vernichtung bedroht (Rote Liste 2009). Dies führt dazu, dass 35 % der in Deutschland heimischen Tierarten und 26 % der Pflanzenarten bestandsgefährdet sind.
Maßnahmen, die diesem Trend entgegenwirken, dürfen sich nicht auf Schutzgebiete beschränken. Denn auch genutzte Bereiche, wie Wiesen, Weiden und Äcker, haben einen erheblichen Einfluss auf die Vielfalt von Flora und Fauna. Die Art und Weise, wie Ackerbau betrieben wird, beeinflusst beispielsweise das Brutverhalten von Vögeln. Feldlerchen brüten mit Vorliebe auf Brachflächen. Wird Winterweizen angebaut, geht die Dichte der Feldlerchennester zurück. Wird Mais angebaut, wird die Lebensraumqualität der Lerchen nochmals vermindert. Auch der Pestzideinsatz bleibt nicht ohne Folgen für die Vielfalt. Werden Herbizide und Insektizide ausgebracht, so hat dies direkte Auswirkungen auf die Anzahl und die Vielfalt von Gräsern, Blühpflanzen und Insekten. Außerdem beeinflussen Pestizide das Nahrungsangebot und die Nahrungsqualität von Bestäubern, von Vögeln und Kleinsäugern.
Hier setzt das Projekt "Vielfalt versus Pestizide" von PAN Germany an. Es zeigt Zusammenhänge zwischen Biodiversitätsverlust und Pestizideinsatz auf, macht diese öffentlich und engagiert sich für mehr Schutz der biologischen Vielfalt auf politischer Ebene. Mehr Informationen von PAN Germany finden Sie hier:
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